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Medien verstehen

Warum die USA in deutschen Medien so dominant sind – und was das für Folgen hat

von Okan Bellikli
etwa 12 Min. Lesedauer

„Trump bereut einige Tweets“, „New York: Comeback nach Corona“, „USA: Gericht erlaubt Hinrichtung“: Jeden Tag berichten deutsche Medien über die Vereinigten Staaten. Egal, ob es um Naturkatastrophen geht, um kleinere Ereignisse oder größere Skandale: Wir bekommen es meistens mit.

Manchmal sogar scheinen Themen in Deutschland erst dann aufgegriffen zu werden, wenn sie zuvor in den USA für Schlagzeilen gesorgt haben, obwohl auch vor Ort in Deutschland und Europa genug Stoff wäre: Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Debatte um Polizeigewalt und Rassismus. Deutsche Beispiele dafür gibt es seit Jahren, aber erst vor wenigen Wochen haben hiesige Medien über das Thema wirklich prominent und breit berichtet – nachdem die USA in diesem Sommer große Proteste gegen Polizeigewalt erlebt hatten.

Die USA nehmen viel Raum ein in den Medien. Zu viel? Auf jeden Fall verengt ihre Dominanz in der Berichterstattung unseren Blick auf die Welt – und erschwert eine freie Meinungsbildung, insbesondere zu Themen internationaler Politik, weil wir häufig nur von der US-Sicht auf Dinge lesen. Wie kann das sein? Es gibt noch rund 200 andere Staaten auf der Welt. Manche mit mehr Einwohnern als die USA, manche, die uns geografisch deutlich näher sind, manche, die vielleicht bessere Geschichten liefern, um die Welt zu verstehen. Hier beschreibe ich, warum die USA unsere Medien dominieren (im Vergleich zu anderen Ländern).

Eine Warnung, wie es Medien nicht machen sollten

Klar, unser Alltag ist US-amerikanisch geprägt. Wir schauen US-Filme, hören Musik aus New York und Los Angeles, nutzen Software aus dem Silicon Valley und haben vielleicht sogar ein New-York-Poster zu Hause hängen. Dazu kommen sehr konkrete Anknüpfungspunkte: etwa die rund 36.000 US-Soldaten, die noch immer auf deutschem Boden stationiert sind.

Wie wichtig deutsche Medien die USA nehmen, zeigt die Zahl der Auslandskorrespondent:innen: Ganze 15 hat beispielsweise die ARD in den USA sitzen, das sind noch mehr als in Brüssel (14). In Russland sind es im Vergleich sechs, in China vier. In ganz Afrika sind es insgesamt nur sechs Personen. Ähnlich ist es bei Zeitungsredaktionen: Wenn sie überhaupt jemanden im Ausland haben, dann oft in Washington. Der Spiegel hat sieben Korrespondent:innen in den USA, aber nur jeweils zwei in Brüssel, Moskau und Peking.

Cornelia Mothes, Medienwissenschaftlerin an der Macromedia-Hochschule in Leipzig, hat selbst zwei Jahre in den Vereinigten Staaten geforscht. Sie sagt, der sogenannte Nachrichtenwert sei bei Ereignissen in den USA höher als bei anderen Ländern, weil diese vergleichsweise viele Verknüpfungspunkte zu Deutschland hätten. Das betreffe zum Beispiel die gemeinsame Geschichte, aber auch diplomatischen Verbindungen und enge Handelsbeziehungen. Die inzwischen mehrfach weiterentwickelte Nachrichtenwert-Theorie besagt, dass bestimmte Faktoren wie geografische oder kulturelle Nähe die Frage beeinflussen, ob über etwas eher berichtet wird oder nicht – wobei diese Theorie laut eines ihrer Begründer nicht so benutzt wird, wie beabsichtigt. Sie war eigentlich als Warnung gedacht, wie es Journalist:innen nicht machen sollten.

Ihr Begründer Johan Galtung wünscht sich, dass sich Medien öfter fragen: „Was nun?“ Und öfter auch Lösungen aufzeigen, anstatt nur oberflächlichen Nachrichtenwerten nachzujagen.

Mothes sagt, bei der öffentlichen Meinung über die USA gebe es einen Unterschied zwischen eher ihnen zugeneigten Eliten und einer tendenziell kritischeren Bevölkerung, aber auch diese orientiere sich vergleichsweise stark in Richtung der Vereinigten Staaten: „Das muss nicht bedeuten, dass alles kritiklos angenommen und dem nachgeeifert wird. Sondern, dass vielleicht einfach das Bewusstsein stärker ausgeprägt ist dafür, dass das, was dort passiert, eine gewisse Relevanz hat“, so Mothes.

Interessengruppen wollen die Weltsicht der USA nach Deutschland bringen

Verstärkt wird dieser ohnehin schon hohe Stellenwert der USA in der Berichterstattung durch Interessengruppen, die sich bemühen, die Weltsicht der USA oder der von ihr dominierten NATO nach Deutschland zu bringen. Da wird dann auch schon mal von Teilnehmenden eines Stipendiatenprogramms für „zukünftige deutsche Transatlantiker“ (für die es einen eigenen Verein gibt) erwartet, während des Aufenthalts in den USA Freund:innen, Familien und Arbeitskolleg:innen via Social Media ein positives Bild der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu vermitteln und nach der Rückkehr auch darüber zu schreiben. Ein von Wikileaks veröffentlichtes Geheimpapier zeigte 2010, dass wohl sogar die CIA die öffentliche Meinung zum Afghanistan-Krieg in der Bundesrepublik beeinflussen wollte – was nichts Neues ist für Geheimdienste.

Gesprächspartner:innen mit Nähe zu den USA oder der NATO sind allgemein häufig in den Medien anzutreffen, solche aus „nicht-westlichen“ Staaten eher weniger. Immer wieder gibt es zudem Berichte, die eher einseitig die Standpunkte des Militärbündnisses vertreten, zum Beispiel diese Dokumentation des ZDF (anzuschauen hier) oder dieses einseitige Interview mit einem früheren NATO-Oberbefehlshaber. Sogar die Bundesregierung bezichtigte den Oberbefehlshaber „gefährlicher Propaganda“.

Oft machen Journalist:innen zudem nicht transparent, in welchen Organisationen sie sich bewegen oder welchen Hintergrund Expert:innen haben, die zu Wort kommen. Die häufig zu Themen internationaler Politik zitierte Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) etwa ist „personell eng mit Ministerien, Parteien und der deutschen Privatwirtschaft verbunden“, wie die NGO Lobbycontrol schreibt. Das ZDF hat immerhin eine Liste von in seinen Sendungen auftretenden Fachleuten online gestellt.

Die Atlantikbrücke ist ein einflussreiches Netzwerk, an dem auch Journalist:innen beteiligt sind

Eine große Rolle spielen auch sogenannte transatlantische Netzwerke: Stiftungen oder Vereine wie die „Atlantikbrücke“. Mit deren Einfluss hat sich Uwe Krüger vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig beschäftigt. Für seine Doktorarbeit, die im vergangenen Jahr in einer zweiten Auflage erschienen ist, führte er 2013 eine sogenannte Netzwerkanalyse durch. Dafür schaute er sich Organisationen wie die Atlantikbrücke an, die offiziell das Ziel hat, „die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Amerika auf allen Ebenen zu vertiefen.“

Bis 2019 leitete Friedrich Merz (CDU) die als einflussreich geltende Organisation, inzwischen hat das der frühere Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) übernommen. Mitglied sind hochrangige Personen aus Politik und Wirtschaft, ebenso führende Journalist:innen wie die frühere Leiterin des ARD-Studios Washington Tina Hassel, die heute das ARD-Hauptstadtstudio leitet. „Heute Journal“-Moderator Claus Kleber sprach 2017 bei „Maybrit Illner“ davon, eine „Karteileiche“ bei der Atlantikbrücke zu sein. Diese bietet als Projekt des Weiteren ein sogenanntes Young-Leaders-Programm für Nachwuchsführungskräfte an, zudem gibt es die von Young-Leaders-Alumni und Mitgliedern der Atlantik-Brücke gegründete Organisation Global Bridges.

Ein Absolvent des Programms ist beispielsweise Jan Philipp Burgard, stellvertretender Studioleiter des ARD-Studios in Washington und bisher jüngster ARD-Korrespondent in den USA. Zu verschiedenen Fragen diesbezüglich wollte er keine Stellungnahme abgeben (die Fragen, die ich ihm geschickt hatte, findet ihr in der Anmerkung). Die ARD antwortete mir, die Mitarbeitenden der jeweiligen Landesrundfunkanstalten seien nicht auskunftspflichtig, in welchen Vereinen oder Initiativen sie engagiert oder Mitglied seien. Eine etwaige Abfrage von persönlichen Haltungen stelle einen massiven „Eingriff in die Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte“ dar. Wie der Rest der Gesellschaft auch seien die Mitarbeiter:innen „Mitglieder in Sportvereinen, engagieren sich für unterschiedliche gesellschaftliche Projekte, haben eine eigene politische Meinung etc.“

  1. Sind Sie Mitglied der Atlantikbrücke? Wenn ja, was hat Sie dazu bewogen, am Young-Leaders-Programm teilzunehmen und Mitglied der Atlantikbrücke zu werden?

  2. Sind oder waren Sie Mitglied in weiteren transatlantischen Netzwerken oder ähnlichen Institutionen?

  3. Warum machen Sie Ihr Engagement nicht transparent, beispielsweise auf Ihrer Webseite oder in Ihrem offiziellen Profil auf der WDR-Seite?

  4. Haben Sie jemals finanzielle oder andere Zuwendungen von der Atlantikbrücke oder einer anderen Organisation in der Richtung bekommen? Wenn ja, wofür?

  5. Wie würden Sie den Einfluss der Atlantikbrücke auf Ihre Arbeit beschreiben?

  6. Haben Sie die Teilnahme am Young-Leaders-Programm und/oder die Mitgliedschaft in der Atlantikbrücke (wenn die Antwort bei 1. „Ja“ lautet) in Ihrer Karriere unterstützt? Wenn ja, inwiefern?

Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger betont allerdings, dass mit seiner Untersuchung nicht nachgewiesen werden könne, dass sich die Meinung der Journalist:innen an die der „sozialen Umgebung“ in Vereinen wie der Atlantikbrücke angepasst habe. Er schreibt: „Möglich ist auch, dass die Netzwerke überhaupt erst entstanden sind, weil die Journalist:innen bereits elitenkompatible Ansichten hatten oder eine Kombination aus beidem: Journalist:innen werden von Politik- und Wirtschaftseliten nur dann eingebunden, wenn sie keine allzu kritischen Einstellungen aufweisen.“

Leider hätten Kolleg:innen im Anschluss an seine Doktorarbeit nicht in diese Richtung weitergeforscht. Wahrscheinlich kommt man bei so etwas leicht in den Verdacht, aktivistisch statt objektiv zu sein, so Krüger. Außerdem nehme man mit so einem Thema als Schwerpunkt generell eine elitenkritische Haltung ein, die nicht besonders karrierefördernd sei.

Krügers Erkenntnisse sorgten für großes Aufsehen, nachdem das ZDF sie in der Satiresendung „Die Anstalt“ aufgegriffen hatte. Und dafür von zwei Journalisten der Wochenzeitung Die Zeit verklagt worden ist, die am Ende vor dem Bundesgerichtshof scheiterten.

Nachzulesen im 2016 erschienenen Buch „Mainstream. Warum wir den Medien nicht mehr trauen“.

In seinem 2015 erschienen Buch „Sagt uns die Wahrheit! Was die Politiker verschweigen und warum“ nahm Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, Bezug auf die „Anstalt“-Folge. Er hielt fest, in den transatlantischen Netzwerken werde durchaus kontrovers diskutiert:

„Allerdings entsteht dabei eine eng umgrenzte Zone des Denkbaren und des Abwegigen, es werden Logiken und Sichtweisen geteilt, über die man sich so einig ist, dass sie gar nicht als Sichtweisen erscheinen, sondern als schiere Selbstverständlichkeit. Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleurstimme zu hören.“

Insofern seien auch die Journalist:innen in der Bringschuld, wenn es um einen „neuen und realistischen Diskurs in der Außenpolitik“ gehe und darum, Vertrauen zurückzugewinnen. Ulrichs Forderung deshalb: Journalist:innen müssten sich aus solchen Vereinigungen verabschieden. Mathias Müller von Blumencron, einer von zwei Chefredakteuren der Zeitung Der Tagesspiegel und früher selbst Korrespondent in den USA, sieht das anders. Netzwerke seien keine Geheimbünde, sondern wichtig in der Politik und für den gesellschaftlichen Diskussionsprozess. Er sagte mir: „Von einem Journalisten erwarte ich, dass er Distanz wahrt, aber natürlich auch Informationen aus den Netzwerken herauszieht.“

Die Eliten seien ihm zufolge wichtig für die Richtung, die ein Land nimmt und insofern genauso für die Berichterstattung: „Ich muss Mittel und Wege finden, um mit den Entscheidungsträgern am Tisch zu sitzen und zwar nicht nur bei einer offiziellen Konferenz, sondern auch in informelleren Gestaltungen, wo möglicherweise die interessantesten Gedanken und Gesprächsfetzen für meine Recherche herumfliegen. Und zwar ohne mich mit ihnen gemein zu machen“, so Blumencron.

Zudem glaube er, dass wir in einer anderen Zeit leben als der, in der Bernd Ulrich für sein Buch recherchiert habe. „Es gab sicher eine sehr große Sympathie mit der Regierung von Obama, jetzt haben wir aber eine völlig andere und insofern sind auch die Diskussionen und Debatten anders.“ Er könne keine spezifisch amerikanische Sichtweise in irgendeiner Berichterstattung wiederfinden und auch die NATO würden führende Medien in vielerlei Hinsicht kritisieren: „Wir sind doch nicht das Verbreitungsorgan von NATO-Interessen, im Gegenteil: Wir werfen auf diese Institution einen genauso kritischen Blick wie auf andere Amtsstellen und Organisationen.“

Journalist:innen können in Kontakt mit Eliten sein, wenn sie sich nicht zu deren Kompliz:innen machen

Jemand, der die NATO nicht so kritisch sieht, ist Marcus Pindur, der Korrespondent für Sicherheitspolitik des Deutschlandradios. In einem Bericht des Weser-Kuriers über einen 2018 von ihm in einer Logistikschule der Bundeswehr gehaltenen Vortrag zum Thema 70 Jahre NATO wird er mit den Worten zitiert, diese sei aus europäischer Sicht alternativlos und lebenswichtig. Außerdem forderte er dort – wie schon auf anderen Veranstaltungen (siehe hier und hier) – ein stärkeres militärischeres Engagement der Bundesrepublik, beispielsweise eine Erhöhung der Rüstungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und nutzte dafür exakt dieselbe Begründung, die Angela Merkel im Bundestag lieferte: „Es geht um Ausrüstung, nicht Aufrüstung.“ Zudem dürfe man nicht vergessen: „Wir verdanken Freiheit und Wohlstand einem Frieden in Europa, der seit mittlerweile 70 Jahren andauert.“ Etwas, das auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg fast wortgleich gerne betont.

Auf Anfrage sagt Pindur, er werde öfter zu Vorträgen oder Diskussionsveranstaltungen eingeladen, in denen er aber nicht für das Deutschlandradio spreche, sondern persönliche Stellungnahmen abgebe. „Es handelt sich hierbei um meine Einschätzungen und Meinungen, die auf einem fundierten Studium der Fakten beruhen“, so Pindur, sie seien „Produkt meines individuellen Erkenntnis- und Bewertungsprozesses.“ Diese sei er stets bereit, zu diskutieren. Auf andere Fragen wollte er nicht antworten (ihr findet sie wieder in den Anmerkungen).

  • Im Text heißt es: „Marcus Pindur ist ein Atlantiker und erklärter Fan des Atlantischen Bündnisses.“ Sehen Sie sich als „Atlantiker“ und als „Fan des Atlantischen Bündnisses“?

  • Warum weisen Sie Ihr Engagement in dieser Richtung nicht transparent aus im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Sicherheitskorrespondent des Deutschlandfunks?

  • Sind oder waren Sie Mitglied bei einer der folgenden (siehe unten) oder ähnlichen Institutionen oder sind beziehungsweise waren Sie solch einer Institution anderweitig verbunden?

  • Haben Sie von einer dieser oder einer ähnlichen Institution schon einmal Geld bekommen und wenn ja, wofür: Gesellschaft für Sicherheitspolitik, Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz, Deutsche Atlantische Gesellschaft, Atlantikbrücke, American Council on Germany, German Marshall Fund of the United States, NATO.

Zudem schrieb Pindur zunächst, aus dem Weser-Kurier zitierte Aussagen habe er so nie getroffen, sondern der berichtende Journalist. Auf die Nachfrage, welche Aussagen er bestreite, reagierte er nicht mehr. Das Deutschlandradio wiederum teilte auf Anfrage mit: „Die Tatsache, dass Herr Pindur im Rahmen von externen Veranstaltungen, bei denen seine Teilnahme im Vorfeld mit seinen Vorgesetzten abgestimmt war, seine Einschätzungen und Meinungen äußert, steht nicht in Konflikt mit unserem journalistischen Selbstverständnis.“ Denn: „In unseren Programmen bilden wir insbesondere in Interviews und Kommentaren ein breites Meinungsspektrum und somit die Vielfalt der Gesellschaft ab.“

Medienwissenschaftlerin Cornelia Mothes weist darauf hin, eine pauschale Bewertung der US-Berichterstattung deutscher Medien sei nicht möglich, sondern stark abhängig von der jeweiligen Zeit und politischen Entwicklungen. Bei etwaigen Einseitigkeiten müsse man zudem unterscheiden, wem gegenüber Journalist:innen unkritisch seien: zum Beispiel bestimmten US-Medien oder der jeweiligen Regierungspolitik. Sie bezweifelt, dass Journalist:innen derzeit unkritisch über die USA berichteten.

Aus wissenschaftlicher Sicht gebe es zudem einen Unterschied zwischen etwas, das man wahrnehme und der Frage, ob sich das dann auch nachweisen lasse. Bisher gebe es keine Forschung mit klaren Belegen für Einseitigkeiten. Dass etwa der Kontakt zu Führungspersönlichkeiten nicht grundsätzlich schlecht sei, sieht auch Medienwissenschaftler Uwe Krüger so. Es könne wertvoll sein, wenn Journalist:innen Umgang mit Eliten haben – wenn sie das transparent und sich selbst nicht zu Kompliz:innen machen.


Redaktion: Rico Grimm, Schlussredaktion: Susan Mücke, Fotoredaktion: Martin Gommel.

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