Die Suche nach vermissten Personen

von Erika Mustermann

12.09.2013

Dieses Projekt wurde noch nicht aktualisiert.

Manchmal verschwinden Menschen, aus freien Stücken oder aufgrund von Verbrechen oder Unfällen. Angehörige fühlen sich oft allein gelassen

Abstract: Manchmal verschwinden Menschen einfach, aus freien Stücken oder aufgrund von Verbrechen oder Unfällen. Deren Angehörige oder Freunde fühlen sich mit der Suche oft allein gelassen. Über Tipps, wie sie strukturiert selbst nach den Vermissten suchen können, oder an wen sie sich wenden können, wird in den Medien wenig berichtet.

Sachverhalt & Richtigkeit: Im Oktober 2008 waren laut Bundeskriminalamt (BKA) circa 5400 Menschen in Deutschland als vermisst gemeldet. Täglich würden 250 bis 300 Fahndungen neu erfasst. „Die Polizei leitet eine Vermissten-Fahndung ein, wenn eine Person ihren gewohnten Lebenskreis verlassen hat, ihr derzeitiger Aufenthalt unbekannt ist und eine Gefahr für Leib und Leben angenommen werden kann. Von einer Gefahr für Leib und Leben spricht man dann, wenn die Gefahr besteht, dass die vermisste Person Opfer einer Straftat oder eines Unfalls wurde, die Person hilflos ist oder eine Selbsttötungsabsicht vermutet wird. Erwachsene, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind, haben das Recht, ihren Aufenthaltsort frei zu wählen, auch ohne diesen den Angehörigen oder Freunden mitzuteilen. Es ist daher nicht Aufgabe der Polizei, Aufenthaltsermittlungen durchzuführen, wenn die oben beschriebene Gefahr für Leib und Leben nicht vorliegt. Die Polizei in Bund und Ländern wird oft von Privatpersonen gebeten, bei der Suche nach Angehörigen wie zum Beispiel (Groß-) Eltern, Geschwistern oder ehemaligen (Schul)Freunden zu unterstützen. Die Polizei ist aber nur dann in der Lage zu helfen und Maßnahmen zu veranlassen, wenn die "Vermissten-Kriterien" erfüllt sind”, so das BKA. Viele Menschen, die diese „Vermissten-Kriterien“ nicht erfüllen, werden trotzdem vermisst, ihre Angehörigen oder Freunde sind somit mit der Suche allein. Auf verschiedenen Seiten im Internet können Suchinserate eingegeben werden. Für spezielle Fälle, wie vermisste Personen in Kriegs- und Krisengebieten, vermisste Kinder und zwangsadoptierte Kinder, gibt es spezielle Suchdienste. Wie eine Suche strategisch angegangen werden kann, ist von Fall zu Fall verschieden. Im Internet kann der Suchende in Telefonbüchern, Plattformen, sozialen Netzwerken suchen, auch im Online-Melderegister können Suchanfragen gestellt werden. Kostenpflichtige Suchdienste und Detekteien gibt es zuhauf. Werden im Internet keine Informationen gewonnen, können möglicherweise Verwandte oder Bekannte helfen; dem Vermissten kann am ehemaligen Wohnort oder der Arbeitsstelle oder Ausbildungsstätte nachgespürt werden, auch in Vereinen oder bei Stammtischen kann nachgefragt werden. In seltenen Fällen gibt das Einwohnermeldeamt Informationen über die gesuchte Person heraus. Im Bereich Familienforschung kann auf spezielle Dienstleister oder Stadtarchive zurückgegriffen werden.

Relevanz: Menschen, die eine Person vermissen, sind meist verzweifelt und suchen Hilfe. Viele möchten nicht untätig bleiben und selbst nach der oder dem Vermissten suchen. Wie man eine solche Suche angehen kann, darüber ist wenig bekannt. Berichte mit „Ratgebercharakter“ fehlen. Das LKA Berlin und das BKA verweisen darauf, dass sie die Suche nach Vermissten in den Medien als ausreichend repräsentiert sehen.

Vernachlässigung: Diverse Internetportale bieten Hilfe bei der Suche nach vermissten Personen oder die Möglichkeit, Inserate zu schalten, an. Lokal- und Regionalmedien berichten regelmäßig über Vermisste. Wenn über die Suche nach Vermissten berichtet wird, dann lediglich über technologische Neuheiten oder Themen, wie Rettungshunde. Informationen darüber, wie Betroffene die Suche selbst angehen können, greifen die Medien recht wenig auf. Einige Medien wie „Die ZEIT“ oder „Der Tagesspiegel“ berichteten über eine Personensucherin, doch auch darin sind keine Tipps für Angehörige erhalten. Auch wird regelmäßig über die Polizeiarbeit bei der Suche nach Vermissten berichtet. Eine Ausnahme sind die RTL-Sendung „Vermisst“ und das SAT1-Format „Bitte melde dich“, in denen über die Suche nach Vermissten berichtet wird. Aktenzeichen XY widmete dem Thema „Wo ist mein Kind” am 5. Juni 2013 eine Spezialsendung, in der es auch darum ging, Eltern denen die Kinder entzogen worden sind, Rat zu geben.


Foto: CC BY 2.0 informatique

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