Blutgeld - was mit deiner Blutspende passiert

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Blut, überall Blut. In Beuteln hängt es von der Decke, lagert in Kisten, ruckelt auf Fließbändern dahin oder wird rasend schnell in Zentrifugen geschleudert. Rund 2.000 Spenden wurden in der Nacht angeliefert, jetzt herrscht eifrige Betriebsamkeit in der rot-weißen Welt des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Nur 24 Stunden haben die Mitarbeiter nach der Entnahme Zeit, um alle Spenden zu verarbeiten. Bayern. So steht es im Gesetz. Danach rollen Laster an, um die fertigen Blutkonserven abzuholen und an Kliniken und Arztpraxen auszuliefern.

„In gewisser Hinsicht haben wir hier unseren eigenen Blutkreislauf”, sagt Alexander Giss, Leiter des Produktions- und Logistikzentrums im unterfränkischen Wiesentheid, in dem alle Spenden aus dem Bundesland zusammenlaufen. Mit der Schulter drückt Giss eine schwere Metalltür auf und steuert zielstrebig auf die Filtrationsanlage zu. Sie ist die erste Station des Kreislaufs – und mutet wie ein makaberes Kunstwerk an: Hunderte Blutbeutel baumeln von einem Gestell, alle sind über einen durchsichtigen Schlauch mit einem leeren Beutel verbunden. Weil dazwischen ein Filter bremst, tropft das Blut wie Sand in einer Sanduhr von oben nach unten, die weißen Blutkörperchen bleiben dabei im Filter hängen. „Eine Sicherheitsmaßnahme“, sagt Giss, „denn in den Leukozyten sitzen möglicherweise Viren und Oberflächen-Antikörper, die wir loswerden wollen.“

Exakt 45 Minuten später wird das Blut noch weiter in seine Bestandteile zerlegt. Eines ist das Blutplasma. Als Rohstoff für Medikamente ist es auf dem Weltmarkt heiß begehrt – und mittlerweile mehr wert als Erdöl. Dass Blut und Geld zusammen fließen, wäre in Deutschland undenkbar und ist per Gesetz verboten. Allenfalls eine Aufwandsentschädigung zwischen 15 und 25 Euro ist legal. Nur für reine Plasmaspenden darf gezahlt werden, allerdings auch nicht so viel, dass ein Spender damit ernsthaft Geld verdienen könnte. Anders ist es den USA, wo der Blutmarkt privatisiert ist, und Spender viel Geld machen können. Und das ist ein Problem.

Denn aus den USA kommt eine Menge Plasma nach Europa, die Vereinigten Staaten sind der größte globale Exporteur und bedienen 70 Prozent des Weltmarktes. Viele Firmen siedeln sich bewusst in den ärmsten Vierteln und sozialen Brennpunkten der Städte an, um besonders viele Spender anzulocken. Seit der Weltwirtschaftskrise hat sich die Zahl der Blutspenden in den USA verdoppelt.

Aber erstmal zurück nach Wiesentheid, wo Giss nun vor der nächsten Station des Blutkreislaufs steht. In einer Zentrifuge werden die Beutel mit fast 4.000 Umdrehungen pro Minute geschleudert. Die Fliehkräfte zerlegen das Blut dabei in zwei Bestandteile: das begehrte Plasma und die Erythrozyten, also rote Blutkörperchen.

Rote Blutkörperchen.

iStock / Altayb

Deutlich sind die gelbliche und die dunkelrote Flüssigkeit zu erkennen, als ein Mitarbeiter die Beutel aus dem Gerät nimmt. Zwei Phasen, wie bei einem Kirsch-Banane-Saft. In einem dritten Schritt zwingt die Separierungsmaschine beide Stoffe endgültig auseinander, anschließend werden sie getrennt weiterverarbeitet. „In Kliniken besteht für Erythrozyten-Konzentrat der größte Bedarf“, sagt Giss und wiegt eines der Päckchen in der Hand. „Ery“ werde bei akuten Blutverlusten gegeben, etwa nach Unfällen oder bei Operationen, aber auch bei Krebstherapien und Blutkrankheiten.

Ein Beutel kostet zwischen 80 und 100 Euro, die Preise schwanken von Jahr zu Jahr und zwischen den Bundesländern ein wenig. Auch die Blutgruppe spielt dabei eine Rolle. So kostet etwa Null Rhesus negativ mehr, weil diese Blutgruppe von allen Menschen vertragen wird und deshalb für Krankenhäuser besonders wertvoll ist.

Ein Großteil des Plasmas wird an die Industrie verkauft

Anders sieht es mit dem gelblichen Blutplasma aus, das in Sachen Farbe und Konsistenz ein wenig an Hühnerbrühe erinnert. Zwar besteht es größtenteils aus Wasser, enthält aber auch Eiweißstoffe, die für die Blutgerinnung und die Infektabwehr unverzichtbar sind. Als „therapeutisches Plasma“ geht ein Teil davon ebenfalls an Kliniken, wo es vor allem zur Notfallversorgung, nach Verbrennungen und zur Behandlung von Polytraumata verwendet wird. Mit 50 bis 60 Euro pro Beutel ist es günstiger zu haben als das Ery-Konzentrat, auch hier schwanken die Preise aber leicht. Der Unterschied erklärt sich über die Nachfrage: In deutschen Kliniken werden deutlich mehr Erythrozyten als Plasma benötigt, das Verhältnis beträgt etwa 5:1.

Der größte Teil des Plasmas – etwa 70 bis 80 Prozent – wird deshalb an die Industrie verkauft. Abnehmer sind große Biotechnologie- und Pharmakonzerne wie Octapharma, Baxter, Grifols oder CSL Behring. Sie verarbeiten den Blutbestandteil weiter und stellen daraus Impfstoffe und Medikamente her, etwa Immunglobuline und Gerinnungsfaktoren. „Auch das ist lebensrettend, weil viele Menschen auf solche Plasmapräparate angewiesen sind“, sagt Professor Marcell Heim, langjähriger Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin der Universitätsklinik Magdeburg. Für Menschen mit der Bluter-Krankheit etwa seien sie die einzige Chance auf ein normales Leben, dasselbe gilt für viele Immunkrankheiten.

Als Rohstoff für Medikamente ist Plasma auf dem Weltmarkt heiß begehrt. Das liegt auch daran, dass es bis heute keinen künstlichen Ersatz für unseren Lebenssaft gibt. Jedes Jahr setzen die Konzerne mit den Präparaten Milliarden um, die Gewinnspanne ist enorm: „Aus einem Liter Plasma stellen die Firmen Medikamente im Wert von etwa 1.200 Euro her“, sagt Heim. Allerdings sei die Herstellung auch sehr langwierig und komplex, weshalb die Anzahl der Firmen bisher überschaubar ist.

Trotzdem: Angesichts solcher Preise dürfte mancher Spender in Deutschland irritiert darüber sein, dass sie ihr Blut in der Regel für ein Käsebrötchen und einen Kaffee hergeben. Die meisten Spender leben in dem Glauben, dass ihre Vollblutspende direkt bei hilfsbedürftigen Patienten im Krankenhaus landet. „Da mangelt es leider etwas an Transparenz“, sagt Professor Heim.

Die USA exportieren Blutplasma nach Europa

Hinzu kommt, dass die Konzerne wegen ihrer ethisch fragwürdigen Praktiken in der Kritik stehen. Das könnte gerade für Menschen, die aus moralischen Motiven Blut spenden, durchaus ein Problem sein. Christian Kohl vom BRK lässt dieses Argument aber nicht gelten: „Das Blut für Medikamente ist unter dem Strich genauso notwendig und lebensrettend wie die Blutkonserven in den Krankenhäusern.“ Er betont, dass das verkaufte Plasma nicht an anderer Stelle fehle. „An die Industrie geht nur der Überschuss, der sonst entsorgt werden würde. Die Versorgung der Krankenhäuser und Praxen leidet darunter also nicht.“

Kopfweh bereitet ihm eine ganz andere Sache: „Die Firmen kaufen Plasma aus der ganzen Welt. Und nicht überall wird das Blutspenden mit so hohen moralischen Ansprüchen gehandhabt wie in Deutschland.“

In privaten Spenderzentralen in den USA können Bürger Vollblut oder nur Plasma spenden – für beides wird bezahlt. Und zwar nicht zu knapp: Für zwei Plasmaspenden die Woche gibt es am Monatsende 200 Dollar. Auch Vollblutspenden werden in den USA entlohnt.

Blutspenden - in den USA ein Zusatzverdienst.

iStock / DieterMeyrl

Hierzulande würde wohl kaum jemand auf die Idee kommen, sich die Miete mit Plasma- oder Vollblutspenden zu finanzieren. In den USA aber ist das ein gängiges Modell. „Durch finanzielle Anreize steigt aber die Gefahr, bei den Angaben über die eigene Gesundheit zu schummeln“, sagt Kohl. Er sieht in der Vorgehensweise deshalb ein Sicherheitsrisiko.

Tatsächlich zeigen Studien, dass die Unentgeltlichkeit ein wesentlicher Sicherheitsfaktor beim Blutspenden ist. In den USA aber greift dieser Mechanismus nicht: Um möglichst viel zu verdienen, spenden viele Bürger mehr, als es ihrer Gesundheit guttut, machen falsche Angaben zu ihrer Gesundheit oder finanzieren sich mit dem Blutgeld sogar ihren Drogenkonsum. Seit der Wirtschaftskrise hat sich die Zahl der Blutspenden in den USA verdoppelt, das Geschäftsmodell hat sich in der urbanen Unterschicht etabliert.

„Sicher ist die Sache trotzdem“, sagt Professor Heim, der auf die lückenlosen Tests zur Vorbeugung von Infektionen verweist. Ansteckungen durch Erreger in Blutplasma habe es seit mehr als einem Jahrzehnt nicht gegeben, die Auflagen sind extrem streng. Plasma zum Beispiel wird grundsätzlich für eine bestimmte Zeit, die sogenannte Sperr- und Quarantänelagerung, nicht genutzt. Erst wenn der Spender ein zweites Mal kommt und alle Werte in Ordnung sind, wird es freigegeben. So will man auch Infektionen ausschließen, die nicht sofort im Blut nachweisbar sind.

Doch selbst wenn das Sicherheitsrisiko letztlich überschaubar ist – die ethische Frage bleibt: Ist es in Ordnung, den Ärmsten der Armen das Blut aus den Adern zu lassen? Tendenzen dafür gibt es mittlerweile auch in Europa. „Ich glaube, es ist eine Frage der Zeit, wann ärmere Menschen Plasmaspenden für sich entdecken und die Ämter darauf aufmerksam werden“, sagt Heim. Vor allem in den neuen EU-Ländern werden solche Tendenzen von der Politik aufmerksam verfolgt.

Dilemma für die Blutspendedienste

Die deutschen Blutspendedienste jedenfalls stellt das Plasma-Geschäft vor ein Dilemma: Verkaufen sie überschüssiges Plasma an die Industrie, rettet das den wertvollen Stoff vor dem Müll – und kommt Menschen in Form von Medikamenten zugute. Liefern sie aus moralischen Erwägungen heraus nicht, würde der Anteil aus anderen, fragwürdigeren Quellen zwangsläufig steigen.

Zurück in der bayerischen Blutfabrik: Neben dem Erythrozyten-Konzentrat und den Plasmabeuteln, die auf einem Fließband direkt in den Kühlraum fahren, schöpfen die Mitarbeiter auch noch Thrombozyten ab. Das sind Blutplättchen, die vor allem Krebspatienten benötigen. Damit ist die Produktpalette komplett: Erythrozyten-Konzentrat, therapeutisches Plasma und Thrombozyten-Konzentrate – diese drei Bestandteile werden aus jeder Spende gewonnen. „Das hat den Vorteil, dass jeder Patient nur genau das bekommt, was er braucht, und das Infektionsrisiko minimiert wird“, erklärt Professor Bernhard Heindl. Er leitet das OP-Management der Universitätsklinik München und sitzt damit am Ende der Lieferkette.

Sobald die Blutspenden den Kreislauf durchlaufen haben, können sie eingelagert oder ausgeliefert werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist dabei sehr unterschiedlich: Plasma hält sich tiefgefroren problemlos drei Jahre, Erythrozyten gekühlt 42 Tage und die empfindlichen Thrombozyten landen schon nach vier Tagen im Müll. Egal, wo sich die Beutel gerade befinden – immer wieder werden ihre Etiketten überprüft und mit den Computerdaten abgeglichen. „Eine lückenlose Dokumentation ist das Wichtigste, sonst landen am Ende wertvolle Konserven im Müll“, sagt Leiter Giss.

Beutel mit Blutplasma.

iStock / nano

Sicherheit ist beim Umgang mit Blut oberstes Gebot: Schon bei der Entnahme werden drei Röhrchen mit Blut gefüllt und an zwei Labore weitergeleitet. Dort wird jede Spende auf Krankheiten wie HIV, Hepatitis oder Ringelröteln überprüft. Das ist aber nicht alles. Über den gesamten Verarbeitungsprozess hinweg werden die Spenden immer wieder kontrolliert: Stimmt die Blutgruppe? Ist der Spender identifizierbar? Welche Infos gibt es aus dem Labor? Hat der Spender schon einmal Blut abgegeben? Wurde der Fragebogen korrekt ausgefüllt?

Patzer kann sich hier niemand leisten. Schon gar nicht der Platzhirsch auf dem Markt. Die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes halten mit knapp 75 Prozent Marktanteil eine Monopolstellung im Blutgeschäft. Den Rest des Kuchens teilen sich private Dienste wie Haema und universitäre oder kommunale Einrichtungen. Gemeinsam sorgen sie für eine flächendeckende Versorgung, denn Blut darf nicht importiert werden. Lediglich Medikamente auf Plasmabasis dürfen ins Land geholt werden, doch den Bedarf der Krankenhäuser muss das Land selbst abdecken. Noch funktioniert das gut, obwohl immer weniger Menschen spenden.

Das deutsche Spendenmodell ist einzigartig

Im internationalen Vergleich ist das deutsche Blutspende-Modell etwas Besonderes, weil es eine sehr günstige und sichere Versorgung ermöglicht. Während drei Viertel der Deutschen freiwillig spenden, setzen andere Länder auf finanzielle Anreize wie die USA, drücken den Bedarf im Klinikalltag auf ein Minimum wie Frankreich oder machen Spenden zur „Familiensache“, wie etwa in Griechenland, Spanien, Italien oder Mexiko.

Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Blut in Deutschland günstig zu haben. Mit rund 140 Euro kosten Konserven bei uns nur etwa halb so viel wie in der Schweiz oder in Schweden. „Das Modell entlastet das Gesundheitswesen und hält die Kosten überschaubar“, sagt der Münchner Professor Heindl.

15.000 Konserven werden in Deutschland jeden Tag gebraucht, jährlich summiert sich das auf rund 4,5 Millionen. Das Geld, das die Krankenhäuser für das Blut bezahlen, stellen sie den Krankenkassen in Rechnung. Und das Geld, das die Blutspendedienste bekommen, wird reinvestiert. Dazu ein Rechenbeispiel: Im Jahr 2013 betrugen die Kosten für eine Vollblutspende 134,86 Euro. Auf Spenderwerbung, Terminorganisation und Blutentnahme entfielen dabei 80,26 Euro, auf Laboruntersuchungen und Kontrollen 19,63 Euro. Der Erlös wiederum lag bei 134,90 Euro. Das macht einen Überschuss von vier Cent. Den Blutspendediensten Geldmacherei vorzuwerfen, wie es immer wieder zu lesen ist, ist daher nicht ganz richtig.

Aber eben auch nicht ganz falsch, wie noch zu sehen sein wird. Blutspendedienst-Sprecher Kohl ärgern solche Vorwürfe sehr: „Es wird gerne vergessen, dass über die gesamte Wertschöpfungskette ein erheblicher Aufwand entsteht.“, sagt er. Logistik und Produktion, Aufbereitung, Sicherheitschecks, Räumlichkeiten, Personal und Maschinen verschlingen jedes Jahr viel Geld. Zuschüsse bekommen die Dienste nicht, Gewinne dürfen sie als gemeinnützige Organisation nicht erzielen. „Rücklagen für Ausgaben sind aber erlaubt – und wir brauchen sie auch dringend“, sagt Kohl.

Tatsächlich ist die Dominanz eines Anbieters für den Markt gar nicht schlecht. Denn obwohl Blut ein knappes Gut ist, sorgt ein nicht auf Gewinne getrimmter Platzhirsch für dauerhaft niedrige Preise. Trotzdem ist der Magdeburger Blut-Experte Heim nicht ganz zufrieden mit der Transparenz der Blutspendedienste. Etwa sei kaum bekannt, dass die Ortsvereine des Roten Kreuzes, die vor Ort die Werbetrommel rühren, Termine organisieren und Brötchen verteilen, jedes Jahr Aufwandsentschädigungen in Millionenhöhe erhalten. Diese seien deutlich überhöht, findet Heim. „Die Spender kriegen nichts, das DRK dafür eine Menge“, sagt er.

Notreserven für Amokläufe, Unfälle und Terroranschläge

In der Blutfabrik in Wiesentheid führt die letzte Station des Kreislaufs in die Notfallzentrale. Hier wird darauf geachtet, dass auch für größere Notfälle immer genug Reserven vorrätig sind – etwa für Unfälle, Terroranschläge oder Amokläufe. Hier klingelte das Telefon zum Beispiel nach dem Zugunglück von Bad Aibling oder dem Amoklauf in München.

Der typische Spender ist übrigens entweder jung oder alt. „Um das 20. Lebensjahr herum spenden viele Menschen, danach sind die Leute erstmal mit dem Einstieg ins Berufsleben, der Familiengründung und dem Hausbau beschäftigt“, sagt Heim. In der Statistik äußert sich das durch ein großes Loch bei den 25- bis 35-Jährigen. Ab dem 40. Lebensjahr steigt die Spendenbereitschaft wieder an, besonders regelmäßig kommen außerdem Senioren zwischen 50 und 60. Interessant auch: 94 Prozent der deutschen Bevölkerung halten Blutspenden für wichtig, 60 Prozent würden spenden gehen, und nur 3,5 Prozent tun es tatsächlich regelmäßig. Und das, obwohl die Wahrscheinlichkeit, im Laufes des Lebens einmal auf eine Spende angewiesen zu sein, bei 86 Prozent liegt. „Blut wird immer gebraucht“, sagt Kohl.

Fünf bis sechs Liter davon fließen durch die Adern jedes Menschen, etwa 5.000 Euro sind sie wert. Doch muss man sich in Deutschland wirklich Sorgen machen, dass mit dem gespendeten Blut Geschäfte gemacht werden? „Nein“, sind sich die Professoren Heim und Heindl einig. Natürlich sei Blut ökonomisch wertvoll, doch der Markt in Deutschland berge aktuell nicht die Gefahr einer übermäßigen Kommerzialisierung – weder bei den Blutspendediensten, den privaten noch den universitären Anbietern. Daher lautet ihr Fazit: „Blut spenden rettet tatsächlich Leben. Und wer kann, sollte es unbedingt tun – egal wo.“


Redaktion Christian Gesellmann, Produktion Vera Fröhlich, Bildredaktion Martin Gommel (Aufmacherbild: iStock / myshkovsky).