Zdeněk Macháček

Gute Nachrichten

Fünf gute Nachrichten, die im Juli untergegangen sind

Wir haben sie gesammelt!

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1. Vierter Patient von HIV geheilt

ZDF heute am 28. Juli 2022

Nach einer Knochenmarktransplantation ist ein HIV-Patient in den USA geheilt worden. Nach Angaben von Aids-Forschenden erhielt der 66-Jährige die Transplantation als Behandlung gegen seine Leukämie im kalifornischen Krebszentrum City of Hope. Den Stammzellen des Spenders fehlt aufgrund einer Mutation ein Gen. Der Erreger der Immunerkrankung Aids kann Menschen ohne dieses Gen nichts anhaben. Damit ist der 66-Jährige bereits der zweite amerikanische Patient, der vollständig von Aids geheilt wurde. Im Februar hatten Forschende eine Patientin aus New York für genesen erklärt. Außerdem erhielten zwei Patienten aus London und Berlin eine Knochenmarktransplantation. Die Stammzellenspende enthielt dieselbe Gen-Mutation wie die des 66-jährigen Amerikaners. Der Mann war 31 Jahre lang mit HIV infiziert und damit länger als alle anderen geheilten Patienten. Die Behandlung ist besonders vielversprechend für HIV-Patienten, die auch an Krebs leiden.

2. Saubere Umwelt ist ein Menschenrecht

Tagesschau am 28. Juli 2022

Die UN-Vollversammlung hat das Recht auf saubere Umwelt als Menschenrecht anerkannt. 161 Mitgliedstaaten stimmten für die Resolution, acht Staaten enthielten sich. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Resolution als „Meilenstein“. Sie werde helfen, besonders vom Klimawandel gefährdete Menschen besser zu schützen und zu stärken, so Guterres weiter. In dem von Costa Rica, den Malediven, Marokko, Slowenien und der Schweiz eingebrachten Text hat der UN-Menschenrechtsrat den Zugang zu einer sauberen und gesunden Umwelt als Menschenrecht anerkannt. Die Resolution soll helfen, künftig strengere Umweltschutzgesetze zu erlassen. Rechtlich bindend ist die Entscheidung für die UN-Mitgliedstaaten nicht. Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet forderte daher, Regierungen und Unternehmen für Umweltschäden zur Verantwortung zu ziehen.

3. Whistleblowern darf kein Nachteil entstehen

Deutschlandfunk Nova am 28. Juli 2022

Nach einer Vorgabe der EU hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zum Schutz von Whistleblowern vorgelegt. Firmen und Behörden mit über 50 Beschäftigten sollen laut dem Entwurf dazu verpflichtet werden, eine interne Beschwerdestelle einzurichten. Hier soll dann eine Verschwiegenheitspflicht gelten. Außerdem will die Bundesregierung eine zentrale Meldestelle für Bund und Länder einrichten. Sie packt damit ein massives Problem für Hinweisgeber an – drohenden Jobverlust oder Repressalien am Arbeitsplatz. Whistleblower sollten vor diesen Benachteiligungen geschützt werden. Das Gesetz soll so dazu beitragen, Anreize zu schaffen, Missstände in Unternehmen oder Behörden anzusprechen. Die Vorgabe der EU ist schon über zwei Jahre alt. Das Gesetz der Bundesregierung soll immer dann greifen, wenn Whistleblower auf Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten hinweisen, die gegen deutsches oder europäisches Recht verstoßen.

4. E-Auto saugt CO2 aus der Luft

TU Eindhoven am 21. Juli 2022

Ein Team von Studierenden der TU Eindhoven hat ein Elektroauto konstruiert, das CO2 aus der Luft filtert. Mit einem Spezialfilter reinigt der Prototyp die Luft und fängt so mehr Kohlendioxid ein, als es während der Fahrt ausstößt. Das Auto soll das eingesaugte CO2 speichern und entsorgen und dazu beitragen, die Erderwärmung zu reduzieren. Sie wollen es weiter verbessern und dann auf die Straße bringen. Idealerweise soll der komplette Lebenszyklus des Autos kohlenstoffneutral sein. Laut dem Team kann das E-Auto bei 20.000 gefahrenen Kilometern im Jahr zwei Kilogramm CO2 aufnehmen. Zehn solcher Autos könnten also zusammen so viel CO2 aufnehmen, wie ein Baum. Derzeit gibt es über eine Milliarde Autos weltweit. Ausgestattet mit CO2-Filtern, könnten sie große Mengen Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Derzeit arbeiten die Studierenden an einem Patent. Im Serienfahrzeug könnte man den Filter dann etwa an der Ladesäule entleeren, während die Fahrzeugbatterie lädt.

5. Verdi und Netflix einigen sich auf Mindestlohn

Verdi am 14. Juli 2022

Wer in Deutschland für Netflix an einer Filmproduktion mitwirkte, konnte bislang nicht mit Mindestlohn rechnen. Jetzt hat sich die Gewerkschaft Verdi mit dem Streaminganbieter geeinigt und Mindestgagen festgelegt. Außerdem teilte Netflix mit, dass die Gagen für Menschen, die schon mehr als fünf Jahre Berufserfahrung in der Branche haben, über den Mindesttarif hinausgehen sollen. In der Medienbranche gibt es oft keine Bezahlung nach Mindestsätzen. Die Gewerkschaften bemühen sich daher schon länger um faire Löhne. Netflix ist der weltgrößte Streaminganbieter und damit ein großer Arbeitgeber in der Branche. Auch in der Filmbranche herrscht Fachkräftemangel. Besonders während der Pandemie bangten viele Beschäftigte um ihr Einkommen. Der Tarifvertrag ist damit ein Schritt in Richtung faire Bezahlung für kreative Arbeit der Filmschaffenden.


Redaktion: Leopold Pelizaeus, Schlussredaktion: Susan Mücke, Audioversion: Iris Hochberger

Fünf gute Nachrichten, die im Juli untergegangen sind

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