Was hilft gegen Einsamkeit?

Eine kurze Anleitung

6 Teile

Willkommen im Zusammenhang „Was hilft gegen Einsamkeit?“ Hier findest du alle wichtigen Texte und Informationen zum Thema, damit du dir einen schnellen und guten Überblick verschaffen kannst.

Eine Einführung

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Lisa McMinn

Chefredakteurin

Hallo, ich bin Lisa und ich frage mich, ob du dich auch manchmal einsam fühlst? Allein wärst du damit jedenfalls nicht. Die Anzahl der Menschen in Europa, die sich regelmäßig so fühlen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Falls du jetzt an alte Menschen in Heimen oder Singles in abgelegenen Dörfern denkst, erliegst du einem Klischee. Besonders häufig trifft es nämlich junge Menschen.
Doch niemand gibt gerne zu, einsam zu sein. Deshalb haben wir diese Artikelserie geschrieben. Lies sie einfach inkognito, niemand wird davon erfahren. Die folgenden vier Texte helfen dir dabei zu lernen, wie man Einsamkeit übersteht, aber auch, was die Politik und wir als Gesellschaft gegen Einsamkeit tun können. Denn Einsamkeit ist kein Problem des Einzelnen – Einsamkeit ist eine Krankheit, die uns alle betrifft. Das Einzige, was gegen Einsamkeit hilft, ist, sie gemeinsam anzugehen.

Zeit, das alles zu verstehen?

Wie sich Leere anfühlt

Nathalie Stüben war eine erfolgreiche Reporterin und führte ein aufregendes Leben: Sie hatte Sex, traf spannende Menschen, stand nie still. Einsam war sie dennoch. Sie spürte sich immer weniger und brauchte immer mehr, um überhaupt etwas zu fühlen. Mehr Sex. Und mehr Alkohol. An harten Tagen war er ihre Rettung, genau wie an einsamen Abenden, in all dem Stress. In diesem Text beschreibt sie, wie die Leere sich angefühlt hat – und wie sie sie losgeworden ist.

Kann man alleine glücklich sein?

Der Autor Daniel Schreiber arbeitete gerade an einem Buch über das Alleinsein, als die Corona-Pandemie ausbrach. Eigentlich sollte es darin um sein Leben als Alleinlebender gehen, auch um die guten Seiten daran. Dann lernte Schreiber den Schmerz der Einsamkeit kennen. In diesem Interview spricht der Autor darüber, warum Einsamkeit so oft mit Gefühlen wie Scham oder Schuld verknüpft ist. Oder wo die Kraft von Einsamkeit liegen kann.

Was die Politik gegen Einsamkeit tun muss

Einsamkeit ist nicht nur ein quälendes Gefühl, es ist auch ein gesellschaftliches Problem. Forscher:innen bewerten Einsamkeit als sozialen Stress, der dazu führen kann, dass Betroffene früher sterben. Umso wichtiger ist es, dass die Politik sich des Problems annimmt, schreibt mein Kollege Ben Hindrichs. England und Japan haben deshalb „Einsamkeitsministerien“ gegründet. Was kann Deutschland tun?

Das raten Menschen, die gern alleine sind

Daniel ist blind, Stefanie ist introvertiert und Sebastian ist Autist. Für sie alle waren die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Pandemie ein Segen. Die Welt folgte plötzlich anderen Regeln: Der Weg zur Arbeit war einfacher. Per Mail zu kommunizieren, war plötzlich kein Problem mehr. Und Menschen treffen? Ging nur in sehr eingeschränktem Maß. Worunter viele andere Menschen litten, stellte sich für Daniel, Stefanie und Sebastian als genau richtig heraus. Was raten die drei KR-Mitglieder, die das Alleinsein lieben? 

Was andere dazu sagen

5 Quellen

Ein Buch zum Träumen

Der Titel des Romans „Das Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells verspricht etwas zu viel. Am Ende wirst du nämlich nicht weniger einsam sein. Aber du wirst wissen, dass Einsamkeit ein Gefühl ist, das schon in Kindern wächst. Dass es mit dem Alter größer und kleiner werden kann. Und dass das Einzige, was dagegen hilft, Menschen sind.

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Eine Doku zum Sich-drin-wiederfinden

Ein Mann, der seine Frau an die Demenz verliert. Einer, der nicht an der Gesellschaft teilnehmen kann, weil er kaum Geld hat. Und eine Frau, die sich ausgeschlossen fühlt, weil sie schwerer ist als die Menschen um sie herum. Diese Dokumentation des Schweizer Fernsehens begleitet ganz nah Menschen, die sich einsam fühlen.

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Eine Forscherin, die weiß, was zu tun ist

In Japan lässt sich eine alte Frau von einem Kuschelroboter streicheln. In den USA bestellt ein junger Mann alles online, weil er Angst davor hat, in einem Laden echten Menschen zu begegnen. Fälle wie diese beschreibt Noreena Hertz in ihrem Buch „Das Zeitalter der Einsamkeit“. Sie nennt das Phänomen „Vereinzelung“ und analysiert, was wir tun müssen, damit die Welt nicht zerfällt.

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Ein Film, der mutig macht

Cheryl hat sich gerade scheiden lassen, als ihre Mutter stirbt und sie in eine tiefe Krise stürzt. Sie nimmt Heroin, schläft wahllos mit Männern. Um sich zu retten, entscheidet sich die 26-Jährige, einmal von Kalifornien bis nach Washington zu wandern. 1.600 Kilometer. Ganz allein. Die Geschichte beruht auf dem Leben von Cheryl Strayed. In dem mehrfach ausgezeichneten Film „Der große Trip – Wild“ von 2015 spielt Reese Witherspoon die Hauptrolle – eine brutale Begegnung mit dem Alleinsein.

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Ein Buch, das tröstet

Wer einen Ratgeber sucht, sollte dieses Buch nicht kaufen. Vielmehr ist es ein Denkanstoß – die Erörterung eines Gefühls. Es ist gut für einen Abend, an dem es doch mal etwas einsam wird. Und es ist ein Trost, wenn man sich bewusst wird, dass es auch in einer Gesellschaft voller Individualist:innen noch immer als Scheitern wahrgenommen wird, wenn man alleine bleibt.

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