Russische Metallwerke, die die russische Rüstungsindustrie im Krieg gegen die Ukraine beliefern, importieren Maschinen und Geräte, die in der EU hergestellt wurden. Obwohl es Beschränkungen gibt, die genau dies verhindern sollen.
Ein in der Türkei ansässiges Zwischenhandelsunternehmen, das einem niederländischen Staatsbürger gehört, war an der Lieferung der verbotenen Maschinen nach Russland beteiligt. Das geht aus Zollunterlagen hervor, die dem Kyiv Independent und Irpi Media vorliegen.
Diese Übersetzung hat Isolde Ruhdorfer ausgewählt
Diese Recherche ist eine Zusammenarbeit zwischen der ukrainischen Zeitung „Kyiv Independent“, dem italienischen Investigativportal „IrpiMedia“ und der Rechercheplattform OCCRP. Ich durfte den Text, der im Kyiv Independent erscheint, vorab lesen und hier bei Krautreporter veröffentlichen.
Die Unterlagen zeigen, dass das in der Türkei ansässige Unternehmen Redwing Metal in den Jahren 2023 und 2024 Ausrüstung im Wert von fünf Millionen Dollar an zwei russische Metallwerke lieferte: Aluminum Metallurg Rus (AMR) und Stupino Metallurgical Company (SMK).
Beide werden von dem russischen Geschäftsmann Nikolay Timokhin kontrolliert.
Timokhin ist kein gewöhnlicher Geschäftsmann. Er ist der Schwiegersohn von Igor Zavyalov, dem langjährigen stellvertretenden Leiter von Rostec, Russlands staatlichem Rüstungskonzern.
Timokhins Metallwerke haben Metalllegierungen an russische Rüstungsunternehmen geliefert, darunter auch Unternehmen des Rostec-Konzerns.
Die Metalllegierungen werden mithilfe von Maschinen produziert, die durch Umgehung der EU-Exportbeschränkungen nach Russland geliefert wurden. Die Beschränkungen sollen verhindern, dass russische Unternehmen im Umfeld der Rüstungsindustrie westliche Industriegeräte erhalten.
Die Lieferungen, die der Kyiv Independent anhand von Zollunterlagen aufgedeckt hat, machen deutlich, dass Russland nicht nur bei der Herstellung von Waffen von westlicher Technologie abhängig ist, weil es etwa Mikrochips und Elektronikteile benötigt.
Auch um die einzelnen Metallteile herzustellen, die in Raketen und Flugzeugen verwendet werden, sind westliche Industriemaschinen erforderlich, die trotz der Sanktionen weiterhin über Zwischenhändler aus Drittländern nach Russland gelangten.
Wie europäische Maschinen Russlands Kriegsmaschinerie versorgen⬆ nach oben
Zu den Lieferungen gehörten CNC-Drehmaschinen, ein Ofen zur Wärmebehandlung von Metallen, eine Hydraulikpresse, eine Maschine zur Vormontage von Aluminiumscheiben, Förderbänder sowie weitere Geräte italienischer, deutscher, spanischer und tschechischer Hersteller.
„Alles in allem ist das kein zufällig zusammengewürfelter Korb an Industriegütern. Es sieht vielmehr so aus, als würden hier wesentliche Bestandteile für eine moderne metallurgische Produktionskette beschafft, die potenziell Russlands Rüstungsindustrie unterstützen kann“, sagt Alex Bashinsky, Mitbegründer des in den USA ansässigen Global Sanctions Training Institute (GSTI) und Mitglied der Internationalen Arbeitsgruppe zu Sanktionen gegen Russland, dem die Liste der Ausrüstungsgegenstände vorgelegt wurde.
Diese Industriegeräte tragen mit dazu bei, dass Flugzeuge und Raketen hergestellt werden, mit denen Russland regelmäßig ukrainische Städte attackiert. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes produziert AMR Metallteile, die in den Jagdbombern des Typs Su-34 sowie in Marschflugkörpern des Typs Kh-101 verwendet werden.
Eine dieser Raketen traf am 14. Mai 2026 ein Wohngebäude in Kiew und tötete 24 Zivilist:innen.
Was eine russische Kh-101-Rakete in der Ukraine anrichtet: Trümmer und 24 Tote. | Staatlicher Katastrophenschutzdienst in Kyjiw
Am Ort des Einschlags wurden Trümmerteile einer russischen Kh-101-Marschflugrakete gefunden. | Staatlicher Katastrophenschutzdienst in Kyjiw
In den mehr als vier Jahren seit Beginn der groß angelegten Invasion wurden Kh-101-Raketen eingesetzt, um Wohngebäude, Energieinfrastruktur und sogar ein Kinderkrankenhaus in Kyjiw anzugreifen.
Die Rolle, die AMR und SMK in der russischen Rüstungsmaschinerie spielen, geht allerdings weit über diesen einen Raketentyp hinaus. Der Kyiv Independent hat Finanzdokumente analysiert, die zeigen, dass AMR und SMK seit Beginn der Invasion in der Ukraine mehr als 40 Rüstungshersteller beliefert haben, darunter Unternehmen, die Kh-59-Raketen, Raketen für S-300- und S-400-Luftabwehrsysteme und Kampfjets herstellen.
Timokhin ist auch eng mit Rostec, Russlands staatlichem Rüstungskonzern, verbunden. Sein Schwiegervater, Igor Zavyalov, ist seit 2007 als dessen stellvertretender Leiter zuständig für die Finanzen des Konzerns.
Viele der Unternehmen, die von AMR und SMK beliefert werden, sind selbst Teil von Rostec.
Nikolay Timokhin (Mitte) mit seiner Frau Olga Timokhina (links) und seinem Schwiegervater Igor Zavyalov (rechts) in einer Moskauer Kirche im September 2024. Die Kinder haben wir unkenntlich gemacht. | Diözese Pokrow der Russisch-Orthodoxen Kirche
Timokhin hält außerdem Beteiligungen an weiteren Unternehmen der russischen Rüstungsindustrie, etwa einem Unternehmen, das Metalle für die Produktion für Raketen, Flugzeuge und Kriegsschiffe liefert, dem „All-Russian Institute of Light Alloys“ und „KAMAZ“, einem Hersteller für Fahrgestelle für Militärfahrzeuge, dessen Hauptaktionär Rostec ist.
Nikolay Timokhin besuchte 2023 mit seinen Kindern das KAMAZ-Werk, nachdem er Anteile des Werks erworben hatte. Die Kinder haben wir unkenntlich gemacht. | Social-Media-Seite von KAMAZ
Wie sanktionierte Maschinen aus der EU nach Russland gelangen konnten⬆ nach oben
Durch die EU-Ausfuhrkontrollen können russische Unternehmen keine Geräte direkt aus der EU erwerben und einführen.
„Es ist nicht möglich, Geräte wie CNC-Maschinen direkt aus der EU zu kaufen und nach Russland zu liefern. Hier wirken die Sanktionen“, sagt Roman Steblivskyi, Leiter für Politik und Advocacy beim Economic Security Council of Ukraine (ESCU).
Er erklärt, wie das EU-Verbot am häufigsten umgangen wird: „Länder wie Kirgisistan, Usbekistan und die Türkei aber auch Hongkong haben keine Sanktionen gegen Russland verhängt, was es für dort ansässige Unternehmen wesentlich einfacher macht, solche Waren zu beschaffen und wiederauszuführen.“
In diesem Fall war der Zwischenhändler Redwing Metal, eine türkische Firma, die kurz nach Russlands Invasion in der Ukraine 2022 gegründet wurde.
Miteigentümer von Redwing Metal ist Alexander Tattersall, ein niederländischer Staatsbürger, der in der Schweiz seinen Wohnsitz hat. Aus türkischen Unternehmensdaten geht hervor, dass Tattersall 40 Prozent des Unternehmens gehören, 59,8 Prozent gehören einem türkischen Anwalt namens Veysel Cengiz Soylemezoglu.
Tattersall hat weit zurückliegende Verbindungen zu Timokhins Metallurgie-Unternehmensgruppe, insbesondere zu AMR.
Auf Fotos, die 2019 bei AMR aufgenommen wurden, sieht man ihn im Inneren des russischen Werks. Er nimmt an Feierlichkeiten zum 65-jährigen Jubiläum der Fabrik teil und hält das Firmenlogo in den Händen. Wie aus einer Veröffentlichung von AMR hervorgeht, kamen bei dem Event Vertreter von Unternehmen zusammen, die AMRs Produkte vertreiben.
Alexander Tattersall bei einem Besuch des AMR-Werks im Jahr 2019. | Website von AMR
Für Tattersalls Anwesenheit bei AMR gibt es eine einfache Erklärung: Er war dafür zuständig, AMRs Aluminiumprodukte auf europäischen und amerikanischen Märkten zu verkaufen.
Jahrelang leitete er ein Netzwerk von AMRs Vertriebspartnern in der Schweiz, Deutschland und den USA. Diese Unternehmen waren für AMRs weltweite Exporte zuständig und integraler Teil der russischen AMR-Gruppe.
Nach deutschen Unternehmensdaten trat Tattersall von 2017 bis 2018 vorübergehend von der Geschäftsführung der AMR Trading Germany GmbH zurück und der russische Staatsbürger Witali Sidorow nahm seine Position ein. Er ist eine weitere Schlüsselfigur in Timokhins Unternehmen.
Sidorow leitet das in Russland ansässige Unternehmen „MR-SMK Joint Management“, das die beiden Metallwerke verwaltet.
Witali Sidorow (links) spricht am 10. November 2022 in einem Interview mit einer Fachzeitschrift über AMR und die Rüstungslieferungen von SMK. | Screenshot: Metallinfo, Youtube
Fünf Jahre nachdem Tattersall bei AMR in Russland fotografiert worden war, lieferte das in der Türkei ansässige Unternehmen, dessen Miteigentümer er war, verbotene europäische Ausrüstung an eben dieses AMR-Werk, wie aus russischen Zollunterlagen hervorgeht.
Tattersall wich Fragen über seine Verbindungen zu Timokhin aus, bestätigte aber, dass er Miteigentümer von Redwing Metal und Geschäftsführer des Netzwerks von europäischen und US-amerikanischen AMR-Vertriebspartnern ist.
In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte Tattersall, er habe nur begrenzte Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit von Redwing Metal. Dabei ist er Miteigentümer, der einzige auf der Website angegebene Ansprechpartner und, wie er es selbst formuliert, berät er das Unternehmen in Teilzeit.
„Ich bin Teilzeit-Berater für das türkische Unternehmen Redwing Metal und habe begrenzte Kenntnisse über die Geschäfte dieses Unternehmens. Soweit ich weiß, war Redwing Metal nie in Abläufe involviert, um sanktionierte Güter nach Russland zu liefern“, schreibt Tattersall.
Was europäische Hersteller wussten⬆ nach oben
Russische Zollunterlagen widersprechen Tattersalls Behauptung. Hier findet man die konkreten Modelle der in der EU hergestellten Maschinen, die Redwing Metal zwischen 2023 und 2024 an AMR und SMK geliefert hat.
Die Lieferungen enthielten vier CNC-Drehmaschinen des italienischen Herstellers M.C.M, die Ende 2023 an SMK geliefert wurden.
M.C.M bestätigt in einer schriftlichen Antwort, dass es Redwing Metal 2023 Produkte verkauft hat und erklärt, dass es mit Redwing Metal eine Vereinbarung geschlossen hatte, die „die Wiederausfuhr in Länder, Gebiete oder an Einrichtungen, die restriktiven Maßnahmen unterliegen“, ausdrücklich untersage.
Das italienische Unternehmen fügte hinzu, dass es keine Kenntnis „von einer Wiederausfuhr der an Redwing Metal verkauften Waren nach Russland“ habe.
Die anderen in den Zollunterlagen genannten europäischen Hersteller von Metallverarbeitungsmaschinen antworten nicht auf die schriftlichen Anfragen.
Der Mehrheitsgesellschafter von Redwing Metal, Veysel Cengiz Soylemezoglu, lehnte es unter Berufung auf Datenschutzbestimmungen ab, sich zu den Lieferungen zu äußern, und erklärte, dass „die Aussagen und Annahmen zu den angeblichen Handelsströmen offenbar nicht durch die vorgelegten Fakten gestützt werden.“
EU-Ausrüstung für Schiffe der russischen Marine⬆ nach oben
Wie aus den russischen Zollunterlagen hervorgeht, beschränken sich Redwings Lieferungen nicht auf metallurgische Ausrüstung.
Die Daten zeigen, dass Redwing Metal trotz der Sanktionen in der EU produzierte Ausrüstung für den Schiffbau im Wert von 1,3 Millionen Dollar nach Russland geliefert hat. Die Lieferung ging an das russische Unternehmen SMS, das bis 2024 unter dem Namen SMK-Snab bekannt war und das auch Teil von Timokhins Unternehmensgruppe ist.
Die russischen Zollunterlagen zeigen, dass Anker, Verholwinden, Lüftungsventilatoren, bordeigene Abwasseraufbereitungsanlagen sowie weitere Güter importiert wurden, um auf zwei sich im Bau befindlichen Schiffen der russischen Marine eingebaut zu werden. Eines davon, die „Michail Kalaschnikow“, wurde Mitte 2025 fertiggestellt, weniger als ein Jahr nach den letzten Lieferungen.
Einige der EU-Unternehmen, die die Schiffbauausrüstung hergestellt hatten, sagten dem Kyiv Independent und IrpiMedia, dass sie ihre Produkte nicht direkt an Redwing Metal verkauft hatten und nicht wussten, wer die tatsächlichen Verkäufer waren.
„Nach den Informationen, die uns vorliegen, ist es schwer festzustellen, wer diese Güter tatsächlich an das türkische Unternehmen verkauft haben könnte“, antwortete Michael Kresse, Geschäftsführer der Wolter GmbH in Deutschland, in einer schriftlichen Mitteilung auf Fragen zu den Lüftungsventilatoren für Schiffe, die laut den russischen Zolldaten Wolter zugeordnet wurden. „Daher könnten sie über viele verschiedene Kanäle bezogen worden sein, etwa über Lagerhändler.“
Er fügte hinzu, dass das Unternehmen derzeit keine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen in Russland, Belarus oder den besetzten Gebieten der Ukraine unterhalte und keinen Kunden beliefern werde, wenn der Verdacht bestehe, „dass die Waren in diese Länder oder auf ein Seeschiff mit Bezug zu diesen Ländern weiterexportiert werden“.
Der polnische Hersteller Alwo und das österreichische Unternehmen Palfinger gaben in schriftlichen Antworten an, dass sie nie Handelsbeziehungen mit Redwing Metal unterhalten und keine Kenntnis darüber hätten, dass ihre Produkte nach Russland geliefert wurden.
„Unsere Produkte sollten nicht dort sein“, sagt Jaroslaw Jablonski, Alwos Leiter. Das Unternehmen habe seit Kriegsbeginn alle Verträge, die auf den russischen Markt abzielen, gekündigt, fügte er hinzu.
Katja Pötsch, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Palfinger, erklärte, dass es laut den Unternehmensrichtlinien von Palfinger verboten sei, Geschäfte mit Russland zu unterhalten. „Unsere Verträge enthalten gemäß der geltenden EU-Richtlinie eine Klausel, wonach sich die Wiederverkäufer verpflichten, unter keinen Umständen Palfinger-Produkte nach Russland zu liefern“, sagte sie.
Timokhin und die russischen Unternehmen AMR, SMK und SMS haben auf schriftliche Anfragen nicht geantwortet.
Das ist der Preis für die Umgehung des Verbots⬆ nach oben
Der Kyiv Independent hat drei Sanktions-Experten interviewt. Alle drei sagen: In der EU hergestellte, sanktionierte Ausrüstung über die Türkei nach Russland zu schleusen, stellt eine Umgehung der EU-Sanktionen dar.
„Die Lieferungen können als Verstoß gewertet werden, da ihre angegebenen Identifikationsnummern exakt mit denselben Identifikationsnummern übereinstimmen, deren Export von der EU ausdrücklich verboten wurde. Einige dieser Güter wurden bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2022 verboten, es wurde ihnen also schon früh eine entscheidende Bedeutung für die russischen Kriegsanstrengungen beigemessen“, sagt Erlend Bjortvedt. Er ist Gründer von Corisk, einem in Oslo ansässigen Beratungsunternehmen für Sanktionsrisiken und hat die Lieferdaten ausgewertet.
Ein Sprecher der Europäischen Kommission kommentierte diese Recherche folgendermaßen: „Die Bekämpfung der Umgehung von EU-Sanktionen, auch über Rechtsordnungen von Drittländern, gehört zu den wichtigsten Prioritäten der Kommission.“
Der Sprecher ergänzte, dass EU-Mitgliedstaaten dafür verantwortlich sind, „Verstöße festzustellen und über ihre zuständigen nationalen Behörden Strafen zu verhängen“. Der EU-Sanktionsrahmen mit Bezug auf Russland sehe vor, dass der Rat individuelle Sanktionen „gegen Personen oder Organisationen aus Drittländern wegen Umgehung oder anderer Formen der Untergrabung von EU-Sanktionen“ verhängen könne.
AMR, SMK, SMS, Redwing Metal sowie die dahinterstehenden Individuen könnten also mit westlichen Sanktionen rechnen, sagen Expert:innen. AMR und SMK unterliegen aktuell nicht den europäischen oder US-Sanktionen, obwohl sie die russische Rüstungsindustrie beliefern und während des Krieges mit einem Einfuhrverbot belegte europäische Maschinen erhalten haben.
Sanktionen gegen diese Werke würden über die bestehenden Beschränkungen für den Export bestimmter Maschinen nach Russland hinausgehen. Sie könnten dazu führen, dass Vermögenswerte eingefroren werden, die sie in westlichen Rechtsordnungen unterhalten; westliche Unternehmen und Finanzinstitute dürften keine Geschäfte mehr mit ihnen machen.
Laut den Sanktionsexpert:innen könnten die europäischen Hersteller der Ausrüstung nur dann haftbar gemacht werden, wenn eine Untersuchung durch einen EU-Mitgliedstaat ergäbe, dass sie wussten, dass die Lieferungen für Russland bestimmt waren.
„Es würde sich lohnen, wenn Strafverfolgungsbehörden untersuchen würden, inwieweit EU-Bürger daran beteiligt waren, das Lieferketten-Netzwerk zu betreiben. Denn die EU hat die Umgehung von Sanktionen unter Strafe gestellt und Behörden in verschiedenen Mitgliedstaaten arbeiten bereits daran, solche Umgehungsstrategien aufzudecken“, sagt Roman Steblivskyi vom ESCU.
Wenn Ermittler:innen aufdecken, dass ein EU-Staatsbürger durch Zwischenhändler aus einem Drittland wissentlich dazu beigetragen hat, Exportbeschränkungen zu umgehen, dann könnten dieser Person laut Bashinsky vom GSTI sowohl Geldstrafen als auch strafrechtliche Konsequenzen in dem zuständigen EU-Mitgliedsstaat drohen.
„Diese rechtliche Möglichkeit wurde bisher noch nicht oft ausgeschöpft, aber das rechtliche Risiko besteht zweifellos“, sagte Erlend Bjortvedt, Gründer von Corisk.
Der Kyiv Independent ist ein ukrainisches Medienunternehmen, das auf Englisch publiziert und von seinen Leser:innen unterstützt wird. Die Zeitung berichtet aus der Ukraine über den russischen Angriff auf das Land. Den Orginal-Artikel der Recherche könnt ihr hier lesen. Wenn ihr den Kyiv Independent unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun.
Übersetzung: Nina Roßmann, Redaktion: Isolde Ruhdorfer, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Sören Frey, Audioversion: Christian Melchert