POTUS

Barack Obama von A bis Z

etwa 17 Min. Lesedauer

Affordable Care

Inoffiziell: „Obamacare“. Ganz offiziell: „Patient Protection and Affordable Care Act“ (PPACA).

Europa findet es relativ normal, dass alle Menschen krankenversichert sind, die USA aber spaltet diese Frage wie kaum eine andere – vor allem entlang der Parteilinien. Während rund drei Viertel der Demokraten die Gesundheitsreform, an der Obamas Regierung jahrelang gebastelt hat, unterstützen, sind 85 Prozent der Republikaner strikt dagegen („Sozialismus!“).

Im Kern besagt das umstrittene Gesetz – das als Obamas großes Vermächtnis gesehen wird – dass jeder US-Amerikaner krankenversichert sein muss. Entweder über eine individuelle Versicherung oder (wie in den USA häufiger als in Europa üblich) über seinen Arbeitgeber. Im Wahlkampf 2012 kündigte der republikanische Kandidat Mitt Romney an, das Gesetz im Fall seines Wahlsieges wieder kassieren zu wollen – obwohl er selbst als Gouverneur von Massachusetts eine ganz ähnliche Gesundheitsreform angestoßen hatte.

Auch Obamas Nachfolger Donald Trump will PPACA komplett widerrufen und ersetzen. Das kündigte der designierte Präsident jedenfalls auf seiner ersten Pressekonferenz am 12. Januar an. Unmittelbar nach der Wahl hatte es kurzzeitig geheißen, die Trump-Regierung würde das Gesetz nun doch nur modifizieren wollen. Beobachter sind allerdings skeptisch, ob es so einfach werden wird, „Obamacare“ wieder abzuschaffen und durch etwas Besseres zu ersetzen.

Birther

Anhänger einer Verschwörungstheorie, die Barack Obamas Staatsangehörigkeit anzweifeln (→ Hawaii)

Chicago

Ausgangsort von Obamas politischer Karriere. Nach seinem Studium kehrte Obama 1992 nach Chicago zurück, wo er vorher Mitte der Achtzigerjahre bereits eine Weile gelebt hatte. Dort unterstützte er Bill Clinton bei dessen Wahlkampfkampagne (→ Demokraten) und arbeitete als Bürgerrechtsanwalt. 1996 wurde Obama in den Senat von Chicago gewählt und betätigte sich dort vor allem in der Gesundheits- und Sozialpolitik. 2004 gewann Obama mit einem Rekordergebnis die Senatswahl im Bundesstaat Illinois und wurde damit landesweit bekannt. Seinen Sitz als Senator gab Obama im November 2008 auf, nachdem er die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte.

Demokraten

Barack Obama wurde 1992 Mitglied der demokratischen Partei. Im Vorwahlkampf um deren Präsidentschaftskandidatur lieferte er sich im ersten Halbjahr 2008 einen erbitterten Kampf mit der ebenfalls angetretenen Hillary Clinton. Nachdem Obama die Mehrheit der Delegierten für sich gewonnen hatte, beendete Hillary Clinton ihre Kampagne und stellte sich hinter Obama: „Kinder heute wachsen in dem Wissen auf, dass ein Afro-Amerikaner oder, ja, auch eine Frau Präsident der Vereinigten Staaten werden können“, sagte sie in einer Rede vor ihren Anhängern.

Exit Memo

Einen Abschiedsbrief an das amerikanische Volk hat Barack Obama ganz zeitgemäß nicht nur auf whitehouse.gov veröffentlicht, sondern auch auf der Plattform Medium. Die sogenannten Exit Memos der verschiedenen Kabinettsmitglieder der Obama-Regierung kann man hier lesen.

Familie

Den meisten Amerikanern sind „family values“ wichtig. Ein Junggeselle wurde deshalb mit James Buchanan (1857 bis 1861) nur ein einziges Mal zum Präsidenten gewählt. Trotzdem gab es wenig derartige Vorzeigefamilien im Weißen Haus wie die Obamas: Ehefrau Michelle pflanzte einen Gemüsegarten an und wurde von Fotografen Pete Souza (→ Linse) regelmäßig in trauter Zweisamkeit mit dem „mächtigsten Mann der Welt“ gezeigt. Seinen beiden Töchtern Malia Ann und Natasha versprach Obama noch in seiner Siegesrede, die beiden dürften mit einem Hundewelpen ins Weiße Haus einziehen. „First Dog“ Bo, ein Portugiesischer Wasserhund, zog allerdings erst etwas verspätet ein, da eine Hundehaarallergie bei Malia bei der Auswahl der Rasse mit in Betracht gezogen werden musste. 2013 komplettierte ein zweiter Portugiesischer Wasserhund namens „Sunny“ die First Family.

Guantanamo

Als Barack Obama 2007 begann, für das Präsidentschaftsamt zu kandidieren, war mit seinem Versprechen, im Fall eines Sieges das Internierungslager Guantanamo Bay auf Kuba zu schließen, nicht alleine: Sowohl sein republikanischer Konkurrent John McCain als auch die Mitbewerberin der Demokraten Hillary Clinton verkündeten damals ähnliche Pläne. Wie wichtig Obama das Anliegen war, stellte dieser nach seinem Einzug ins Weiße Haus unter Beweis: Gleich am zweiten Tag seiner Amtszeit versprach er, das Gefängnis binnen eines Jahres aufzulösen. Dass es ihm in den acht Jahren seiner Präsidentschaft nicht gelungen ist, diese Zusage einzulösen, ist für viele seiner Kritiker sein größtes Versagen. Obama selbst hat meist die fehlende Unterstützung des Kongresses dafür verantwortlich gemacht, doch ein ausführliches und lang recherchiertes Stück im New Yorker legt nahe, dass es zahlreiche Bereiche der Regierung, aber vor allem das US-Verteidigungsministerium waren, die die Schließung über Jahre verhindert haben. Immerhin haben sich die rechtlichen und humanitären Bedingungen der Gefangenen allem Anschein nach ein wenig verbessert. Außerdem gelang es Barack Obama, die Zahl der Inhaftierten von 242 bei seinem Amtsantritt auf 59 (Stand: 21.12.2016) zu verringern, weitere 19 sollen noch in letzter Minute vor der Amtsübergabe (Mitternachtsvorschriften) entlassen werden. Obamas Nachfolger Trump hat hingegen explizit erklärt, Guantanamo nicht schließen und die Gangart dort eher noch verschärfen zu wollen („I would bring back waterboarding, and I’d bring back a hell of a lot worse than waterboarding“, kündigte er im Wahlkampf beispielsweise an. „Don’t tell me it doesn’t work - torture works.“)

Hawaii

Artikel 2 der US-Verfassung besagt, dass nur Präsident werden kann, wer seit der Geburt amerikanischer Staatsbürger ist. Seit dem Wahlkampf 2008 entspann sich daraufhin eine Verschwörungstheorie, die besagt, dass Obamas Geburtsurkunde gefälscht sei und er in Wirklichkeit – statt im US-Bundesstaat Hawaii – in Kenia geboren sei. Obwohl Obama sowohl seine beglaubigte Geburtsurkunde als auch Dokumente des Hawaiianischen Gesundheitsministeriums vorlegte (und Geburtsanzeigen in Hawaiianischen Tageszeitungen von 1961 vorliegen), zweifelte bei einer Umfrage im Jahr 2010 rund ein Viertel der US-Amerikaner an seiner Staatsbürgerschaft.

Der Begriff „natural born citizen“ ist in der Verfassung selbst nicht exakt definiert. Er wird aber heute meist so interpretiert, dass man entweder in den USA geboren sein muss – oder zum Zeitpunkt der Geburt, falls diese außerhalb der USA passiert, amerikanischer Staatsbürger sein, also US-amerikanische Eltern haben muss.

https://www.youtube.com/watch?v=Tu665uy6nNA

Inhalieren

In seiner Biographie „Dreams From my Father“ schreibt Barack Obama, Marihuana und Alkohol (und „vielleicht ein bisschen Koks, wenn genug Geld da war“) hätten ihm als Teenager geholfen, „nicht darüber nachdenken zu müssen, wer ich war“. Im Gegensatz zu Bill Clinton, der noch behauptet hatte, „I did not inhale“, war Barack Obama deutlich freimütiger, was seinen jugendlichen Drogenkonsum angeht: „Ich habe inhaliert“, sagte er in einem Interview. „Genau darum ging es ja.“

Jay-Z

Fünf von zahllosen Hip-Hop-Zitaten über den ersten afro-amerikanischen Präsidenten – nicht ausschließlich positiv:

  • "I rock with Obama, but I ain't no politician" (Jay-Z – Jockin’ Jay-Z)
  • "Tell him I'm doin' fine, Obama for mankind / We ready for damn change so y'all let the man shine" (Young Jeezy – My President)
  • "Why is Bush acting like he trying to get Osama? Why don't we impeach him and elect Obama?" (Jadakiss ft. Common, Styles P & Nas – Why)
  • "Gaza strip was getting bombed, Obama didn’t say shit" (Lupe Fiasco – Words I Never Said)
  • "Martin Luther walked so Barack Obama could run. Barack Obama ran so all the children could fly." (Jay-Z – My President is Black)

Körbe

Um vom amerikanischen Wahlvolk nicht als zu abgehoben und elitär wahrgenommen zu werden, ist es für jeden US-Präsidenten wichtig, Bodenständigkeit zu beweisen. Am besten über ein Hobby, das auch dem „average Joe“ sympathisch und vertraut ist. Richard Nixon war ein begeisterter Bowling-Spieler, George Bush senior stellte regelmäßig seine Angelleidenschaft unter Beweis und Bill Clinton hatte nicht nur sein Saxofon, sondern ging auch regelmäßig auf offener Straße joggen (und brachte damit seine Leibwächter zur Verzweiflung). Obamas Hobby ist Basketball. Doch kein Präsident vor ihm setzte Sport so gezielt und effektiv ein – so urteilt zumindest Sportjournalist Alexander Wolff in seinem Buch „The Audacity of Hoop: Basketball and the Age of Obama“. Obama ließ den Tennisplatz des Weißen Hauses in einen Basketballplatz umbauen und warf bei Truppenbesuchen im Irak lässig von der Drei-Punkte-Linie. Bei Spielen mit Kongressabgeordneten, Regierungsmitarbeitern oder dem Besuch von Profispielern habe er stets darauf bestanden, nicht geschont zu werden, so Wolff. Erst im Laufe seiner zweiten Amtszeit trat Obama in Sachen Basketball kürzer – und verlagerte sich auf den Sport des Establishments: Golf.

Linse

Rund 2 Millionen Fotos hat der Fotograf Pete Souza in den 8 Jahren der Präsidentschaft Obamas von ihm gemacht. Souza, der portugiesischer Abstammung ist, war schon von 1983 bis 1989 der Cheffotograf des damaligen Präsidenten Ronald Reagan. Danach arbeitete er als Fotojournalist unter anderem für National Geographic, Chicago Tribune und Life. Souza berichtete über Barack Obamas Aufstieg in Chicago und im US-Senat und wurde nach dessen Wahl zum Präsidenten dessen offizieller Fotograf. Souzas wohl berühmtestes Foto zeigt Obama neben Vizepräsident Joe Biden, Brigadegeneral Marshall B. Webb und Hillary Clinton im „Situation Room“ während der Mission am 1. Mai 2011, die zum Tod von Osama Bin Laden führte. Eine Zusammenstellung von Souzas Fotos aus acht Jahren Obama-Präsidentschaft gibt es bei „The Atlantic

Mitternachtsvorschriften

Politjargon für Gesetze, die ein Amtsinhaber in letzter Minute erlässt, um seinem Nachfolger den Start zu erschweren oder das eigene politische Erbe so gut es geht zu schützen. Einerseits ist ein solches Vorgehen üblich, auch unter scheidenden US-Präsidenten. Barack Obama soll jedoch deutlich mehr solcher Vorschriften erlassen haben als seine Vorgänger, kritisierte unter anderen das Wall Street Journal: „Barack Obama war nie für seine Bescheidenheit bekannt“, kommentiert dort Kimberley A. Strassel bissig, „doch selten ist diese Würdelosigkeit so deutlich geworden wie in seinen letzten Stunden im Amt. Das Volk hat seine Agenda abgelehnt. Was ist die Antwort des Präsidenten? Dem Volk mehr von dieser Agenda in den Rachen zu stopfen.“ Andere Beobachter sehen das Vorgehen weniger kritisch, auch vor dem Hintergrund, dass Obamas Nachfolger Trump einen republikanischen Kongress im Rücken und damit sehr viel Handlungsspielraum hat. Bereiche, in denen Obama Mitternachtsvorschriften erlassen hat, sind unter anderem der Offshore-Abbau von Erdöl und Erdgas und eine strengere Kontrolle von privaten Hochschulen. Mit letzterem hat Obamas Nachfolger durch seine „Trump Universities“ ja durchaus Erfahrung.

New Yorker

David Remnick, Chefredakteur des US-Magazins, hat Barack Obama in den Wochen vor und nach der US-Wahl im November begleitet. Herausgekommen ist dabei ein brillanter Text, der herausragende Einblicke in den Wahlkampf, die Maschinenräume des Weißen Hauses und die Gedankenwelt Barack Obamas präsentiert. „Es war unvermeidbar, dass irgendwann ein Präsident kommen würde, der aussieht wie ich“, sagt Obama in dem Text, nachdem klar ist, dass die Demokraten die Wahl verloren haben. „Es hätte sein können, dass er Gonzalez heißt statt Obama, aber es war klar, dass es irgendwann passieren würde. Und vielleicht ist es 20 Jahre früher passiert, als die Demografen es erwartet haben, und war dadurch überraschender. Das Land musste das erst verarbeiten und sich anpassen und dadurch ist zweifellos mehr Angst entstanden als wenn 20 Jahre später passiert wäre. Es hat bei einem Teil der Bevölkerung eine stärkere Reaktion hervorgerufen als es in 20 Jahren der Fall gewesen wäre. Und das ist verständlich.“

Wenn Sie nur einen einzigen der in diesem „A bis Z“ verlinkten Texte lesen, dann bitte den von David Remnick.

Osama Bin Laden

Im August 2010 stieß der US-Geheimdienst CIA auf eine Spur, die nahelegte, dass sich Osama Bin Laden in einem stark gesicherten Grundstück im pakistanischen Abbottabad befand. Ende 2010 ordnete Barack Obama an, militärische Optionen für einen Angriff auf das Anwesen zu prüfen. Im März 2011 entschied sich Barack Obama gegen eine gemeinsame Mission mit Pakistan, laut seinen Beratern vor allem aus Angst, die Pläne könnten auffliegen und Bin Laden die Flucht ermöglichen. Lange Zeit wurde zwischen einem reinen Luftschlag und einem Angriff auf dem Boden abgewägt. Barack Obama entschied schließlich, den Angriff durch die Naval Special Warfare Development Group, auch bekannt als „Team Six“ der Navy Seals durchführen zu lassen. Eine ausführliche Beschreibung der Mission liefert der New-Yorker-Artikel „Getting Bin Laden“. Der Investigativjournalist Seymourh Hersh zweifelte die offizielle Version der Geschichte jedoch an und behauptete in seinem Artikel „The Killing of Osama bin Laden“ im London Review of Books, Bin Laden sei ein Gefangener der pakistanischen Regierung gewesen und diese habe von der Mission sehr wohl gewusst. Eine ausführliche Schilderung der Geschehnisse aus erster Hand hat das US-Magazin „Esquire“, dem es gelang, mit dem SEAL-Veteranen Robert O’Neill zu sprechen, der Bin Laden tötete und die mangelnde Unterstützung der US-Regierung für sich und seine Familie beklagt.

POTUS

Abkürzung für „President of the United States“. Auf Twitter war Barack Obama seit 2015 @POTUS unterwegs. Dieser Account wird am 20. Januar mit dem offiziellen Amtsantritt an Obamas Nachfolger und notorischen Vieltwitterer Donald Trump übergeben. Inklusive aller Follower (derzeit rund 11 Millionen), jedoch mit leerer Timeline. Obamas Tweets aus seiner Amtszeit werden in den Account @POTUS44 transferiert und dort archiviert. Das gleiche gilt für Accounts wie @FLOTUS (First Lady) oder @VP (→ Vizepräsident) und für die Accounts auf anderen Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube.

Quotes

Drei Zitate zur Erinnerung:

Ruhe

Eine von Obamas größten Stärken. Egal, wie grotesk die Anwürfe (→ Hawaii, → Universitäten), Obama ließ sich nie sichtbar aus der Ruhe bringen. Selbst als ihn der insgesamt eher streitsüchtige philippinische Präsident Rodrigo Duterte als Hurensohn bezeichnete, reagierte er besonnen: „He’s a colorful character“, so sein nonchalanter Kommentar. Das geplante Treffen ließ er dennoch absagen.

Salzmandeln

Exakt sieben „leicht gesalzene“ Mandeln verzehre Barack Obama bei seinen nächtlichen Arbeitssitzungen, nachdem Frau und Kinder zu Bett gegangen seien und er alleine im Weißen Haus an seinen Reden arbeite. So vermeldete es die New York Times unter dem Titel „Obama After Dark“ im Juli 2016 in einem insgesamt sehr lesenswerten Artikel. Kein Koffein, aber immer genau sieben Mandeln – wie diszipliniert! Aber auch: leicht zwanghaft, oder? Warum lässt sich der Mann nicht mal gehen und isst vielleicht eine achte? Wer zählt ihm die Mandeln ab? Am Ende kam heraus: Alles nur ein Witz, den der NYT-Reporter nicht als solchen erkannt hatte. Die Salzmandeln stimmen wohl, nicht aber die exakt abgezählten sieben. Viel lieber und maßloser isst Obama aber nach eigenen Angaben Tortilla-Chips mit Guacamole.

TV-Serien

Wie so gut wie alle seiner Zeitgenossen ist auch Barack Obama großer Fan gutgemachter Fernsehserien. Nachdem Folgen der HBO-Serie „Game of Thrones“ mehrfach vor der Ausstrahlung im Netz verbreitet worden waren, entschieden sich die Macher, keinerlei Vorabepisoden („Screener“) mehr an die Presse rauszugeben. Der angeblich einzige Mensch der Welt, der neue Folgen vorab zu sehen bekam, war Barack Obama. Das sagten zumindest die Verantwortlichen der Serie. Eine andere Serie, die Obama regelmäßig schaut: das Netflix-Politdrama „House of Cards“. Das wahre Leben in Washington sei allerdings weitaus langweiliger als die Fernsehversion: „Wenn die Kamera mir folgen würde, sähe man mich die meiste Zeit in einem Raum sitzen und ein paar Typen in grauen Anzügen zuhören. Gutes Fernsehen sieht anders aus.“

Universitäten

Barack Obama studierte von 1979 bis 1981 am Occidental College in Los Angeles, einem privaten Liberal-Arts-College. Ähnlich der Verschwörungstheorie um seine Geburtsurkunde machte später das Gerücht die Runde, Obama habe dort ein Stipendium als Auslandsstudent aus Indonesien erhalten. Obwohl Donald Trump 2012 eine Spende von 5 Millionen Dollar versprach, wenn jemand die entsprechenden Unterlagen öffentlich machen würde, wurde das Gerücht nie bestätigt. Von 1981 bis 1983 studierte Obama an der Columbia University in New York City und machte dort seinen Bachelor-Abschluss in Englischer Literatur und Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen. 1988 begann Obama ein Studium an der Harvard Law School und war dort zuerst Redakteur und später Herausgeber der Fachzeitschrift Harvard Law Review. 1991 machte er seinen Abschluss mit der Abschlussnote magna cum laude.

Interesse an "joe biden"

Screenshot: Google trends

Vizepräsident

Armer Joe Biden. Vizepräsidenten stehen so oder so nicht andauernd im Rampenlicht, neben Charisma-Bombe Obama sieht man gleich noch ein wenig blasser aus. Nur gegen Anfang der ersten und gegen Ende der gemeinsamen zweiten Amtszeit rückte Joe Biden in den Fokus, wie die Google-Trends-Grafik zeigt. Nach der Wahl am 8. November 2016 waren es vor allem Memes über die Übergabe des Weißen Hauses an Donald Trump, die über Biden kursierten.

Der kleine Ausreißer in der Grafik im Herbst 2015 steht für die Phase, in der darüber spekuliert wurde, ob Biden als Kandidat für die Wahl 2016 antreten würde. Was er dann letztlich nach langen Überlegungen nicht tat.

https://www.youtube.com/watch?v=gAnMYuQhocE

WTF

„Das ist ein großer Tag für mich, unser Land und meine Katzen.“ Mit diesem Kommentar fasste der Comedian Marc Maron im Juni 2015 zusammen, was es für ihn bedeutete, den damaligen US-Präsidenten zu Gast in der Garage zu haben, in der Maron seinen Interviewpodcast „WTF“ aufzeichnet. Sehr lustig und sympathisch berichtet Maron vor der Sendung, die man hier anhören kann, von den Hintergründen und Vorbereitungen. Das Interview selbst ist sehr persönlich und hörenswert. Zwei Tage nach dem Anschlag in der Kirche von Charleston aufgenommen, widmet es sich ausführlich den Themen Rassismus und Waffengewalt. „Rassismus – wir sind noch lange nicht davon geheilt“, sagt Obama im Interview. „Und dabei geht es nicht darum, ob es unhöflich ist, in der Öffentlichkeit 'Nigger' zu sagen. Das ist nicht der Maßstab, an dem wir messen, ob Rassismus noch existiert. Es geht nicht nur um öffentliche Diskriminierung. Gesellschaften vergessen nicht einfach über Nacht das, was die letzten zwei- oder dreihundert Jahre zuvor passiert ist.“

Ebenfalls sehr lohnenswert: die Folge-Episode des Podcasts, unmittelbar aufgezeichnet nach dem Interview. Hier rekapituliert Maron – hörbar mitgenommen und den Tränen nahe – was da gerade passiert ist. Anstatt abgeklärt so zu tun, als sei das alles völlig normal, lässt Maron in einer Art stream of consciousness seinen Gedanken, Zweifeln und Emotionen freien Lauf und kommt unter anderem zu dem Schluss: „Jetzt bin ich der Typ, bei dem damals der Präsident vorbeigeschaut hat.“ Marons Katzen waren übrigens im Schlafzimmer eingesperrt, während über 50 Sicherheitsbeamte das Anwesen patrouillierten: „Die wollen jetzt einfach nur ihr Haus zurück.“

X-Mas

Wie jede mustergültige → Familie verschickten auch die Obamas in den acht Jahren im Weißen Haus jedes Jahr Weihnachtskarten. Zum Ärger der Konservativen wünschten sie dabei aber regelmäßig nicht „Merry Christmas“, sondern religionsübergreifend „Happy Holidays“. Business Insider hat in einer Fleißaufgabe die Weihnachtskarten der US-Präsidenten von Calvin Coolidge (1927) bis heute zusammengetragen.

Yes We Can

Wahlkampfslogan, der 2008 zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung das offizielle Motto „Change We Can Believe In“ schnell ablöste. In Deutschland in den Folgejahren müde bis verzweifelt adaptiert – von diversen SPD-Ortsverbänden bis zu einem „Yes, we Cem“ der Grünen. Obama selbst beendete seine emotionale Abschiedsrede am 11. Januar standesgemäß mit diesen drei simplen Worten.

https://www.youtube.com/watch?v=UnW3xkHxIEQ

Zach Galifiniakis

US-Komiker, der in dem Interviewformat „Between Two Ferns“ prominenten Gästen als impertinenter Fragensteller auf die Nerven geht. Obama schlägt sich bei seinem Besuch 2014 relativ tapfer.


Aufmacherfoto: Flickr/Whitehouse; Redaktion: Theresa Bäuerlein; Fotoredaktion: Martin Gommel; Produktion: Vera Fröhlich