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Bundestagswahl verstehen, Folge 13

Wie Deutschland endlich aus der Pflegekrise rauskommt

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Wer kümmert sich, wenn ein alter Mensch allein nicht mehr zurechtkommt? Das ist eine der wichtigsten Fragen unserer Gesellschaft.

In 15 Jahren könnten vier Millionen Menschen pflegebedürftig sein, errechnete eine Studie im Jahr 2018. Gleichzeitig fehlen schon jetzt etwa 200.000 Pfleger:innen: 100.000 in der sogenannten Akutpflege, also in Kliniken, und 100.000 in der Langzeitpflege, also in Pflegeeinrichtungen wie Altenheimen. Auch in der ambulanten Pflege fehlt Personal, das Angehörige dabei unterstützt, Menschen zu Hause würdevoll zu pflegen.

Bei Krautreporter sind einige Artikel erschienen, die die Missstände in der Pflege erklären (und Lösungen aufzeigen).

  1. Was wir tun müssen, damit Pflegekräfte endlich besser bezahlt werden, hat Lisa Becke in einem Artikel für Krautreporter aufgeschrieben.
  2. Warum es ein Problem ist, wenn wir die Kapazität der Krankenhäuser nur an der Zahl der freien Betten messen, habe ich in diesem Artikel beschrieben.
  3. Über die Arbeitsbedingungen in der Corona-Pandemie berichtet eine Pflegefachfrau in diesem Krautreporter-Text: Die Gesellschaft hat vergessen, dass Leben heilig ist.
  4. Der wahre Grund, warum Pflegekräfte aufgeben, ist vielen Menschen nicht bewusst. Es liegt in der Pflege weit mehr im Argen als Bezahlung und Arbeitsbedingungen.

Was also tun? Ich habe mit zwei Frauen gesprochen, die sich in beiden Welten auskennen – zwei Bundestagsabgeordnete, die eigentlich in ganz unterschiedlichen Lagern sitzen: eine bei den Grünen, eine in der CSU. Was sie eint, ist, dass beide vorher als Pflegerinnen gearbeitet haben – und dass sie sich gegenseitig schätzen, über den Parteigraben hinweg.

Kordula Schulz-Asche von Bündnis 90/Die Grünen und Emmi Zeulner von der CSU. Schulz-Asche ist seit 2013 Mitglied im Gesundheitsausschuss. Sie hat sechs Jahre als Pflegefachkraft gearbeitet, war einige Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert und ist ausgebildete Gesundheitsmanagerin. Zeulner ist ebenfalls seit 2013 Mitglied im Gesundheitsausschuss. Sie hat in der ablaufenden Legislaturperiode dazu beigetragen, dass Krankenhäuser für Pflege ein eigenes Budget bekommen. Beide sind pflegepolitische Sprecherinnen ihrer Parteien. Ob sie diese Arbeit fortsetzen, entscheidet sich nach der Wahl.

Ich wollte von ihnen wissen, wie wir die Pflegekrise an den drei Orten aufhalten können, an denen Pflege stattfindet – und an denen sich ganz unterschiedliche Herausforderungen stellen. Was muss sich in den Krankenhäusern tun, damit Pfleger:innen nicht mehr reihenweise kündigen? Wie können wir für menschenwürdiges Leben – und Arbeiten – in Heimen sorgen? Und was ist zu tun, damit pflegende Angehörige zu Hause nicht unter der Belastung zusammenbrechen?

Die Gespräche habe ich einzeln geführt.


1. Was soll sich in der Akutpflege ändern?

Pflegefachkräfte arbeiten im Krankenhaus an ganz unterschiedlichen Punkten der Patientenversorgung: im Operationssaal, auf Normalstationen und auf Intensivstationen. Sie versorgen Patient:innen, leiten Stationen, oder arbeiten in der Pflegedirektion. Viele von ihnen stehen jeden Tag vor der Aufgabe, den Fachkräftemangel zu verwalten und auszubaden: durch Überstunden, Überlastung und Frustration.

Emmi Zeulner, CSU: „Ich will nicht, dass die Leute auf die Straße gehen müssen“

„Die Herausforderungen in der Pflege sind enorm, deswegen müssen wir jetzt handeln. In vielen Bereichen müssen Pflegefachkräfte unter schwierigsten Bedingungen arbeiten. Wir brauchen eine Revolution in der Pflege.

Eine braun-haarige Frau mit breitem Lächeln.
Emmi Zeulner

© Abgeordnetenbüro Emmi Zeulner

Das Geld im Krankenhaus darf nicht mehr für irgendwelche Gerätschaften oder Investitionen für zum Beispiel neue Gebäude ausgegeben werden – während man an Pflegefachkräften spart. Nur, weil Personal viel kostet, darf man nicht hier am meisten sparen. Mit den Pflegepersonaluntergrenzen und dem Pflegebudget haben wir schon wichtige Weichen gestellt. Es wird aber noch mehr Möglichkeiten geben, mit denen die Krankenhäuser den individuellen Pflegebedarf feststellen können, nämlich mit einem krankenhausindividuellen Personalbemessungsinstrument.

Auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums wird erklärt, was Pflegepersonaluntergrenzen sind. Das Ärzteblatt beschreibt, was Pflegebudgets sind und erklärt die Probleme, die es damit gibt. Hintergrundinformationen zu den Personalbemessungsinstrumenten findest du in einem Artikel des Fachmagazins Klinik Management aktuell.

Ich will nicht, dass die Leute auf die Straße gehen und demonstrieren müssen. Die Pflegekräfte sollten sich nach Feierabend um sich selbst und ihre Familien kümmern können und nicht in den Arbeitskampf ziehen.

Geld allein wird das Problem nicht lösen. Wir müssen auch an die Strukturen ran. Das bedeutet konkret: Die Pflegeberufe müssen zusätzliche Kompetenzen und eine schlagkräftige Vertretung bekommen. Wir wollen eine Bundes-Pflegekammer einrichten, eine starke Berufsvertretung, die die Interessen der Pflege in den wichtigen Gremien des Gesundheitswesens vertritt. Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss vertreten ist und mitentscheidet – zusammen mit den Ärztevertretungen, Krankenkassen und Krankenhäusern. Diese Berufsvertretung muss straff organisiert sein, damit die Pflegerinnen und Pfleger auf den Stationen und in den Heimen auch hinter den Entscheidungen stehen. Und da muss gut kommuniziert werden, was die Vorteile einer Kammermitgliedschaft sind und wie sie die Arbeitsbedingungen konkret verbessert.“

Kordula Schulz-Asche, Die Grünen: „Patienten können nicht hopplahopp Freitagnachmittag entlassen werden, ohne Medikamente fürs Wochenende“

„Im Krankenhaus gibt es ein sehr hierarchisches System. Die Pfleger:innnen sind unter den Ärzt:innen angesiedelt.

Dabei wird oft vergessen: Pfleger:innen müssen auch Leiter:innen und Manager:innen sein, sie müssen mit Assistenz- und Hilfskräften zusammenarbeiten und komplexe personen- und patientenbezogene Aufgaben organisieren.

Eine blonde Frau mit Brille
Kordula Schulz-Asche

© Tom Schweers

In anderen Ländern hat man das schon lange erkannt. Der Pflegeberuf ist dort mehr wert und mehr Menschen sind deshalb bereit, sich zu qualifizieren und in der Pflege zu arbeiten. Pfleger:innen tragen dort mehr Verantwortung. Sie leiten Patient:innen durch den gesamten Aufenthalt im Krankenhaus und holen sich Ärzt:innen nur dann hinzu, wenn ärztlicher Bedarf besteht. Auch, wenn es um die Entlassung aus dem Krankenhaus geht, zurück in die Hände der Hausärzt:innen. Bei uns in Deutschland wird stattdessen über Formulare gestritten und darüber, wer fürs Bezahlen zuständig ist: Kranken-, Pflege- oder Rentenkasse.

Es passiert oft, dass Patienten hopplahopp Freitagnachmittag entlassen werden, ohne Medikamente fürs Wochenende – nur weil die Ärzt:innen aus dem Krankenhaus keine Arzneien für zu Hause verschreiben können. Wenn man es ernst meint mit der verantwortlichen Begleitung des Patienten durch den gesamten Prozess der Behandlung, dann muss da eine Regelung her, die für die Patient:innen gut funktioniert.

Es gibt Krankenhauskonzerne, die bereits patientenorientiert denken und handeln. Ärzt:innen und Fachärzt:innen behandeln natürlich bestimmte Krankheiten, aber den Prozess während eines Krankenhausaufenthalts bis zur Entlassung begleiten Pflegefachkräfte.

Dazu muss es einheitliche Fort- und Weiterbildungen geben, die Leistungen müssen auch mit den Krankenkassen abgerechnet werden können, und es muss unterschiedliche Qualifikationsgrade geben, die unterschiedlich bezahlt werden. Ohne Assistenzkräfte wird es nicht gehen. Alle Berufe sollten im Krankenhaus als Team zusammenarbeiten – auf Augenhöhe.“

2. Sprechen wir über Altenpflege und Pflegeheime. Wo müssen wir hier ansetzen?

Immer dann, wenn Pflege für Angehörige zu komplex wird oder wenn Zeit und Umstände es der Familie nicht erlauben, sich selbst zu kümmern, kommen Pflegeheime ins Spiel. Auch jüngere Menschen leben manchmal in Pflegeeinrichtungen, zum Beispiel, wenn sie wegen einer Behinderung betreut werden müssen.

In der Langzeitpflege wird oft versucht, den Fachkräftemangel mit Pflegehelfer:innen und Fachkräften aus dem Ausland auszugleichen. Die Bezahlung liegt auch schon mal unter der Mindestlohngrenze.

Kordula Schulz-Asche, Die Grünen: „Anderswo ist Pflege ein Studiengang“

„Ich kenne ein jordanisches Paar, beide sind Krankenpfleger und leben in Frankfurt am Main. In Jordanien studieren Ärzt:innen, Pharmazeut:innen und Pfleger:innen drei Jahre lang gemeinsam an der Universität. Erst danach qualifizieren sie sich weiter in die entsprechende Richtung. Wenn die beiden sich hier bewerben, werden sie gern genommen. Auf dem deutschen Markt – mit in Deutschland ausgebildeten Pflegekräften – gibt es so hochqualifizierte Leute gar nicht. Der Haken ist: Die beiden dürfen hier nicht eigenverantwortlich arbeiten, so wie sie es in Jordanien gelernt haben.

Wir sind hier noch lange nicht auf dem Standard eines Bachelorabschlusses, insbesondere in der Altenpflege. Das ist eine Katastrophe. In anderen Ländern legen Altenpfleger:innen Zugänge für Infusionen und Katheter. Bei uns dürfen sie das alles nicht. Wir haben in manchen Pflegeheimen die absurde Situation, dass sich die Pflegekräfte hauptsächlich im Stationszimmer aufhalten oder Körperfunktionen messen und die in irgendwelche Blätter eintragen. Vielleicht machen sie noch medizinische Behandlungspflege, versorgen zum Beispiel Wunden. An den wirklich interessanten Prozessen sind sie aber nicht beteiligt: dafür sorgen, dass Menschen wieder selbstständig aus dem Bett kommen, Gedächtnistraining oder Aktivierung anleiten, auch mit digitalen Anwendungen, wie zum Beispiel Bewegungsanreizen mithilfe von Spielekonsolen. Alles, was Entwicklung der Pflegebedürftigen fördert, was Erfolgserlebnisse bringt, wird von Assistent:innen oder Betreuer:innen gemacht. Das ist eine skandalöse Deprofessionalisierung des Pflegeberufs.

In vielen Pflegeheimen ist alles nur noch aufs Abhaken ausgelegt: Wie viele Waschvorgänge schafft man in zwei Stunden? Das ist Fließbandarbeit.“

Emmi Zeulner, CSU: „Pflege ist Beziehungsarbeit“

„Es gibt in der Pflege einen Vertrauensverlust. Die Frage ist für mich, wie man schnell etwas erreicht, das auch direkt in den Einrichtungen spürbar ist. Ich schlage vor, den medizinischen Dienst in großen Teilen abzuschaffen. Wir haben für die Pflegeheime schon eine Kontrollinstanz: die Heimaufsicht. Es sind zwar Möglichkeiten geschaffen worden, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Trotzdem nimmt er überhand, weil die Sorge unter den Pflegekräften vor strenger Kontrolle groß ist. Die Entlastung ist deshalb nicht spürbar. Diese Bürokratie sollte schon in den ersten 100 Tagen der neuen Legislaturperiode abgebaut werden.

Weil qualifizierte Pfleger:innen fehlen, geht es in den Heimen nicht ohne Hilfskräfte. Das ist in Ordnung, so lange dadurch nicht an den Fachkräften gespart wird.

Dazu kommt: Eigentlich lebt die Langzeitpflege in Pflegeeinrichtungen davon, dass Beziehungen aufgebaut werden. Das geht schief, wenn man unter Zeitdruck steht und nur noch zusieht, dass am Ende der Schicht alle Bewohner satt und sauber sind. Das ist viel zu wenig.

Eine Hoffnung ist der Tarifvertrag. Ab September 2022 dürfen die Pflegekassen nur noch mit Einrichtungen arbeiten, in denen nach Tarif bezahlt wird. Die Verhandlungen für einen einheitlichen, flächendeckenden Tarifvertrag waren leider Anfang des Jahres gescheitert. Wir hoffen aber noch, dass es die Branche bis dahin schafft.“

3. Ohne die Familien geht es nicht. Was muss sich tun, damit pflegende Angehörige nicht ausbrennen?

Die Pflege zu Hause besteht aus vielen Aufgaben, je nachdem, wie hilfsbedürftig der oder die Angehörige ist. Deshalb lässt sie sich eigentlich sehr gut auf viele Schultern verteilen, auf ein Netzwerk aus Profis und geschulten Laien. So ein Netzwerk bildet sich jedoch nicht von allein. Und jemand muss sich darum kümmern, dass das Kümmern klappt.

Emmi Zeulner, CSU: „Wir brauchen Familienmitglieder und Nachbarn – und das Ehrenamt“

„Es gibt die Vorstelllung, dass Pflege hauptsächlich aus Waschen und Essen anreichen besteht. Darauf ist auch die Bezahlung ausgerichtet. In der sogenannten Minutenpflege wird festgelegt, wie viel Zeit für bestimmte Handlungen vorgesehen ist. Für die ambulanten Dienste ist es sehr praktisch, die Arbeit von Pflegerinnen und Pflegern so abzurechnen – aber es greift viel zu kurz. Eigentlich sind sich alle Expert:innen einig, dass das problematisch ist und auch das Gesetz sieht gar nicht vor, dass so abgerechnet werden muss. Trotzdem bewegt sich in diesem Punkt wenig.

Wir müssen trotz demografischem Wandel und Fachkräftemangel menschenwürdige Pflege hinkriegen. Nicht nur die Politik, die Kommunen und die Landkreise haben da eine klare Aufgabe – auch jede und jeder Einzelne. Es glaubt doch niemand, dass man den gesamten Pflegebedarf allein mit professionellen Pflegekräften hinbekommt. Da braucht es Familienmitglieder und Nachbarn – und das Ehrenamt. Jeder Pflegebedürftige soll in jeder Phase der Pflegebedürftigkeit seinen ‚Koffer voller Pflege‘ dorthin mitnehmen können, wo er gerade versorgt wird: daheim, in einer WG, im betreuten Wohnen oder in einer stationären Einrichtung.

Im Moment könnten wir sogar noch Ressourcen sparen und für die tatsächliche Pflege am Patienten nutzen. Auch gibt es viele teure Doppelstrukturen. Ich kann mir zum Beispiel nicht erklären, warum eine Pflegefachkraft vom ambulanten Pflegedienst manchmal zwei Stunden pro Schicht mit dem Auto von A nach B fährt.

Es wäre doch viel besser, wenn es vor Ort Community-Health-Nurses gäbe – früher hieß das Gemeindeschwester oder auch Quartierspflege –, die schaut, wie viele Pflegebedürftige es im Ort gibt und die Pflege plant. Diese Pflegerkräfte würden sich nur um die Menschen vor Ort kümmern müssen und wären nicht 30 Kilometer weiter für noch jemanden zuständig. Vielleicht könnten sie dann sogar mit dem Fahrrad fahren.

Die Kommunen haben dabei eine große Verantwortung. Dort müssen die Pflegestützpunkte angesiedelt sein, am Landratsamt oder am Rathaus, sodass eine direkte Kopplung zwischen den Menschen, den Behörden und den Versorgern da ist, wie zum Beispiel dem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung.

Eine wichtige Frage ist, wie sich Berufstätigkeit und Pflege vereinbaren lassen. Ich will, dass wir dabei so denken, wie wir es bei den Kindern tun. Für sie kann man sich Elternzeit nehmen – ich möchte, dass man auch in Pflegezeit gehen kann. Dafür braucht man ähnliche Regelungen.

Das wäre auch die Aufgabe des Ministeriums gewesen, das für Senioren zuständig ist. Da hätte ich mir mehr als das, was ich in den vergangenen vier Jahren gesehen habe. Als pflegender Angehöriger kann man sich zwar für sechs Monate von der Arbeit freistellen lassen, aber das ist an sehr viele Bedingungen geknüpft und das muss man sich auch leisten können. Da gibt es definitiv in der nächsten Legislaturperiode einiges zu tun.“

Die aktuellen Regelungen zur Pflegezeit sind auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums nachzulesen.

Kordula Schulz-Asche, Die Grünen: „Der Mensch muss in den Mittelpunkt – das darf kein blöder Spruch bleiben“

„Mir liegen die Angehörigen sehr am Herzen. Aber ich höre oft von ihnen: Wir pflegen kostenlos – warum fordert ihr für die Pflegeberufe mehr Geld? Ich frage dann zurück: Habt ihr gelernt, wie man Gelenkversteifungen verhindert oder die typischen Wunden am Steiß, die durch die Bettlägerigkeit verursacht werden? Und wenn ja, wo habt ihr das denn gelernt? Die Antwort ist dann immer: Das macht die Pflegefachkraft. Dieser Kompetenzunterschied geht oft unter. Pflege ist eben nicht gleich Pflege.

Dieses Missverständnis hat sich verschärft, als die sogenannte Pflegeversicherung eingeführt wurde. Sie finanziert ja im Wesentlichen keine eigentliche Fachpflege, sondern Betreuung, Assistenz und Hauswirtschaft. Also nicht die Arbeit von qualifizierten Pfleger:innen.

Es geht aber auch nicht nur um Krankheit und Gebrechlichkeit. Es geht auch darum, wie ein gutes Leben aussehen kann, wenn ich nicht mehr alles selbstständig machen kann. In Dörfern, wo viele alte Menschen wohnen, braucht man einen Raum zur Begegnung. Pflege ist dabei nur eins von vielen Themen. Es sollte auch um Teilhabe gehen und Gemeinschaft gelebt werden.

Wir werden in den nächsten 40 Jahren eine demografische Krise durchlaufen. Erst wenn die Babyboomer sterben, wird sich diese dramatische Situation ändern. Ich gehöre auch dazu, deshalb darf ich das vielleicht so sagen.“


Redaktion: Thembi Wolf, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Till Rimmele, Audioversion: Iris Hochberger und Christian Melchert

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