Total normal

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Irene Amina Rayan monogram
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Seit Jahren zeichnen Journalisten, Politiker und Kabarettisten in Deutschland ein bedrohliches Bild vom Islam.

  • „Haben wir schon die Scharia?“, fragte der Spiegel 2007 unter dem Titel „Mekka Deutschland – Die stille Islamisierung“.
  • Die Zuwanderer aus dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei und den arabischen Ländern bilden den Kern des Integrationsproblems“, schrieb der frühere SPD-Politiker und Provokateur Thilo Sarrazin 2010 in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“.
  • Im Islam ist die Frau zwar frei, aber in erster Linie frei davon, alles entscheiden zu müssen“, witzelt der Kabarettist Dieter Nuhr.

So über den Islam zu reden, produziert Vorurteile, die Angst machen. Derzeit zeigt sich deutlich wie nie, welche Konsequenzen diese haben: Rechtspopulistische Gruppen wie Pegida und AfD fordern “das Volk” auf, das Abendland vor einer angeblichen Gefahr durch eingewanderte Muslime zu schützen. Sie nutzen Ressentiments, um ihre Anhänger zu mobilisieren. Und sind damit erfolgreich. Sie profitieren von den Stereotypen - erfinden mussten sie diese aber nicht.

Dabei besteht eine große Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Bild von Muslimen - sie seien kriminell, bildungsfern, kulturell nicht integriert oder von Sozialhilfe abhängig – und den tatsächlichen Fakten über Muslime. Das zeigen zahlreiche Studien. Dennoch schüren seit Jahren unsachliche und irrationale Kopftuch- und Integrationsdebatten Vorurteile gegen Muslime in Deutschland. Diese Islamophobie verletzt Muslime, aber auch die deutsche Gesellschaft. Es ist Zeit, das zu ändern.

Islamfeindlichkeit ist salonfähig

Als im Winter 2014 deutsche Bürger in Dresden erstmals begannen, gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes „spazieren“ zu gehen, reagierten viele geschockt. Woher kommen auf einmal diese Ängste vor dem Islam? Die Antwort ist simpel: Es gab sie schon immer, aber Pegida macht sie so deutlich wie nie zuvor.

Dass Islamfeindlichkeit in Deutschland keine Randerscheinung, sondern seit einigen Jahren salonfähig ist, zeigt die repräsentative Umfrage “Religionsmonitor 2015” der Bertelsmann Stiftung. Sie wollte 2012 und 2014 wissen, als “wie bedrohlich” oder “wie bereichernd” die Befragten den Islam wahrnehmen und ob er in die westliche Welt passe. Im Jahr 2012 gab jeder Zweite (rund 53 Prozent) der nicht-muslimischen Bevölkerung an, der Islam sei „sehr“ oder „eher“ bedrohlich. 2014 stieg die Zahl auf 57 Prozent an. Über die Hälfte der Befragten (insgesamt 52 Prozent) fanden 2012, der Islam passe nicht in die westliche Welt. 2014 waren es sogar 61 Prozent.

Naika Foroutan, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Berliner Humboldt-Universität, erklärt, empirische Studien widerlegten regelmäßig gängige Vorurteile gegen Muslime. In ihrer Analyse Muslimbilder in Deutschland stellt sie verbreiteten Mythen Fakten entgegen. Ein Beispiel für ein solches Vorurteil sind berüchtigte Stadtteile wie Berlin-Neukölln, die als Problembezirke gelten. Die muslimischen Bewohner sollen dafür verantwortlich sein. Es entsteht der Eindruck, dass „zu viele Ausländer“ einen Stadtteil zum Scheitern bringen. Menschen wie Thilo Sarrazin begründen dies mit dem „kulturellen Hintergrund“ der muslimischen Bewohner.

Foroutan hält dagegen, die Ursache für sogenannte Problembezirke sei nicht der kulturelle, sondern der sozioökonomische Hintergrund der Bewohner. Denn oft sammeln sich Menschen aus sozial schwachen Schichten in Stadtteilen mit niedrigen Mieten. Die Wissenschaftlerin verweist auf wohlhabende und gut funktionierende Städte wie Frankfurt am Main, Augsburg, Stuttgart oder Nürnberg. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung liegt dort über dem Bundesdurchschnitt - und auch über dem von Berlin. Darüber spricht man öffentlich aber nicht. Denn keiner denkt an Migration im Zusammenhang mit wohlhabenden, gut organisierten Städten, schreibt Foroutan.

Auch der „Religionsmonitor 2015“ zeigt Stereotype über Muslime auf. Die Forscher fanden heraus, dass die befragten Muslime gesellschaftliche Grundwerte wertschätzten und vielfältige Kontakte zu Nicht-Muslimen pflegten. Der Aussage, die Demokratie sei eine gute Regierungsform, stimmten 90 Prozent der befragten Muslime zu. Ganze 93 Prozent fanden, man solle allen Religionen gegenüber offen sein.

Studien decken regelmäßig auf, dass in Deutschland eine riesige Kluft zwischen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Islam und Fakten über Muslime besteht. Bewegungen wie Pegida sind aber ein sichtbarer Beweis dafür, wie verbreitet das Negativbild vom Islam ist. Aber woher kommt es?

In den Medien sind die Muslime die Täter

Im Januar 2016 war Dalia Mogahed, Direktorin für Forschung am Institute for Social Policy and Understanding, als erste Kopftuchträgerin zu Gast in der Daily Show. Moderator Trevor Noah sprach mit Mogahed über das Klima für Muslime in den USA.
Noah erwähnte eine weitverbreitete Meinung über Islam und Terrorismus: Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Terroristen sind Muslime. Mogahed widerlegte die Behauptung: “Die große Mehrheit der Terroristen in den Medien ist muslimisch, aber nicht in der realen Welt.”

Dean Obeidallah untermauert in dem Artikel Are All Terrorists Muslims? It’s Not Even Close Mogaheds Aussage mit Zahlen. Nach Angaben von Europol begingen muslimische Täter zwischen 2009 bis 2013 weniger als zwei Prozent der Terroranschläge in der EU. Stattdessen verübten Separatisten die große Mehrheit der terroristischen Anschläge in Europa. Zum Beispiel die Fronte di Liberazione Naziunale di a Corsica (FLNC), die die Unabhängigkeit der Insel Korsika fordert und im Dezember 2013 Raketen auf Polizeistationen in zwei französischen Städten feuerte.

Auch in den USA ist der Anteil der von Muslimen begangenen Terroranschläge schwindend gering. Rund 94 Prozent der Terroranschläge zwischen 1980 und 2005 verübten Nicht-Muslime, wie eine Studie des FBI ergab. Auch eine Erhebung der Universität von North Carolina aus dem Jahr 2014 bekräftigt dies. Danach wurden seit dem 11. September 2001 insgesamt 190.000 Amerikaner ermordet. Davon starben 37 bei muslimischen Terroranschlägen.

Furchterregende Artikel laufen besser

Aber warum berichten die Medien so überproportional stark über muslimische Anschläge? „Das ist eine Geschäftsentscheidung“, meint Obeidallah. „Geschichten über furchterregende 'Andere' laufen besser. Es ist eine Geschichte, die man ganz einfach als Gut gegen Böse darstellen kann, wobei die Amerikaner die Guten und die braunen Muslime die Bösen sind.“ In Deutschland das gleiche Bild: Verschiedene Analysen zeigen, dass die Berichterstattung über Muslime in der Bundesrepublik jahrzehntelang ausgesprochen negativ war.

In den 80er und 90er Jahren gab es noch keinen offensichtlichen Islamfokus. Wenn Muslime vorkamen, bezeichneten die Journalisten sie meistens als “Ausländer” und “Gastarbeiter" oder benannten sie nach ihrer nationalen Gruppe, also zum Beispiel als “Türken” oder “Marokkaner”. Schon damals berichteten Journalisten jedoch überwiegend in negativen Kontexten über Migranten. Wenn es etwa um “Ausländerkriminalität” ging, um Arbeitslosigkeit unter Einwanderern oder um eine wachsende Zahl von Asylbewerbern. Dies zeigt die Studie “Muslime in der Mehrheitsgesellschaft: Medienbild und Alltagserfahrungen in Deutschland”.

Außerdem bedienten viele Medien schon damals das Stereotyp einer kulturellen Überfremdung durch Ausländer, die angeblich aufgrund ihres “Anders-Seins” die deutsche Lebensweise bedrohten. Deutsch-Türken wurden deutlich öfter negativ dargestellt als andere Einwanderergruppen. Ein Beispiel hierfür ist der Spiegel-Ausgabe “Gefährlich Fremd” (16/1997). Die Titelgeschichte drehte sich um das angebliche “Scheitern der multikulturellen Gesellschaft”. Das Titelbild zeigte eine dunkelhäutige Frau mit schwarzen Haaren, die eine fremde Fahne in die Höhe reckt. Dazu gehörte der Aufmachertext mit der Überschrift “Zeitbomben in den Vorstädten” (diese „Zeitbomben“ sollten Deutsch-Türken und Russlanddeutsche sein). Alarmierend schrieb das Magazin:

Das Bild, das der Spiegel hier zeichnet, ist klar: Die “Ausländer” waren eine Gefahr, vor der Deutsche sich fürchten müssen. Wenig verwunderlich, hatten viele Leser dieses Textes danach wohl keine Lust mehr auf „Multikulti“.

11. September 2001 als Wendepunkt

Dann kam 9/11, ein Einschnitt. Die Berichterstattung änderte sich. Statt über “Ausländer” oder nationale Gruppen berichteten Medien nun oft pauschal über Islam und Muslime.

Parisa Javadian Namin, die damals an der Universität Siegen über ethnische Minderheiten in den Medien geforscht hat, untersuchte 2007 in einer quantitativen Inhaltsanalyse der Printausgaben von Bild- und Spiegel-Artikel über Islam und Muslime. Sie stellte fest, dass ungefähr drei Viertel der Artikel - 73 Prozent der Spiegel- und 77 Prozent der Bild-Beiträge - den Islam bzw. Muslime in einem negativen Kontext thematisierten. Nur ein Beispiel: Rund 40 Prozent der untersuchten Beiträge handelten von den Themen Terrorismus und Extremismus.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen die Wissenschaftler Kai Hafez und Carola Richter in ihrer Analyse „Das Islambild von ARD und ZDF“, für die sie Fernsehbeiträge über Islam der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF von 2005 bis 2006 untersuchten. Sie fanden heraus, dass insgesamt 81 Prozent der 133 untersuchten Beiträge negativ belastet waren:

Beleidigend, ausgrenzend, gefährlich

Diese negative Darstellung des Islam in vielen Medien ist nicht nur beleidigend und ausgrenzend für deutsche Muslime, sondern vermittelt nicht-muslimischen Deutschen den Eindruck, sie seien von gefährlichen Immigranten umgeben.

Die Befragung von nicht-muslimischen Deutschen des „Religionsmonitors“bestätigt dies. Die Deutschen, die am wenigsten mit Muslimen in Berührung kommen, haben am meisten Angst vor ihnen. Die Ressentiments gegenüber Islam sind am höchsten, wo die wenigsten Muslime leben. In Sachsen, wo unter ein Prozent der Bevölkerung Muslime sind, empfanden 78 Prozent der befragten Herkunftsdeutschen den Islam als bedrohlich. In Nordrhein-Westfalen hingegen, wo ein Drittel der deutschen Muslime lebt, fühlen sich “nur” 46 Prozent vom Islam bedroht.

Aber warum berichten viele Medien so negativ über den Islam und bedienen immer wieder dieselben alten Stereotype? Die Wurzeln für diese negative Wahrnehmung islamisch geprägter Gesellschaften beruht auf einer Tradition, die bereits während des Kolonialismus entstand.

Orientalismus oder die Macht, den Islam zu definieren

Das Misstrauen gegenüber „nordafrikanischen Menschen“ ist nicht neu, es ist einfach nie verschwunden. Dies erkannte Edward Said, ein mittlerweile verstorbener Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia Universität in New York, bereits vor einigen Jahrzehnten. In seinem 1978 erschienenem Buch beschreibt Said eine Tradition der negativen Darstellung des Orients durch Westler, die er als Orientalismus bezeichnete. Said definierte ihn als “eine Tradition von Geschichten über den Orient, den Islam und die Araber, die voreingenommen und verzerrt ist”.

Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Said, wie Orientalismus bereits im 18. Jahrhundert entstand, als die Europäer eine Rhetorik und Bilder entwickelten, mit denen der Westen fortan die Gesellschaften des Orients betrachtete. Als Europa dann von 1815 bis 1914 die von ihm kolonial beherrschte Erdoberfläche von 35 auf 85 Prozent ausweitete, bedienten sich Kolonialherren dieser Rhetorik, um den Orient zu beschreiben. Zum Beispiel schrieb der Brite William Muirs (1819 – 1905) über den Islam: „Das Schwert Mohammeds und der Koran sind die beiden schlimmsten Feinde der Zivilisation, der Freiheit und der Wahrheit, welche die Welt je gesehen hat.“

Europa dominierte und interpretierte den Orient

Said betont die Wichtigkeit des Kontexts, innerhalb dessen sich Orientalismus entwickelte. Das Ziel des kolonialen Europas war es, zu erobern und zu beherrschen. Dementsprechend musste der Orientalismus ein Bild vom Orient entwerfen, das die kolonialen Ziele rechtfertigte. “Die Beziehung zwischen Okzident und Orient ist eine Beziehung der Macht, der Dominanz, der variierenden Grade einer komplexen Hegemonie”, schreibt Said.

Diese Macht ermöglichte es dem kolonialen Europa nicht nur, den Orient zu dominieren, sondern auch ihn zu interpretieren. Die orientalistische Sichtweise stellte „den Orient“ als extrem anders und unterlegen dar. Die westliche Rhetorik vermittelte den Eindruck, dass er eine westliche Intervention oder Rettung braucht. Darüber hinaus sie die Region oft als exotisch, zurückgeblieben, unzivilisiert oder bedrohlich dar.

Ein Blick auf aktuelle Beispiele zeigt, dass diese Sprechweise bis heute weiter existiert: Einwanderer sind „die Anderen“, die bedrohlich sind. Diskussionen über Integration suggerieren, dass Muslime einen anderen kulturellen Hintergrund haben, der ein Hindernis für das Einleben in Deutschland darstellt.

Immer wieder intervenieren westliche Akteure in Ländern im Nahen und Mittleren Osten. Der Irak- und Afghanistan-Krieg sind jüngere Beispiele.

Stereotype sind unvollständig

Wenn deutsche Medien über Islam und Muslime berichten, können sie sich aussuchen, welche Geschichten sie erzählen und wie sie diese interpretieren. Natürlich müssen Straftaten durch Muslime kritisiert und diskutiert werden. Auch öffentlich. Problematisch ist aber, wie dies momentan geschieht.

Die nigerianische Autorin und Literatur-Preisträgerin Chimamanda Ngozie Adichie erklärt in ihrem Ted Talk “The danger of a single story” gut, was gerade schiefläuft: “Macht ist nicht nur die Möglichkeit, die Geschichte einer anderen Person zu erzählen, sondern diese zu der definierenden Geschichte einer Person zu machen,” sagt Chimamanda. Dann erklärt sie, was sie als „Single Story“ definiert: „Stelle Menschen als eine Sache, als nur eine Sache dar, immer und immer wieder, und die Menschen werden zu dieser Sache.“ Und weiter: „Die 'Single Story' kreiert Stereotype, und das Problem von Stereotypen ist nicht, dass sie unwahr sind, sondern dass sie unvollständig sind. Sie machen eine Geschichte zu der 'Single Story'.“

Dies trifft auf Islam in Deutschland zu: Medien erzählen nicht nur Geschichten über Muslime, sondern machen diese auch zu den definierenden Geschichten des Islam. Während sie diese Geschichten – über Terrorismus, Kriminalität und Frauenunterdrückung – seit Jahren immer und immer wieder erzählen, erwähnen sie die Geschichten der Mehrheit friedlich lebender Muslime kaum bis gar nicht. Hinzu kommt, dass Journalisten über negative Nachrichten, die mit Muslimen zu tun haben, sehr irrational und emotional berichten. Schnell wird pauschalisiert, aufgrund der Taten einzelner Personen ziehen Journalisten Schlüsse über die gesamte Kultur der Gruppe.

Die Mehrheit der Muslime bleibt unsichtbar

Diese panikartige Berichterstattung hilft niemanden. Es ist an der Zeit, dass das mediale Bild der Vielfalt von Islam und Muslimen in Deutschland und weltweit gerecht wird. Und die verschiedenen muslimischen Erfahrungen darin auftauchen, auch, wie Muslime die deutsche Gesellschaft bereichert haben und bereichern:

  • Denn warum lesen wir ständig Geschichten über kriminelle Deutsch-Türken, aber nicht darüber, wie türkische Gastarbeiter Nachkriegsdeutschland mit aufgebaut haben?
  • Warum strahlt das Fernsehen regelmäßig Reportagen über angeblich gescheiterte Stadtteile wie Berlin-Neukölln aus, thematisiert aber nicht den Beitrag muslimischer Migranten zum Wohlstand von Städten wie Frankfurt oder Stuttgart ?
  • Warum diskutieren wir andauernd über kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und der islamischen Welt und kaum über europäische Muslime, die seit Jahrzehnten friedlich in Europa leben und die hiesige Demokratie schätzen?
  • Warum repräsentiert ein deutscher Straftäter nur sich selbst, ein türkischer, marokkanischer oder albanischer Straftäter aber den gesamten Islam?

Die zentrale Frage: Warum dreht sich die öffentliche Diskussion fast ausschließlich um muslimische Straf- und Übeltäter, während der Rest der Muslime unsichtbar bleibt?

Islamophobie trifft auch Schwarze, Latinos, Frauen, Arbeiter, Schwule und Lesben

Warum das so gefährlich ist, erklärt Dalia Mogahed:

Wie recht Mogahed damit hat, zeigt die Katharina Nocun in ihrem Blog. Sie hat sich verschiedene Parteiprogramme von AfD-Landesverbänden angeschaut:

Die Ansichten der AfD sind nicht nur für Muslime, sondern auch für andere Minderheiten gefährlich. Das überrascht nicht. Denn wenn eine Partei eine Minderheit attackiert, spiegelt das fehlendes Bewusstsein für Gleichberechtigung wider. Und das beschränkt sich selten auf eine einzelne Gruppe.

Umso dringender müssen wir uns fragen, ob es zu demokratischen Grundwerten passt, eine Gruppe immer wieder öffentlich zu stigmatisieren. Man kann es nicht besser in Worte fassen als Chimamanda Ngozie Adichie:

Wir brauchen mehr Geschichten über Muslime, in denen sie nicht Terroristen und Kriminelle sind. Denn von einer gerechteren Darstellung des Islam in Deutschland profitieren wir alle.


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