Wieso wir alle Feminismus brauchen

Eine kurze Anleitung

7 Teile

Willkommen im Zusammenhang „Wieso wir alle Feminismus brauchen“ Hier findest du alle wichtigen Texte und Informationen zum Thema, damit du dir einen schnellen und guten Überblick verschaffen kannst.

Eine Einführung

Hallo, mein Name ist Esther, ich bin Feministin. Weil mich seit Jahren diese Fragen beschäftigen: Warum werden Frauen aufgrund ihres Geschlechts so oft diskriminiert? Wie sieht diese Diskriminierung aus? Wie ist Macht an Geschlecht (und an Klasse) gebunden? Und: Was können wir dagegen tun? 
Was eine Frau oder einen Mann als solche oder solchen definiert, ist heute viel schwieriger zu beantworten als noch vor 40, 50 Jahren. Viel hat sich geändert, seit Alice Schwarzer auf die Straße ging – oder doch nicht so viel? Es herrscht zwar mehr Gleichberechtigung, aber noch immer ist all das Teil unseres Alltags: Frauenfeindlichkeit, sexuelle Gewalt, sexuelle Diskriminierung, geschlechtergebundene Stereotype (auch auf Männer, Trans- und Non-Binary-Personen bezogen).

Deswegen gibt es diesen Zusammenhang. Er soll dir einen Überblick zu einem der meistdiskutierten Themen unserer Zeit verschaffen. Ich zeige dir anhand der nachfolgenden sechs Artikel außerdem sechs wichtige Gründe auf, warum Feminismus eben nicht überflüssig oder eine „Charityaktion für unterprivilegierte Frauen“ ist, wie es mal jemand ausgedrückt hat. 

Zeit für einen Artikel?

Grund 1: Weil wir alle davon profitieren

Wenn du dich vorher noch nie mit Feminismus beschäftigt hast, dann lies diesen Text zum Einstieg. Darin erkläre ich den Begriff, wie wir ihn bei Krautreporter verstehen, die verschiedenen (historischen) Strömungen und stelle dir wichtige Akteurinnen vor. Beim nächsten Mal, wenn das Thema fällt, weißt du dann, wer Olympe de Gouges, Laurie Penny oder Judith Butler sind: wichtige Vordenkerinnen des Feminismus.

Hier entsteht etwas Neues

Dieser Zusammenhang ist groß. Deswegen gibt es ihn bald auch als stückweisen E-Mail-Kurs. Daran arbeiten wir gerade, komm also bald zurück.

Zeit, das alles zu verstehen?

Grund 2: Damit es mehr Chancengleichheit für ALLE Frauen gibt

Viele emanzipierte Frauen, die sich im Job verwirklichen UND Kinder haben wollen, kennen das Vereinbarkeitsproblem. Davon erzählt dieser Artikel, der gleichzeitig zeigt, dass der „moderne Feminismus“ selbst unter einem Vereinbarkeitsproblem leidet: Das Versprechen der Emanzipation erfüllt sich nicht für alle Frauen, sondern ist stark an die Klassenfrage geknüpft. Nach diesem Artikel weißt du über eines der meistdiskutierten Themen des Feminismus von heute Bescheid.

Grund 3: Weil immer noch zu viele Frauen sexuelle Gewalt und Diskriminierung erleben

Frauen überall leiden noch immer unter sexueller Diskriminierung und sexueller Gewalt. Ein riesiger Schritt in Sachen Aufdeckung dieser ungleichen Machtverhältnisse war die #Metoo-Bewegung von 2017, die sich zu einer der wichtigsten globalen Bewegungen der vergangenen Jahre entwickelte. Denn mit ihr begann ein Umdenken. Dieser Text blickt aus Sicht eines Mannes auf #Metoo und zeigt: Frauen sollten Männern viel öfter sagen, wenn sie sich wie Idioten benehmen – und Männer sollten diese Kritik aushalten. Es wäre besser für beide Seiten. Wenn du diesen Text gelesen hast, siehst du die #Metoo-Debatte aus einem breiteren Augenwinkel. Es ist einer der meistgelesenen Artikel in unserem Feminismus-Zusammenhang.

Grund 4: Weil Frauen immer noch für das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper kämpfen

Durch #Metoo wurde wieder einmal deutlich, wie sehr der weibliche Körper immer noch von anderen bestimmt wird. Bei der Debatte um Abtreibung ist das nicht viel anders; noch immer streiten Feminist:innen für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über den eigenen Körper. Aufklärung ist der vielleicht wichtigste Part, wenn es um das Thema Abtreibung geht. Daher empfehle ich dir diesen Artikel, der von einer jungen Frau handelt – einer KR-Leserin –, die ungewollt schwanger wird und sich entscheiden muss: Abtreibung, ja oder nein? 

Grund 5: Weil auch Männer unter stereotypen Geschlechtervorstellungen leiden

Männer werden in feministischen Diskussionen gern vergessen. Dabei machen auch sie einen Rollenwechsel durch und kämpfen gegen eingeschränkte Geschlechterbilder. Ich glaube, dass Männer zu einem ganzheitlichen Feminismus unbedingt dazugehören. Deswegen habe ich in diesem Text ausschließlich männliche Mitglieder von Krautreporter zu Wort kommen lassen (es ist, das nur nebenbei, einer der meistdiskutierten Artikel auf unserer Seite).

Grund 6: Weil wir Trans-Personen manchmal in der Debatte vergessen – oder immer noch diskriminieren

Feminismus, so wie ich ihn verstehe, schließt auch Trans- und Non-Binary-Personen mit ein. Spätestens seit Judith Butler ist die Frage, wie sich Geschlecht konstituiert, Teil der feminsitischen Debatte. Momentan wird in der Netz-Community allerdings wieder erbittert um die Frage gestritten: Wer gehört "zum Club dazu und wer nicht?" Anhand der extrem emotionalisierten Diskussion um die jüngsten Äußerungen von J.K. Rowling lässt sich dieser Streit sehr gut beobachten: Feministinnen werfen ihr vor, eine TERF zu sein, also eine „Trans-exclusionary Radical Feminist“, die Harry Potter-Autorin weist die Vorwürfe von sich, wiederholt aber gleichzeitig transphobe Äußerungen. In diesem Text nimmt meine Kollegin Theresa die Diskussion für dich auseinander, so dass du nicht nur den jüngsten Shitstorm um J.K. Rowling verstehst, sondern auch wichtige Zusammenhänge zur Trans-Thematik.

Was andere dazu sagen

5 Quellen

Für Buchliebhaber:innen

Auch Mutterschaft ist ein feministisches Thema, denn die Frau als „natürlich geborene Mutter“ ist eben nicht natürlich, sondern hängt stark mit kulturellen Strömungen zusammen. Vor allem das Mutterbild in Deutschland kann man als überhöht betrachten. Wie sich diese These begründen lässt und welche Konsequenzen das hat, erörtert Elisabeth Badinter in ihrem Buch „Der Konflikt – Die Frau und die Mutter“.

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Für Cineast:innen

Wer feministische Filme mag, kommt nicht an der filmischen Adaption „The Hours“ vorbei, einem Meisterwerk, in dem die Leben dreier Frauen in unterschiedlichen Epochen miteinander verknüpft werden, basierend auf dem Werk „Mrs Dalloway“ der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf, die eine dieser drei Charaktere darstellt. Kein leichter Film, aber ein aufrüttelnder und sehr bewegender.

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Für Musikliebhaber:innen

Als kleines 4-Minuten-Empowering zwischendurch empfehle ich dir den Song „Flawless“ von Beyoncé feat. Chimamanda Ngozi Adichie. An schwachen Tagen genau die richtige Botschaft von beiden Ladys.

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Für Podcast-Fans

Wer sich per Audio gern mit den Themen Körperlichkeit und Sex auseinandersetzt, ist bei „Sextapes“ an der richtigen Adresse. „Lili und Lotte plaudern aus dem Bettkästchen. In diesem Podcast dreht sich alles um guten Sex und wie man ihn macht“, schreiben die beiden Macherinnen. Kein Thema ist dabei zu heikel, keine Frage zu banal, kein Sexerlebnis zu peinlich.

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Für Lesefans

Jetzt wird es ernst: Dieses Buch ist das richtige für all jene, die sich mit der Rolle der schwarzen Frau in der Sklaverei beschäftigen wollen, aber auch mit den Anfängen des amerikanischen Feminismus im 19. Jahrhundert. Man kann in „Women, Race & Class“ der Bürgerrechtsaktivistin und Philosophin Angela Y. Davis unglaublich viel lernen. Zum Beispiel, wie und warum sich weiße Frauen im Freiheitskampf in ihren schwarzen Schwestern wiederfanden – und sich mit ihnen solidarisierten.

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