Wie gut sind wir vorbereitet?

Eine kurze Anleitung

6 Teile

Willkommen im Zusammenhang „Wie gut sind wir vorbereitet?“ Hier findest du alle wichtigen Texte und Informationen zum Thema, damit du dir einen schnellen und guten Überblick verschaffen kannst.

Eine Einführung

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Isolde Ruhdorfer

Reporterin

Hallo, mein Name ist Isolde. Vor rund einem Jahr ereignete sich im Ahrtal eine Katastrophe, wie niemand in Deutschland sie sich hätte ausmalen können. Dabei kennt man Jahrhunderthochwasser, etwa von der Elbe, auch von der Mosel. Und doch: Das Ahrtal-Hochwassser definierte das Wort Katastrophe neu.

Gleichzeitig scheint es so, als ob die Anzahl der (Natur-)Katastrophen zunimmt. Und das ist auch tatsächlich so. Starkregen, Waldbrände, extreme Hitze: Diese Phänomene treten heute häufiger auf als früher. Wir müssen also lernen, mit Katastrophen zu leben. 
Genau darum geht es in diesem Zusammenhang. Aber keine Angst: Ich will keine Panik verbreiten! Im Gegenteil: Diese Textreihe soll dir dabei helfen, Katastrophen besser zu verstehen. Wie man sie managen kann, wie sie auf uns wirken, wie sie sich vielleicht sogar verhindern lassen. Weil ich glaube, Informationen helfen gegen Angst. Und wer informiert ist, ist im Ernstfall besser vorbereitet.

Zeit, das alles zu verstehen?

Warum es wichtig ist, dass du deine Nachbarn kennst

Matthias Max ist Sicherheitsforscher und sagt: Im Katastrophenfall ist die Telefonnummer des Nachbarn wichtiger als die Dosensuppe im Keller. Denn es kommt nicht darauf an, wie viele Vorräte wir haben, sondern dass wir als Gesellschaft zusammenhalten und wissen, wen wir anrufen müssen, wenn es flutet oder brennt. Doch Max warnt in diesem Interview auch: Zurzeit sind wir auf Katastrophen viel zu schlecht vorbereitet. Nicht nur die Technik ist veraltet – auch die Strategien. Was ist sein Plan?

Wie warnen wir uns im Ernstfall?

Mit Sirenen ist es so ähnlich wie mit einem Fahrradhelm: Man vergisst sie so lange, bis man sie wirklich sehr dringend braucht. Die Flut im Ahrtal hat gezeigt: Deutschland hat zu wenige Sirenen. Deshalb habe ich nachgeforscht: Wie warnen wir uns, wenn es dringend wird?

Was wir von Menschen lernen können, deren Job in der Katastrophe erst richtig los geht

Wie sagt man einer Mutter, dass ihr Kind gestorben ist? Wie sagt man einem Versicherten, dass die Versicherung nicht greift? Und wie rettet man Fische aus einem brennenden Haus? Wir haben eine Feuerwehrfrau, einen Notfallpsychologen und eine Schadenreguliererin gefragt, wie sie in ihrem Job ruhig bleiben.

Was andere dazu sagen

5 Quellen

Von ganz persönlichen Katastrophen

Die amerikanische Radiosendung „This American Life“ macht unschlagbare Radio-Features! In dieser Folge geht es ums Scheitern, um wahre Fiaskos, um die ganz persönliche Katastrophe. Spoiler: Es ist nicht nur schlimm – sondern auch ein bisschen witzig.

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Humor gegen das große Übel

In der Satire „Dont look up“ zeichnet Regisseur Adam McKay die Unfähigkeit des modernen Menschen nach, große Katastrophen als solche zu erkennen – und im Vorfeld entsprechend zu handeln. Zwei Wissenschaftler:innen finden heraus, dass ein Komet auf die Erde zurast und die Menschheit ausrotten wird. Sie treffen eine durchgeknallte US-Präsidentin, die ihnen nicht zuhören und den Ernst der Lage nicht erkennen will. Auch der Presse ist anderes wichtiger, etwa die eigenen Klickzahlen. Ein großartiger Film – und eine schonungslose Analyse.

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Hilfe für die Psyche

Jene Momente von großer Unsicherheit und Destabilisierung, die (auch persönliche) Katastrophen mit sich bringen, sind für die meisten Menschen der Horror. Die Philosophin Natalie Knapp aber hat einen anderen Blick. Sie sagt: Unsicherheit gibt Freiheit, erinnert uns daran, dass das Leben nie statisch ist, auch wenn wir es anders empfinden. Meine Kollegin Esther Göbel hat ein kritisches und deswegen umso interessanteres Interview mit Knapp geführt.

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Was wir besser machen können

Der Experte Martin Voss (der in meinem Sirenen-Text zu Wort kommt) fordert in diesem Artikel ein Zentrum für Krisenmanagement – außerhalb einer Behörde. Behörden sind nämlich langsam, aber die nächste Katastrophe kommt schnell. Der Ansatz ist neu, normalerweise fordern alle immer nur mehr Geld für das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), obwohl man Katastrophenschutz vielleicht grundsätzlich anders organisieren müsste.

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Hätte ihr Tod verhindert werden können?

Bei der Ahrtal-Katastrophe starben unter anderem zwölf Menschen mit Behinderung, die in einem Pflegeheim lebten. Diese Doku versucht nachzuzeichnen, was passiert ist, und stellt die schwerwiegende Frage: Hätte der Tod dieser Menschen verhindert werden können?

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Du erreichst mich unter isolde@krautreporter.de.

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