Bei den Kindern der Weißen Büffelfrau

von Lothar Linzen, Dakota

06.12.2013

Dieses Projekt wurde noch nicht aktualisiert.

Indianer heute? Tradition und Gegenwart, Träume und Realität, Zukunft? Innenperspektive gewinnen, Brücken durch Mikrofon und Internet bauen.

Bei den Kindern der weißen Büffelfrau

Fällt das Stichwort Indianer, so entstehen bei den meisten meiner Gesprächspartner sofort ganz bestimmte Bilder im Kopf: Karl May, mit Winnetou, Wigwam und Squaw, Bleichgesicht und Skalp...

Die Besserinformierten denken vielleicht an die Schlacht am Little Big Horn 1876, die letzte siegreiche Schlacht der Lakota und ihrer Verbündeten gegen die U.S.Armee. Oder sie gedenken dem Massaker vom Wounded Knee 1890, bei welchem über 300 unbewaffnete Lakota von U.S.Amerikanischen Soldaten niedergemetzelt wurden. Oder sie denken an die langjährige Unterdrückung der Ureinwohner Nordamerikas in Reservationen, die schlechten Lebensbedingungen dort an Gewalt und Perspektivlosigkeit...

Aber wie ist es wirklich? Was ist geblieben von den einstigen Kulturen, Traditionen und Sprachen in South Dakota? Unter welchen Lebensbedingungen leben die einstigen „Herren“ des Landes heute? Wie haben sie die Kolonialisierung und die Vertreibung aus ihrem angestammten Gebieten verarbeitet? Wie leben sie heute mit ihren „Weißen“ Nachbarn zusammen. Welche Träume und Vorstellungen, welche Ziele haben sie für ihr Leben?

Um diesen Fragen vor Ort nachzugehen werde ich als Freiwilliger in einem Jugendprojekt auf einer Lakotereservation bei den „Kindern der weißen Büffelfrau“ in South Dakota arbeiten. (Der Legende nach ist ein weißer Büffel so etwas wie die spirituelle Mutter der Lakota) In dem ich den normalen Alltag, die Sorgen und Freuden der Menschen im Reservat teile, hoffe ich einen besseren Zugang zu diesen Menschen zu bekommen. So muss ich nicht aus einer Zuschauerperspektive berichten, sondern bin in das alltägliche Leben integriert und dennoch Beobachter.

Da meine Herangehensweise von vornherein eine Offene ist, kann ich natürlich noch nicht vorherbestimmen welche Themen das Feature genau berühren wird. Dies vermeidet jedoch, dass ich mit vorgefassten Vorstellungen an die Menschen herantrete und dadurch die Authentizität meiner Recherche verfälscht wird.

Wichtig für mich ist die Möglichkeit, dass die künftigen Hörer des Features auf dessen Entstehungsprozess Einfluss nehmen können und Themengewichtungen vorschlagen. In regelmäßigen Abständen werde ich Podcasts veröffentlichen, in denen ich über aktuelle Ereignisse und Entdeckungen berichte. So kann ich in einen Austausch mit meinen Hörern treten. Sie können Fragen und Kommentare zu den jeweiligen Casts senden, auf die ich in den nächsten Ausgaben eingehen kann. Am Ende wird das in den Podcasts verwendete Material zu einem mehr als einstündigen finalen Feature verarbeitet. Es wird also in einem dialogischen Prozess entstehen, der dem Feature seine ganz eigene Dynamik verleihen wird.

Als „nichtprofessioneller“ Journalist produziere ich das Feature in den Studios von Radio T (ein Communityradio in Chemnitz) gemeinsam mit einem Aufnahmeleiter und professioneller Audiotechnik.

Stichpunkte zu meinem Werdegang:

  • Jahrgang 1967
  • 1984 Abschluss zehnklassige polytechnischen Oberschule für Blinde und Sehgeschädigte Königs Wusterhausen, später Abitur und Studium der Sozialen Arbeit in Berlin
  • Nachdem erzwungenen Abbruch der Ausbildung als Klavierstimmer wegen Austritts aus der FDJ konnte ich 1989 die Ausbildung als Masseur am „Reha-Zentrum für Blinde in Chemnitz“ abschließen
  • Arbeit im Chemnitzer Klinikum und am Hospiz für AIDS-Kranke in Oberharmersbach/ Baden
  • Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste bei „Memorial St. Petersburg“ (Bürgerrechtsorganisation die sich um Opfer Politischer Repression in der Sowjetunion und in Russland kümmert.)
  • Engagement für die Rechte von Homosexuellen in Russland bei „Coming Out“ St. Petersburg
  • Beauftragter für Freiwilligenarbeit der Aktion Sühnezeichen in Russland
  • Projektleiter für Wehrdienstverweigerung bei „Memorial Russland“
  • Tätigkeit bei der Caritas St. Petersburg (Bildungsarbeit und Arbeit mit geistig behinderten Menschen)
  • 2011 dreimonatige „private“ Studienreise in die USA und Kanada - u.A. Beschäftigung mit der Situation von Ureinwohnern in Nordamerika

Finanzieller Bedarf für die Produktion des Features

Reisekosten USA hin und zurück 730 €

Beitrag an „Global Volunteer Network“ 1920 €

(Kosten für Unterkunft und Teilverpflegung für 24 Wochen Reservation)

Materialkosten 250 €

Produktionsunkosten bei Radio T (Studio, Technik, Aufnahmeleiter) 250 €

Gesamtausgaben -3040 €

Das durch alle Unterstützer zur Verfügung gestellte Geld wird wie folgt verwendet:

|Projektgeldziel |+1250 €|

|Materialkosten | -250 €|

|Reisekosten (anteilig) | -350 €|

|Unterkunft (anteilig) | -300 €|

|Produktionsunkosten bei Radio T |-250 €|

|Krautreporter Plattform-Gebühren | -50 €|

Jeder Betrag hilft mir das Ziel zu erreichen, ein spannendes und authentisches Hörfeature zu schaffen. Hier einige Beispiele:

10 €: Für dieses Geld kann ich einen Tag auf der Reservation leben

25 €: Für 25 Euro kann ich ungefähr 660 Kilometer meines Weges (etwa 20.000 km) zurücklegen.

50 €: Ich muss mir neue Kopfmikrofone kaufen um gute rundum Athmo-Aufnahmen zu machen. Sie kosten knapp 100 Euro. Also habe ich schon mal ein Halbes für ein Ohr.

100 €: Dafür kann ich das Studio bei Radio T für die Produktion schon einige Zeit blockieren und alle Technik benutzen um alle Aufnahmen ins richtige Licht zu rücken :-)

Alle laufenden Erlebnisse findet Ihr auf meinem Blog unter www.traumfaengercast.de Bitte zögere nicht bei Fragen, Wünschen oder Anregungen zu mir und meinem Projekt mich zu kontaktieren. Vielen Dank!

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