Veit ist 45 und lebt mit seiner Frau und der vierjährigen Tochter in einem kleinen Ort in Süddeutschland⬆ nach oben
Ich war so erschöpft, dass ich morgens fast nicht aus dem Bett kam und am liebsten im abgedunkelten Raum liegen geblieben wäre. Raffte ich mich doch einmal auf und ging joggen, hatte ich schon nach wenigen Metern das Gefühl, mich am Straßenrand hinlegen zu müssen. Ich konnte einfach nicht mehr.
Das war vor drei Jahren, als meine Tochter ein Jahr alt war.
Mein Hausarzt, den ich auch privat kenne, hatte bereits verschiedene Tests mit mir gemacht: Blutbild, Allergien, alles unauffällig. Ich war schon auf dem Weg aus dem Behandlungszimmer, da legte er mir die Hand auf die Schulter und sagte: „Veit, wir können noch ewig weitersuchen und ich sehe, wie müde du bist. Aber ich glaube: Das Problem ist kein körperliches.“
„Anpassungsstörung“ lautete die Diagnose, die mir schließlich mein Psychotherapeut gab. Ich selbst spreche von „Väter-Burnout“, weil ich finde, dass meine mentale Gesundheit und meine Rolle als Vater nicht getrennt voneinander betrachtet werden können.
Postpartale Gesundheit von Vätern
Etwa fünf bis zehn Prozent der Väter entwickeln infolge der Geburt eines Kindes eine postpartale Depression. Neben klassischen depressiven Symptomen wie der Anhedonie, also dem Verlust von Freude, und einer gedrückten Stimmung kommen bei Männern oft untypische Symptome hinzu, zum Beispiel ein erhöhter Alkoholkonsum oder auch Aggressionen („Männerdepression“). Die Diagnose „Anpassungsstörung“, die Veit bekommen hat, kann diagnostiziert werden, wenn sich die psychischen Belastungen unter dieser Schwelle befinden.
Ich bin ausgebrannt, weil ich an meinen eigenen Idealvorstellungen gescheitert bin. Meine Frau und ich hatten die Idee: Wir ziehen als Eltern an einem Strang, teilen uns die Sorgearbeit gerecht auf. Diesem Idealbild hetzte ich hinterher, wollte aber auch an allen anderen Fronten 100 Prozent geben: ein guter Partner, Schwiegersohn und Geldverdiener sein. Irgendwie wollte ich es auch meinen Eltern und Schwiegereltern beweisen, von wegen seht her, wir machen das so viel besser als ihr. Doch dann kam die Realität dazwischen. Und zwar schon wenige Tage nach der Geburt unserer Tochter.
Die Schwangerschaft meiner Frau war eine wunderbare Zeit. Wir freuten uns so, sie hatte diesen Glow, den man schwangeren Frauen ja nachsagt. Natürlich war ich bei der Geburt dabei, nachdem meine Frau wegen Blasensprung bereits eine Woche in der Klinik bleiben musste. Um 20 Uhr ging es los. In den Wehenpausen sind wir gemeinsam durch den Kreißsaal getanzt und machten nervöse Scherze. Wir hatten das Gefühl, dass die Hebamme meine Frau nicht wirklich ernst nahm. Ständig lief sie aus dem Zimmer. „Was muss sie denn jetzt schon wieder Dringendes erledigen, Glühbirne austauschen?“ Mit solchen Sprüchen hielten wir uns über Wasser. Morgens um 4 Uhr war unsere Tochter dann da. Ein krasses Hoch. Wir durften noch einige Zeit im Kreißsaal bleiben, auch ich bekam unsere Tochter auf die nackte Brust gelegt. Dann kam meine Frau in ein Zweibettzimmer, ich fuhr allein durch die Nacht nach Hause und saß dann völlig gaga auf dem Sofa. Es war eine Mischung aus Freude, Übermüdung und Stolz. Ich musste sofort allen Bescheid sagen und tippte noch eine ganze Weile Nachrichten. Irgendwann schlief ich ein, aber nur für ein paar Stunden, dann fuhr ich wieder ins Krankenhaus.
Kaum war unsere Tochter da, fühlte ich mich als Vater infrage gestellt⬆ nach oben
Als meine Frau und unsere Tochter entlassen wurden, fuhr sie mich plötzlich an: „Geh mit der Babyschale nicht zu nah an der Baustelle vorbei, das ist doch viel zu laut.“ Und ich dachte mir: „What the fuck, was ist jetzt los?“
Szenen wie diese gab es von da an öfter, beim Wickeln, Anziehen, Füttern. Ständig hatte ich das Gefühl, infrage gestellt zu werden. Ich wünschte mir, dass sie mir einfach vertraute. Einmal badete ich meine Tochter. Statt die Zeit für sich zu nutzen und sich zu entspannen, stand meine Frau im Türrahmen und fragte, ob das Wasser auch nicht zu heiß sei. Ich hatte die Temperatur genauestens überprüft. Heute weiß ich, sie meinte das nicht böse, aber für mich hörte sich das an wie ein krasser Vorwurf, als würde ich unser Kind absichtlich verbrühen wollen.
Vor der Geburt stellte ich mir das so schön vor. Ich dachte, ich kümmere mich um das Baby und meine Frau kann auch mal in Ruhe im Café Cappuccino trinken. Wir haben die Rechnung ohne das Kind gemacht, denn das bevorzugte erst einmal meine Frau. Das habe ich als sehr frustrierend empfunden: Man bietet sich an, sagt: „Komm, leg dich hin, ich geh mit dem Kind um den Block“ und dann schreit es nur. Vorher dachte ich: Wir als Eltern geben die Regeln vor und das Kind macht schon mit. Wir haben die Kontrolle. Dabei bedeutet ein Kind den ultimativen Kontrollverlust.
„Ich glaube, du bist überfordert“⬆ nach oben
Etwa zehn Monate nach der Geburt meiner Tochter musste ich mir eingestehen: Ich hatte mein eigenes Leben nicht mehr im Griff. Ich war überfordert. Das erkannte ich aber erst, als ich bei meinem Hausarzt saß. Er sagte mir das sogar: „Ich glaube, du bist überfordert.“ Ich begriff, dass genau das meine verschiedenen Symptome verband: Ich war erschöpft, müde, unkonzentriert, aber auch ständig gereizt. Ich ging an die Decke, wenn meine Frau mal wieder einen Kommentar brachte, dass ich viel Alkohol trinken würde.
Ich glaube, viele Männer denken immer noch, dass ihre Vaterschaft sie nicht verändert. Sie denken, die Frau verändert sich, körperlich sowieso, aber auch mental, aber sie bleiben dieselben. Männer sind einfach immer noch oft schlecht darin, sich Schwäche einzugestehen.
Allerdings haben Frauen ja auch einen biologischen Vorsprung. Sie haben zehn Monate Vorlauf, sich auf die Elternschaft einzustellen. Schwangerschaft aus männlicher Sicht heißt eher: Schade, dass meine Frau jetzt nicht mehr mit mir auf den Berg kann. Eigentlich ist es schon lustig, wie wir die Augen vor der Veränderung verschließen. Und dann, bäm, ist das Kind da. Das ist alles nicht so leicht, wie ich mir das vorgestellt habe.
Ich war Hauptverdiener in den ersten drei Lebensjahren unserer Tochter. Das hatten wir so ausgemacht, weil das finanziell halbwegs tragbar war. Mit drei Jahren sollte unsere Tochter in den Kindergarten gehen. Dann wollte ich etwas zurückstehen und meine Frau beruflich wieder durchstarten. Wir schickten unsere Tochter aber ab zwei schon stundenweise in eine Spielgruppe. Wenn ich konnte, holte ich sie dort auch mal ab und übernahm die Nachmittage. Diese Zeit hatte meine Frau für sich, sozusagen als kleine Gegenleistung für die zwei Jahre Carearbeit, Schlafentzug und Stillen davor.
Finanziell konnten wir uns das zwar halbwegs leisten, weil meine Frau bis zur Geburt gut verdient hatte und ich den Höchstsatz des Elterngeldes bekam. Das Elterngeld meiner Frau streckten wir auf 24 Monate. Für den restlichen Lebensunterhalt im zweiten Lebensjahr kam ich auf; im dritten Jahr stand uns dann nur noch mein Gehalt zur Verfügung und meine Frau steuerte einen kleinen Teil ihrer Ersparnisse bei. Ich arbeitete komplett im Homeoffice. Das war ein großes Geschenk, denn so konnte ich alle Entwicklungsschritte meiner Tochter direkt miterleben. Aber wenn meine Tochter an der Tür rüttelte, unterbrach ich meine Arbeit. Wenn sie nachts schrie, stand ich häufig frustriert und aus Mitgefühl für meine Frau mit auf, obwohl ich am nächsten Tag arbeiten musste. Es ging nicht anders, wenn ich sie hörte, musste ich einfach reagieren. Im Rückblick kann ich das gar nicht mehr wirklich nachvollziehen.
Ich hatte mein altes Leben verloren⬆ nach oben
Die ersten etwa sechs Monate haben wir noch ganz gut hingekriegt. Doch dann waren unsere Energiereserven aufgebraucht. Meine Frau und ich bekamen uns immer öfter in die Haare. Streit war für uns das größte Gift für Körperlichkeit, das heißt, auch da lief es immer schlechter. Meine Frau kuschelte ja auch den ganzen Tag das Baby. Natürlich hatte sie nicht immer Lust, dann auch noch mit mir zu kuscheln. Irgendwann drückten wir uns nur noch zwischen zwei Terminen ein Bussi auf die Backe. Ich hatte mein altes Leben verloren und ein Stück weit auch meine Frau. Und ich wusste ja nicht, wie lange dieser Zustand anhalten würde. Erst heute weiß ich: Nach zwei bis drei Jahren normalisiert sich das wieder.
Um mit dem Stress klarzukommen, trank ich irgendwann jeden Abend Wein. Meine Frau sprach von einem „Alkoholproblem“, und ich war beleidigt. Dabei hatte sie recht.
Ich hätte mir gewünscht, schon damals viel mehr mit Freunden und Familie darüber sprechen zu können, wie anstrengend alles ist, wie die Partnerschaft leidet. Ich habe es immer wieder versucht, aber meist hieß es dann: „Ach Veit, du bist immer so negativ. Kinder sind das Wichtigste im Leben, es gibt nichts Erfüllenderes.“ Und ich dachte mir: Na klar, Kinder sind toll, da brauchen wir nicht drüber reden, aber ich bin doch auch noch da!
Ich hatte das Gefühl, allen anderen gehts super und nur ich kriegs nicht hin.
Ich musste lernen, meine Wünsche auszusprechen⬆ nach oben
Ein Freund hat mir vor einiger Zeit beim Bier in der Kneipe eröffnet, dass er auch ganz schön gekämpft, sich zerrissen gefühlt hat zwischen seiner Rolle als Hauptverdiener und der als Vater, mit dem schlechten Gewissen, dass er die Entwicklung seines Kindes nicht so eng verfolgen kann wie die Mutter. Ich war froh, dass er es angesprochen hatte. Gleichzeitig dachte ich mir: Warum sagt er mir das erst jetzt?
Es bräuchte sowieso viel mehr Austausch unter Vätern. Ich erlebe das jetzt, wenn ich andere Väter aus dem Kindergarten auf dem Spielplatz treffe. Mein Hausarzt meinte mal zu mir, dass wir eigentlich einen Väter-Yoga-Kurs gründen müssten, und mein Therapeut hat unsere Sitzung ab und an einfach als Selbsthilfegruppe für Männer mit lediglich zwei Teilnehmern bezeichnet. Solche Angebote gibt es bei uns in der Gemeinde bisher leider nicht, und sie dürften vermutlich auch kaum Zulauf bekommen, da Männer auf dem Land anders ticken.
Ich hab mir schon in der Vergangenheit punktuell therapeutische Hilfe gesucht und gute Erfahrungen damit gemacht. Daher war es für mich kein schwerer Schritt. Ich bin froh, dass ich schnell Hilfe gefunden habe. Wer weiß, ob sich mein Zustand sonst nicht zu einer ausgewachsenen Depression verschlechtert hätte.
Die Psychotherapie hat mir geholfen, besser mit Konflikten umzugehen. Das war nicht nur gut für meine Beziehung, sondern auch für meine psychische Gesundheit, schließlich braucht jeder Konflikt Energie, die dann anderswo fehlt.
Damit es mir besser geht, musste ich aber auch meine Denkweise ändern, meine Einstellung zu bestimmten Themen. Und ganz einfach besser auf mich achten. Das hieß erst einmal ganz banal: Ich fing an, mit Ohrstöpseln zu schlafen. Und ich trank weniger Alkohol, auch dadurch hat sich mein Schlaf verbessert. Ich weiß, viele finden es normal, sich jeden Abend mit einem Bier vor den Fernseher zu setzen. Das sollte aber nicht normal sein.
Meine Frau hat mir sehr dabei geholfen, meinen Alltag besser zu strukturieren. Sie war sehr streng. Abends sagte sie mir: „Du musst arbeiten. Deine Aufgabe ist es zu pennen und Geld zu verdienen. Ich kümmere mich nachts. Du kommst erst zum Mittagessen aus deinem Arbeitszimmer.“ Diese gesunde egoistische Abgrenzung musste ich mir erst antrainieren. Mein Therapeut half mir dabei, meine Wünsche und Bedürfnisse gegenüber meiner Frau besser zu kommunizieren und gleichzeitig besser darin zu werden, Kompromisse zu finden. Er hat mir da ganz konkrete Empfehlungen gegeben. Unsere Tochter ist eine schlechte Esserin, sie isst viel zu wenig. Meine Frau pochte daher auf Struktur: keine Snacks, dann hat das Kind auch Hunger bei den Mahlzeiten. Ich war mehr laissez faire. Hauptsache, sie isst überhaupt was. Mein Therapeut half mir, die Perspektive meiner Frau besser zu verstehen. Mit meiner Frau habe ich einen guten Dialog dafür gefunden, wenn sie etwas vermeintlich besser weiß – wie bei der Sache mit dem Badewasser. Mit meinem Therapeuten habe ich auch hier den Perspektivwechsel geübt. Das ist ein Automatismus, der ihr antrainiert wurde, und hat nichts mit mir zu tun. Dass das nicht böse gemeint war, hat mir meine Frau ohnehin immer wieder versichert.
Auch Väter tragen Mental Load. Meiner hat mich ausgebrannt⬆ nach oben
Mir ist völlig klar, dass Frauen mehr Mental Load übernehmen als Männer. Aber dass ich das Gefühl hatte, dass meine Frau mir nichts zutraute, führte dazu, dass ich mich ständig selbst überprüfte und verunsichert war. Ich musste nun gefühlt nicht nur dem Kind, sondern auch noch den Ansprüchen meiner Frau gerecht werden. Ich hätte mir gewünscht, dass sie mich einfach machen lässt: Und wenn ich die Windeln beim Spazierengehen vergesse, dann kaufe ich halt unterwegs welche. Bei jedem „Hast du auch daran gedacht“-Kommentar fühlte ich mich angegriffen. Es war, als würde ich nur To-do-Listen abarbeiten, die sie mir mündlich oder schriftlich per Whatsapp mitteilte. Es verletzte mich, in meiner Rolle als Vater nicht ernst genommen zu werden. Das war mein Mental Load als Vater und hat letztendlich mit dazu geführt, dass ich ausgebrannt bin.
Nicht immer schaffe ich es, die Strategien, die ich bei meinem Therapeuten gelernt habe, umzusetzen. Manchmal passiert es mir immer noch, dass ich Dinge runterschlucke, bis die Situation eskaliert. Wir sind beide sehr selbstbewusste Menschen, aber auch sehr emotional, vielleicht brauchen wir auch ein bisschen das Drama. Aber ich glaube, wir haben beide ein gutes Gefühl dafür, wann wir einen Punkt überschritten haben und stärker aufeinander zugehen müssen, etwa wenn einer von uns schreit: „Na, wenn du lieber alleine leben willst, dann geh doch!“
Mittlerweile gehe ich auch wieder laufen. Deutlich weniger als zuvor, aber wer sagt denn, dass jede Runde gleich zehn Kilometer sein müssen? Auch von solchen Selbstoptimierungsvorstellungen musste ich mich lösen.
Und schließlich habe ich in der Therapie gelernt, meine Idealvorstellungen mit der Realität abzugleichen. Eine Strategie war ganz einfach: Akzeptanz. Ich musste mir damals eingestehen: Es klappt aktuell eben nicht mit den 50:50, vielleicht sind wir jetzt gerade eher bei 70:30. Aber das heißt ja nicht, dass es ewig so bleiben muss.
Gleichberechtigt heißt nicht, dass beide immer alles gleich machen⬆ nach oben
Heute hole ich unsere Tochter an drei Tagen die Woche aus der Kita ab und meine Frau fokussiert sich wieder mehr auf ihre Arbeit. Das hätte ich gerne früher gewusst: Gleichberechtigt heißt nicht, dass beide zu jedem Zeitpunkt der Elternschaft alles gleich machen, sondern dass sich das auch über die Jahre ausgleichen kann. Aktuell machen wir beide ungefähr gleich viel, auch wenn ich es schwer finde, das genau zu beziffern. Um den Haushalt kümmern wir uns beide, ich putze meist das Bad und kümmere mich um die Küche. Ich koche und backe auch häufiger. Meine Frau ist eher zuständig, wenn es darum geht, unsere Tochter durch ihre Trotzphasen zu begleiten. Sie spielt auch häufiger mit ihr. Dafür schnappe ich sie mir dann mal am Wochenende und gehe mit ihr raus. Wir achten darauf, uns gegenseitig etwa gleich viel Freizeit einzuräumen. Ich bin dann in den Bergen unterwegs, meine Frau geht ihrer großen Leidenschaft nach, dem Schwimmen. Ein Problem dabei, man sieht sich als Paar recht selten allein.
Manchmal habe ich immer noch das Gefühl, es ihr nicht recht machen zu können, aber es ist deutlich besser geworden. Es ist ein Lernprozess und das Wichtigste ist, dass man sich dem überhaupt erst stellt. Ich glaube, viele Männer geben zu schnell auf und fügen sich dann eben wieder in die Rolle des Ernährers.
Wir sind bei unserem Plan geblieben: Mittlerweile ist meine Frau die Hauptverdienerin und ich Teilzeit-Hausmann. Das hat einiges an Druck für mich rausgenommen. Gleichzeitig ist die Teilzeit auch sehr anstrengend. Wenn man um 15 Uhr los muss, drängt die nächste Deadline umso mehr. Am liebsten verbringe ich die Nachmittage mit meiner Tochter draußen. Wir gehen auf den Spielplatz, fahren Fahrrad oder schauen uns die Segelflugzeuge auf dem Flugplatz an. Ich hasse schlechtes Wetter, denn ich spiele nicht gern drinnen. An Rollenspielen scheitere ich kläglich. Dafür bastele ich mit ihr und wir kochen und backen zusammen. Ich habe mal gelesen, es fördert die Entwicklung von Kindern, wenn sie selbst Dinge schaffen können. Ich bin schon eher der aktive Part, mit dem meine Tochter spielen will, der mit ihr rausgeht. Emotionaler Andockpunkt und kreativer Part ist nach wie vor meine Frau. Das war teilweise nicht so einfach, gerade zu Beginn, als ich angefangen habe, sie öfter abzuholen. Da war sie nach dem Kindergarten oft völlig durch und war es ja gewohnt, dass ihre Mutter sie beruhigt. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt, sie hat sich daran gewöhnt, dass ich da bin. Das Schöne ist: Sie verwechselt jetzt immer „Mama“ und „Papa“. Mal bin ich Mama, mal ist meine Frau Papa, je nachdem, wer zuletzt zuständig war. Da sind wir dann doch gleichwertige Bezugspersonen.
Protokoll: Nina Roßmann, Redaktion: Theresa Bäuerlein, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Sören Frey, Audioversion: Christian Melchert