Susu - afrikanisches Mikrofinanzsystem

von Andi Kranz, Köln

10.10.2013

  • 10.10.2013

    Am Montag geht die Reise los!

    Hallo meine lieben Unterstützer... ich möchte mich bei Euch bedanken, für die letzten 31 Tage in denen ich mein erstes Crowdfunding erleben durfte. Mein Fazit: Krautreporter ist unbedingt empfehlenswert!!! Auch wer scheitert bekommt genug Fokussierung auf das eigene Projekt. Lasst Euch darauf ein, erkennt die Fehler und macht es beim zweiten Versuch besser. Das größte Ziel ist nicht das Projekt selber, sondern den Weg zu finden die Menschen zu aktivieren! Wenn man noch keine "Fans" hat, geht dieser Weg nur über das Thema. Das Susu Thema ist zu weit weg für die Menschen in Deutschland. Es betrifft sie nicht. Ein Film darüber wäre purer Luxus.

    Mein Glück ist, dass ich diesen Luxus nun trotzdem produzieren werde. Am Montag geht es los. Ich bin perfekt ausgerüstet. Ich werde einen wöchentlichen Newsletter zum Thema Susu verschicken. Bei Interesse bitte email an. info@kranzfilmz.de Verfolgt die Reise bei facebook https://www.facebook.com/susumicrofinance

    Andi

    p.s. Die Sparkassen Stiftung hätte ich nie gefunden, ohne Euch.

  • 06.10.2013

    Gescheitert!

    Es ist mir nicht gelungen ein echtes Crowdfunding zu erzeugen. Die Menschen die mich unterstützt haben, die habe ich fast alle mit persönlichen Emails dazu bewegt. Was soweit ja auch O.K. ist für alle Beteiligten. Ich wollte aber auch Menschen erreichen, die sich für so ein Projekt einsetzten, weil sie es für notwendig ersehen. Die 28 Menschen die mich bis heute unterstützt haben machen mich froh. Danke an Euch. Aber es wird nicht reichen und das möchte ich gerne schon heute einsehen. Denn jetzt kommt die gute Nachricht. Ich habe über das Crowdfunding und die Fokussierung auf das Thema Susu und meine weiteren Reisevorbereitungen einen immensen Input bekommen. Ich habe auch Kontakt zu anderen Finanzierungsmöglichkeiten knüpfen können. Eine Stiftung ist bereit mich mit 2000 Euro zu unterstützen. Das stellt die Studio Kosten in Berlin und Erfurt sicher und somit den größten Teil der Postproduktion. Ich werde Euch während meiner Reise überzeugen. Dann schauen wir weiter. Denn, Crowdfunding ist ja nicht gestorben, sondern nur mein erstes Projekt... Ach so, eine Woche habt ihr ja noch Zeit für ein mittelschweres Wunder. Freu

  • 23.09.2013

    Reiseroute: 31 Tage auf dem Weg des Susu

    Die Reise führt mich kreuz und quer durch Ghana. Ich möchte zeigen wie das Susu überall im Land funktioniert. Und das werde ich spüre müssen - durch Kilometer fressen. Konsequent nach dem Motto: "Der Weg muss auch das Ziel sein." Das Susu ist so vielfältig, so vielfältig wie Ghana. Jetzt gilt´s. Andi wählen!

  • 16.09.2013

    Alles oder Nichts!

    Willkommen in der zweiten Finanzierungswoche. Der erste Tausender ist zusammen. Vielen Dank. Die am meisten gestellte Frage aus der ersten Wochen war: "Was passiert mit dem Geld, wenn die 7500 € nicht zusammen kommen"? Ganz einfach. Wenn das Projekt scheitert, bekommt jeder sein Geld zurück und der Film wird nicht produziert. Sollte es mit nicht gelingen, genügend Menschen für dieses Projekt, in der Kürze der Zeit hinter mich zu bringen, werde ich meinen Aufenthalt in Ghana verkürzen, aber natürlich trotzdem dorthin fliegen um etwas mehr über das Susu zu erfahren und auch filmisch fest zu halten. Es gibt kein Risiko für Keinen. Ein Grund mehr mich so schnell wie möglich zu unterstützen.

  • 13.09.2013

    Freitag der 13.

    Danke zu sagen ist leicht. Heute sind es knapp 4 Tage die ich für mein Projekt bei Euch werbe. Es ist ein erstaunliches Gefühl das ich schon jetzt nicht mehr missen möchte. Ich habe schon mindestens 30 Emails verschickt, immer persönlich gehalten und mit der größtmöglichen Demut. Ich brauche Eure Unterstützung und das finde ich gut so. Ich habe mir vorgestellt, ach quatsch, ich habe davon geträumt, wie es wäre, wenn ich in Eurem Auftrag, in der Wüste, im Norden Ghanas, nach einem Susu Händler suche. Zuviel Kommas im Traum. Bis die Reise losgeht werdet ihr mich kennen lernen. Damit wir uns in Ghana ganz auf das Susu konzentrieren können. Deshalb hier ein kleiner Einblick in meine Küche.

Wie sich die Menschen in Westafrika ihr eigenes Finanzsystem aufgebaut haben – und warum es für uns alle so wichtig ist.

Was ist Susu überhaupt, und wie funktioniert es in Ghana?

Susu ist das in Ghana übliche Sparsystem für einfache Tagelöhner und Marktfrauen. Die gängige Sparzeit läuft über 31 Tage. Der Sparbetrag kann beliebig gewählt und muss dann täglich eingezahlt werden. Nach 31 Tagen bekommt der Sparer 30 Tage seines Sparbetrages ausgezahlt. Ein Teil bleibt für den Susu-Händler als Gebühr, er fungiert somit als Bank.

Im Gegensatz zu Banken jedoch ist der Susu-Händler bei den Menschen vor Ort. Das Vertragsverhältnis zwischen Händler und Sparer beruht allein auf Vertrauen. Man kennt sich.

Für Menschen, die ihr Geld mit der täglichen Arbeit und in bar verdienen, ist es nicht leicht, ihr Einkommen bei einem Geldinstitut anzulegen. Die Banken in den Innenstädten sind schwer zu erreichen und haben nur wenige Stunden am Tag geöffnet. Das ist für den Alltagsgebrauch unzulänglich. Der Susu-Händler hingegen ist immer in der Nähe. Er ist sogar oft ein Nachbar oder kommt zumindest aus dem gleichen Stadtteil.

Für alle Menschen die zur modern geprägten Geldwirtschaft keinen Zugang haben, gibt es also das Susu Banking. Susu bedeutet auf Englisch ‚small small’, frei ins Deutsche übersetzt: „Jeden Tag ein bisschen mehr“.

Was ist das Ziel? Wann geht es los? Wann ist der Film fertig?

Das Hauptziel ist die Realisierung einer 45-minütigen Dokumentation. Ich will zeigen, welche gesellschaftliche Rolle Susu zukommt: Welchen Einfluss hat das Susu auf die wirtschaftliche und politische Stabilität in Westafrika?

Am 14. Oktober 2013 geht die Reise los. Mit täglichen Videos werde ich Euch während der Reise informieren. Die sozialen Netzwerke sollen glühen. Der 31-tägige Aufenthalt wird mich quer durch Ghana führen – von den Ölvorkommen im Westen bis zur Wüste im Norden. Gerade die geografische Lage und die Abgeschiedenheit einiger Gegenden in Ghana soll zeigen, wie anpassungsfähig Susu den Menschen bei der Finanzierung ihres Lebens hilft.

Nach meiner Rückkehr werde ich den Film bis Mitte Dezember in Köln vorproduzieren. Ziel ist es, die Dokumentation noch in diesem Jahr – vermutlich zwischen den Jahren – im Berliner mamapost-studio fertig zu stellen. Ich möchte unbedingt den Schwung, den ein solch straffer Zeitplan mit sich bringt, aufrechterhalten, damit ihr so nah wie möglich am Entstehungsprozess beteiligt seid. Am Freitag, dem 31. Januar 2014 soll der Film als Premiere in einem Kölner Programmkino oder an einem ähnlich geeigneten Veranstaltungsort präsentiert werden.

Was bekommt ihr für Euer finanzielles Engagement?

Zunächst einmal bekommt ihr die Prämie Eurer Wahl – und zusätzlich die Gewissheit, auf unkonventionelle Art als Mitproduzent eines unabhängigen Films wichtige Themen zu transportieren.

Die Unabhängigkeit wird mich vor Ort mit einer besonderen Art von Glaubwürdigkeit ausstatten: Ich arbeite in Eurem Auftrag. Ihr werdet mich losschicken und graben lassen. Das wäre toll.

Was passiert, wenn das Projekt scheitert?

Das Flugticket ist schon bezahlt und meine persönliche Beteiligung an den Kosten dieses Projektes, wenn ihr es denn ermöglichen solltet. Falls das Projekt scheitert, erhalten alle ihr Geld zurück und ich bleibe nur 2 Wochen in Ghana.

Warum sollte Andreas Kranz diese Geschichte erzählen?

Ich bin der klassische Quereinsteiger im Mediengeschäft. Bis zu meinem 32. Geburtstag war ich Gastronom. Meine frühe Selbständigkeit ermöglichte es mir dann, einen klaren Bruch in meinen Lebenslauf einzubauen.

Eine Weltreise später, die ich mit einer Videokamera begleitete und somit das Material für meinen ersten Film „Hallo meine Lieben Freunde“ sammelte, fand ich mich im Berliner Hauptstadtstudio der Nachrichtenagentur Reuters wieder. Ich war Journalist geworden. Einfach so. Bei Reuters habe ich ab 2003 als Cutter gearbeitet und so die Welt, die ich vorher bereist hatte, ganz anders kennengelernt. Nebenbei war die Lust am Filmemachen geboren.

2006 brachte mich eine Hochzeit nach Brasilien. Es entstand der Film: „Go Brazil!“. Meiner Fußballleidenschaft sind zwei weitere Filmprojekte zu verdanken. Es begann beim Africa Cup of Nations 2008 in Ghana. Die daraus entstandene Fußball-Dokumentation „Black Stars Rising“ wurde auf Amateurfilm-Festivals mehrfach preisgekrönt.

Angespornt vom „Über“-Thema Fußball, produzierte ich im Jahr 2011 zusammen mit Seraphina Kalze meinen bisher erfolgreichsten Film: „Wir zeigen´s Euch!“ lief im Nachtprogramm beim MDR und hatte während der Entstehung europaweit Follower, die über die Sozialen Netzwerke direkt in das Geschehen vor Ort eingreifen konnten. Auf www.wirzeigenseuch.de könnt ihr dieses Projekt nachvollziehen.

Und nun möchte ich mit eurer Hilfe die Geschichte vom Susu erzählen.

Warum brauche ich mindestens 7.500 Euro? Oder: 10 Gründe, das Budget zu sprengen!

1) Transport, Verpflegung, Kommunikation, Unterkunft: 1000 €

In Ghana werde ich mich so wenig wie möglich mit dem Auto bewegen. Langstrecken mit dem Bus. Manchmal Taxi. Internet und Telefonkosten sind vergleichsweise niedrig, Hotels nur einfachste Kategorie. Im Budget zu bleiben, ist ein Hauptziel.

2) Miete HD Kamera: 1000 €

Ein Super-Sonderkurs den ich nur hier in Köln und nur für ein solches Projekt bekomme.

3) Miete Ton, Equipment, Kamera Zubehör, Stative: 1000 €

Siehe Punkt 2.

4) Schnittplatz: 1000 €

Ich werde den Film auf meinem Rechner vorproduzieren. Die Endmontage im Berliner mamapost-studio soll dann in 5 Tagen gelingen, natürlich auch nur möglich mit Super-Sonderkonditionen!

5) Musik und Audio-Mastering: 1000 €

Auch ein Kostenpunkt, den man gar nicht hoch genug ansetzen kann. Das Erfurter Atomino-Studio ist zwar musikalisches Großhirn, muss aber leider auch sehr haushalten mit den Euros.

6) Übersetzungen und Redaktion: 1000 €

Aus dem Englischen ins Deutsche und vielleicht auch wieder zurück. Die Übersetzungen sowie Begleittexte möchte ich in fähige Hände geben. Auch diese Hände werden lediglich entschädigt.

7) DVD & Booklet 500 Stück: 1000 €

Die Prämienkosten sollte man bei der Kalkulation nicht vergessen. Das wird trotzdem kein Hochglanzcover, aber auf Wunsch als Blue Ray Version in Full HD.

8) Grafiker, Web-Designer, Medienberater 1000 €

9) Versand- & Portokosten: 1000 €

10) Werbekosten: 1000 €

Wer kommt mit?

Gerne jeder. Das wäre für mich zwar eine besondere Art der Herausforderung, aber keinesfalls zu groß: Im März 2011 bereiste ich das Land 4 Wochen zusammen mit meinem damals 6-jährigen Sohn. Ghana is good for you. Nur die nötigen Impfungen müssen etwa 2 Wochen vor Reisebeginn angegangen werden, und schon kann’s losgehen.

Was noch?

Die mir vorschwebende Geschichte muss schon alleine deshalb erzählt werden, weil sie vielleicht anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen aufzeigt, wie es klappen könnte. Susu ist eine echte Alternative.

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Die Arbeiten zu diesem Projekt sind noch nicht abgeschlossen.
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