Fass mich nicht an!

Eine kurze Anleitung

6 Teile

Willkommen im Zusammenhang „Fass mich nicht an!“ Hier findest du alle wichtigen Texte und Informationen zum Thema, damit du dir einen schnellen und guten Überblick verschaffen kannst.

Eine Einführung

Profilbild von Esther Göbel
Esther Göbel

Reporterin für Feminismus und stellv. Chefredakteurin

Mein Name ist Esther, ich schreibe für Krautreporter unter anderem über Feminismus. Deswegen beschäftigt mich das Thema sexuelle Selbstbestimmung. Für mich sind die Sätze „Nein heißt Nein!“ und „Mein Körper gehört mir!“ unverrückbar – aber viel zu oft gelten sie nicht.
Jede Person kann Opfer von sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt werden, Männer wie Frauen. Den überwiegenden Teil der Opfer machen allerdings Frauen aus – und Kinder. Laut Bundeskriminalstatistik besitzen und vertreiben immer mehr Menschen kinder- und jugendpornographische Bilder. Die Zahlen steigen in einem erschreckenden Ausmaß.

Diese Textreihe will dir helfen. Dabei, zu lernen, wo mögliche Gefahren für Frauen und Kinder lauern (etwa im Netz), wie die Rechtslage ist, wenn es zu sexueller Belästigung oder zu Missbrauch im Job kommt. Oder auch, wie wir als Gesellschaft anders mit Opfern umgehen können. Nämlich so, dass wir es ihnen leichter und nicht noch schwerer machen.

Zeit, das alles zu verstehen?

Wo verlaufen die Grenzen?

Wo fängt sexuelle Belästigung an? Ist es okay, wenn mein Chef mich nach Dienstschluss per SMS zum Essen einlädt? Macht sich meine Chefin strafbar, wenn sie über meine Figur redet? Oder der Kollege, wenn er immer zu nah hinter mir steht in der Kaffeeküche? Dieser Text beantwortet solche und ähnliche Fragen zum Thema sexuelle Belästigung im Job. Er sollte meiner Meinung nach in jedem Büro hängen. Fürs Team – aber auch für alle Chef:innen.

Endlich nicht mehr still sein

Unsere Autorin Stella Schalamon hat mehr als einmal sexuelle Belästigung erlebt. Dieser Text handelt davon, wie sie es schafft, sich zum ersten Mal zu wehren. Als sie von einem Bekannten sexuell belästigt wird, sagt sie mehr als nur Nein: Sie geht zur Polizei. Und zeigt den Mann an. Leicht ist das für Stella nicht. Das Verfahren ist ein Kraftakt. Wie wichtig Stellas Anzeige dennoch für sie ist und wieso sie diesen Schritt wieder gehen würde, erzählt ihr Artikel.

Alles rechtens?

Nach  Stellas Text meldete sich ein KR-Leser bei ihr: Matthias Klein. Er ist Rechtsanwalt und vertritt Opfer von sexuellem Missbrauch, aber auch Täter:innen. Mit ihm hat Stella über die Unterschiede zwischen Beweis und Schuld gesprochen, über ihre Enttäuschung und über schlecht ausgebildete Polizist:innen. Weil Stella wissen wollte: Habe ich alles getan, um Recht zu bekommen?

Die Gefahr wächst

Noch schlimmer als sexuelle Belästigung ist sexuelle Gewalt – und die hat, durch die Pandemie, im Netz dramatisch zugenommen. Egal ob es sich um kinderpornographische Fotos handelt oder um Deepfake-Videos mit illegalen Inhalten auf öffentlichen Porno-Homepages. Unsere Autorin Lena Deser hat sich für diesen Text in die dunkle Welt des Netzes begeben. Sie erklärt in ihrem Stück auch, warum digitale sexuelle Gewalt besonders perfide ist. Kein leichter Text. Aber dafür umso wichtiger.

Missbrauch via Instagram

Soziale Netzwerke wie Instragram ermöglichen es Täter:innen, sehr leicht Kontakt zu Minderjährigen aufzunehmen. Wie leicht es ist, zeigt dieser Text von Sloane Ryan, die sich für ihre Arbeit von einer 37-Jährigen Erwachsenen in die 11-jährige Baley hinterm Bildschirm verwandelt. Es dauert weniger als eine Minute nach ihrem ersten Instagram-Post, bis Baley aka Sloane die erste Nachricht von einem Täter bekommt. Und es ist nicht die letzte. Dieser Text ist harter Tobak. Aber er zeigt sehr eindrücklich, wie schutzlos Kinder und minderjährige Jugendliche im Netz sexueller Gewalt ausgesetzt sind.

Hören wir Überlebenden wirklich zu?

Wenn Menschen Opfer von sexueller Gewalt werden, hört der Schrecken der Tat danach nicht auf. Die Überlebenden leiden über das eigentliche Ereignis hinaus. Ein Grund dafür: Scham. Wir nehmen automatisch an, dass Menschen, die vergewaltigt wurden, etwas Beschämendes erlebt haben.  Wie viel diese Scham aber mit uns, der Gesellschaft, zu tun hat, und wie sehr es sich um ein soziales Gefühl handelt, vergessen wir gern. Die Feministin, Autorin und Wissenschaftlerin Mithu Sanyal guckt sich Scham in diesem Text genauer an, analysiert klug und stellt provokante Fragen.

Was andere dazu sagen

5 Quellen

Der große Zensor

„Scham“, schreibt die Lyrikerin Lea Schneider in diesem schmalen Büchlein, „ist der große Stillmacher, und sie ist das mindestens zweifach.” In ihrem Essay seziert Schneider das Gefühl, als Frau, aber auch als Schreibende. Sie verfasst viele Sätze, die hängen bleiben, so wie dieser: „Scham ist ansteckend. Scham klebt an Dingen und Menschen. Scham läuft über: über den Rand des Körpers, der Sätze.” Ein sehr lesenswertes kleines Band.

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Schluss mit den Mythen!

Auf dieser Hompage gibt die Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale umfassende Infos über sexuelle Gewalt – und wenn ich umfassend sage, meine ich das wirklich! Zum Beispiel werden auch Vergewaltigungsmythen auseinandergenommen, ihre Funktion und ihre schädliche Wirkung analysiert. Ich habe mich nach dem Ansehen dieser Homepage sehr gut informiert gefühlt

Zum Buch

Von allen Seiten

Einen Text von Mithu Sanyal habe ich weiter oben schon erwähnt, sie hat aber gleich ein ganzes Buch zum Thema Vergewaltigung geschrieben. Darin untersucht Sanyal Debatten wie jene um die Silvesternacht in Köln, guckt sich die sexualstrafrechtliche Revolution an, wie sie es nennt, beschäftigt sich aber auch sprachwissenschaftlich mit dem Begriff – und noch vieles mehr. Wer wirklich tief einsteigen will in das Thema, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.

Zum Buch

Wie Trauma funktioniert

Dieses Buch ist ein Tipp meines Kollegen Ben Hindrichs, der sich mit dem Thema Vergewaltigung als Kriegswaffe auseinandergesetzt hat. Es geht in diesem Werk von Carolin Emcke aber nicht ausschließlich um Vergewaltigung, sondern auch um Folter und Entmenschlichung. Ben sagt: „Das Buch vermittelt auf unglaublich empathische Art, was traumatische Erfahrungen mit Menschen machen – und welche Verantwortung wir als Gesellschaft haben, solchen Erfahrungen zu begegnen, sie zu thematisieren und aufzuarbeiten.“

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Nur für starke Nerven

Diesen Film mit der großen Isabelle Hupert in der Hauptrolle muss man aushalten können: Ein fremder Mann steigt nachts in die Pariser Wohnung der knapp 50-jährigen Singlefrau Michèle ein – und vergewaltigt sie. Nach der Tat aber verhält Michèle sich nicht, wie man es gemeinhin erwarten würde. Sie zerbricht nicht an dem Ereignis, im Gegenteil: Mit einer provozierenden Gelassenheit behält sie die Kontrolle über ihr Leben, bleibt weiterhin die starke Frau, die sie auch vor der Vergewaltigung war.

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