Wie es ist, ein dicker Mann zu sein

Eine kurze Anleitung

6 Teile

Willkommen im Zusammenhang „Wie es ist, ein dicker Mann zu sein“. Hier findest du alle wichtigen Texte und Informationen zum Thema, damit du dir einen schnellen und guten Überblick verschaffen kannst.

Eine Einführung

Profilbild von Martin Gommel
Martin Gommel

Reporter für psychische Gesundheit

Hallo! Mein Name ist Martin Gommel und ich bin Reporter für psychische Gesundheit. In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich mit Männlichkeit und Übergewicht. 

Wird über dicke Körper geschrieben, sind selten Männer die Autoren. Offenbar tun wir uns schwer damit, darüber zu sprechen, wie es uns mit unseren Körpern geht. Dabei setzt die Gesellschaft auch Männer unter Druck, einem Idealbild zu entsprechen: Waschbrettbauch, keine hängenden Brüste, definierter Bizeps und am besten überhaupt kein Fett.
Ich frage mich: Was macht das mit dicken Männern? Wo erleben sie Ablehnung oder sogar Diskriminierung? Und wie können wir einen guten Weg finden, darüber sensibel und ehrlich miteinander zu sprechen?

In den folgenden Texten nehme ich dich mit auf die Suche nach meinem Körpergefühl. Du wirst verstehen, was dicke Männer erleben, was sie krank macht – und ich zeige dir Fotos von einem ukrainischen Fotografen, der sich zeigt, wie er ist: dick. Und nackt.

Zeit, das alles zu verstehen?

Ich bin zu dick – aber Selbstliebe hilft mir nicht

Wenn ich mich auf eine Waage stelle, habe ich meistens ein Problem: Ich wiege zu viel. Im Spiegel gefallen mir meine dicken Stellen nicht. Viele sagen, die Lösung sei, mich trotzdem selbst zu lieben. Doch das kann ich nicht. In diesem Text erkläre ich dir, wie David Hasselhoff und Spider-Man meine Körperideale prägten – und warum ich mir Sorgen um meinen Körper mache.

Wie dieser Fotograf mein Bild von dicken Männern veränderte

Der ukrainische Fotograf Artem Humilevskiy ist dick und stellt das in den Mittelpunkt seiner inszenierten Selbstporträts. Im Gespräch erklärt er mir, wie Menschen auf seine Bilder reagieren und wie er lernte, mit seinem Körper zu leben.

Warum spricht niemand darüber, dass dicke Männer diskriminiert werden?

Zwei Drittel der Männer in Deutschland sind übergewichtig – doch kaum jemand spricht darüber. Viele Frauen denken aufgrund des Feminismus mehr über die Wahrnehmung ihrer Körper nach und wehren sich gegen strukturelle Ausgrenzung. Allerdings werden auch Männer wegen ihres Gewichtes diskriminiert. Warum fehlen ihnen die Worte? In diesem Text erkläre ich dir, woran das liegt. 

Was andere dazu sagen

5 Quellen

Ein Blick in die Geschichte der Fettleibigkeit

In „Die Geschichte der Fettleibigkeit oder wie aus dem Guten das Hässliche und dann das Böse wurde“ beschreibt der Mediziner Garabed Eknoyan im Jahr 2006, wie Übergewicht und Adipositas über Jahrhunderte hinweg einen stetig schlechteren Ruf bekamen. Eknoyan geht nicht grundsätzlich auf Geschlechterunterschiede ein, schreibt aber über dicke Männer und Frauen.

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„Kann man mit dem Gewicht überhaupt Sex haben?“

Can wiegt 180 Kilogramm. In diesem Video beantwortet er Fragen, die ihm gestellt werden. Offen und authentisch erzählt er von unangenehmen Begegnungen mit anderen Männern und seiner Kindheit. Auf die Frage, ob er sich ändern will oder das Abnehmen aufgegeben habe, antwortet er: „Aufgeben ist keine Option, Aufgeben ist sowas wie sterben.“

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Neigst du zur Gewichtsdiskriminierung?

Die Adipositas-Gesellschaft hat 2018 einen Medienleitfaden veröffentlicht, der auch für Nicht-Journalist:innen interessant ist. Zu Beginn kann man mit einem 5-Fragen-Test überprüfen, ob man selbst zu Gewichtsdiskriminierung neigt. In leichter Sprache klärt der Leitfaden auf – beispielsweise darüber, dass Adipositas eine chronische Erkrankung ist, die Therapie dafür aber keine Regelleistung der Krankenkassen.

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Toxische Selbstliebe ist gefährlich für unsere psychische Gesundheit

Simar Deol schreibt, Selbstliebe, so wie sie heute vermarktet wird, sei nur eine weitere Aufgabe auf unserer endlosen Liste der Selbstoptimierung geworden. Auf Tiktok wurde #selflove über dreißig Milliarden Mal aufgerufen. Dabei könne es schädlich sein, selbstverliebte Gedanken, Verhaltensweisen oder Gefühle zu erzwingen, wenn man sich beschissen fühlt. „Und seien wir ehrlich: Ständig positiv zu sein, ist extrem anstrengend“, schreibt Deol.

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Wie eine Essstörung Jungen und Männer in die Isolation treibt

Der australische Forscher Scott Griffiths berichtet in seinem Ted Talk über eine männliche Form der Essstörung: die Muskeldysmorphie, auch Muskelsucht genannt. Häufig junge Männer entwickeln diese Störung des Selbstbildes. Sie halten sich für fett, obwohl sie sehr muskulös sind. Was den normalen Wunsch, attraktiv zu sein, von der Störung unterscheidet: Betroffene beschäftigen sich stundenlang mit der Optimierung ihres Körpers und leiden dadurch unter einer schmerzhaften Isolation von Familie, Partner:innen und Freund:innen.

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