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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im März untergegangen sind

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Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch positive News. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Die folgenden fünf sind die beliebtesten, die die Mitglieder im März 2021 geteilt haben:

1. Forscherin entwickelt selbstauflösende Kapsel für Kondensmilch

Deutschlandfunk am 09.03.2021

In Kantinen oder auf Konferenzen liegt es bis heute oft auf der Kaffee-Untertasse – das Kondensmilch-Döschen aus Plastik. Die Verpackungen erzeugen nicht nur viel Müll, sondern zeigen sich beim Öffnen mitunter auch widerspenstig. Martha Wellner, Verfahrenstechnikerin an der Universität Halle-Wittenberg, hat eine selbstauflösende Milchkapsel entwickelt, die sich ungekühlt drei Wochen hält. Die Kapsel besteht aus Zucker und Zuckerersatzstoff – und der Milch. Eine Produktionsfirma hat das Patent bereits erworben, produziert wird die Kapsel jedoch noch nicht.

2. Leere Dörfer in Italien werden durch Geflüchtete wiederbelebt

Taz am 14.02.2021

Riace hatte ein vorbildliches Programm zur Integration von Flüchtlingen, das aber 2018 von der rechtspopulistischen Partei Lega Nord gestoppt wurde. Das Bergdorf in der italienischen Region Kalabrien galt als Wunder für humane Integration. Der damalige Bürgermeister Domenico Lucano war die treibende Kraft. Unter Druck des früheren Innenministers Matteo Salvini musste Lucano sein Amt aufgeben. Jetzt ist Lucano wieder da, noch nicht als Bürgermeister, aber er setzt sich wieder für die Integration Geflüchteter ein. Aus dem Projekt ist mittlerweile auch ein Gesetz für das süditalienische Kalabrien entstanden, welches die Aufnahme von Geflüchteten fördert. Nachdem das Regierungsbündnis 2019 aufgelöst worden ist, erhält das Projekt nun eine zweite Chance und wurde sogar auf weitere Dörfer ausgeweitet. Viele Geflüchtete berichten, dass Riace zu ihrer Heimat geworden ist.

3. Mehrere hundert Fußballer:innen zeigen Solidarität für ihre homosexuellen Mitspieler:innen

11 Freunde am 17.02.2021

Es gibt noch immer keinen aktiven geouteten schwulen Fußballer in den höheren Ligen in Deutschland. Als der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger 2014 seine Karriere beendet und sich geoutet hat, hatten viele Homosexuelle die Hoffnung, dass Fußballer nun problemlos offen schwul sein könnten. Bis heute hat sich kein weiterer Spieler als geoutet. In einer Aktion des Fußballmagazins „11 Freunde“ haben jetzt 800 Fußballer:innen ihren homosexuellen Mitspieler:innen ihre Solidarität zugesichert. Für diesen symbolischen Akt hielten sie Schilder hoch, auf denen stand: „Ihr könnt auf uns zählen.“ Unter ihnen sind Größen wie Max Kruse, Christoph Kramer und Almuth Schult. Einige Spieler:innen und Mannschaften haben dem gemeinsamen Statement noch individuelle hinzugefügt.

4. In Namibia starben 98 Prozent weniger Albatrosse

Birdlife International am 07.01.2021

Namibias Fischereiindustrie war eine der tödlichsten weltweit für Seevögel: Um die 30.000 Vögel starben jährlich, weil sie sich in Fischernetzen verfangen hatten. Durch jahrelange Arbeit, effektive Regulierung durch die Regierung und das Engagement von aktiven Vögelschützern sterben nun 98 Prozent weniger Albatrosse im Jahr. Dafür wurde sogar eine Albatross Task Force (ATF) gegründet. Unter anderem helfen einfache Maßnahmen wie Seile mit bunten Wimpeln, die an das Schiff gebunden werden und scheinbar eine abschreckende Wirkung zeigen.

5. In El Salvador gibt es kein Malaria mehr

Pan American Health Organisation am 25.02.2021

In El Salvador treten seit 2017 keine Malaria-Erkrankungen mehr auf, obwohl die dortige Umwelt die Krankheit stark begünstigt. Im Jahr 1990 erkrankten noch etwa 9.000 Salvadorianer:innen an Malaria, doch dank eines dezentralen Vorsorge- und Erkennungsnetzes konnte die Anzahl der Erkrankungen massiv reduziert und schließlich sogar auf Null gesenkt werden. El Salvador hat deshalb jetzt als erstes Land in Mittelamerika ein Zertifikat für die Eliminierung von Malaria von der Weltgesundheitsorganisation erhalten.


Redaktion: Lea Schönborn, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Till Rimmele

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