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Disco über alles

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Bei „Italo Disco“ denken viele an Sabrina, die leichtbekleidet am Pool sitzt und „Boys, boys, boys, I’m looking for a good time...“ singt. Oder an Tarzan Boy von Baltimora. Andere erinnern sich vielleicht an Dolce Vita von Ryan Paris oder an Valerie Dores schwärmerisches The Night. Flemming Dalum erinnert sich an alle. An das Obskurste, Stümperhafteste, an das Zugänglichere und Populäre. Er ist Sammler, DJ und vor allem ein leidenschaftlicher Mann; möglicherweise ist er sogar der größte Kurator für Synthpop überhaupt.

Holen wir tief Luft, bevor wir mit noch mehr Namen und Genrebezeichnungen jonglieren und schließlich zu teilnehmenden Beobachtern einer Zeitreise werden. Den Blick zurück werfen: Zeitreisen bedeuten ja immer auch Gegenwart in der Vergangenheit, und wir wollen zurück in eine Pop-Ära, in der man sich weithin in die Zukunft träumte: Hallo Bologna, hallo Mailand, Rimini und Florenz – willkommen im Italien der Achtziger Jahre!

Flemming Dalum an den Plattentellern, frühe Versuche als DJ, Mitte der Achtziger in Dänemark.

privat

Flemming Dalum reicht Kaffee und Pepsi. Wenn sich die Gedanken schon nach 1982 aufgemacht haben, braucht es nichts anderes. 1982 war das Jahr, in dem alles begann. Aber dazu kommen wir noch. Neben den fachgerechten Getränken zum Gegenstand bietet Flemming Dalum einen tiefreichenden und ehrlichen Einblick in ein Leben, das geformt wurde von einer ekstatischen Begeisterungsfähigkeit. Und er lässt uns daran teilhaben. Bei Italo geht es nicht um Ausschluss oder Exklusivität. Es geht ohne Vorbehalte darum, dabei zu sein. Es geht darum, JA zu sagen.

Ein deutscher Begriff italienischen Stils

Flemming Dalum erzählt, dass der Name Italo Disco seinen Ursprung in Deutschland hat. In den eigenen Charts bezeichneten die Italiener den aufkommenden Stil als Italienischen Dance oder just Dance. Um den Jahreswechsel 1982/83 fing die legendäre Plattenfirma ZYX an, italienische Discomusik in Deutschland zu veröffentlichen. So prägte ZYX-Gründer Bernhard Mikulski den Begriff und das Genre war zementiert.

Heute sammelt sich unter der Bezeichnung eine Menge Zeugs. Viele auf eBay gehandelte Schallplatten werden mit dem Genre Italo Disco apostrophiert, weil es sich gut verkauft. Flemming Dalum hat eine strammere Definition: Die Musik muss von Italienern in Italien produziert und von italienischen Plattenfirmen herausgegeben worden sein. Er besitzt jene Veröffentlichungen, die seiner Definition entsprechen, fast allesamt. Selbst würde er sagen, etwa 99 Prozent an Italo aufgestöbert zu haben, das es Wert sei zu sammeln. Wo wir bei den 25.000 Schallplatten wären, die er in seinem Haus in der dänischen Stadt Aarhus gebunkert hat.

Etwa 10.000 Schallplatten befinden sich bei Flemming Dalum allein im Wohnbereich. Und dann sind da noch 15.000 weitere, im Keller verstaut.

Kristoffer Juel Poulsen

Stellen Sie sich vor, wie viel Platz 100 Platten benötigen. Stellen Sie sich 1000 Platten in Ihrem Wohnzimmer vor. Vergrößern wir die Zahl: Im Augenblick hat Dalum 10.000 Stück herumstehen und herumliegen. Jene, die er am meisten hört, wie er sagt.

Klanglich neu verbaut: Die Zeit

Flemming Dalum war von Anfang an dabei. Innerhalb der italienischen Disko ist er eine Institution, eine freundliche Autorität. Beginnen wir also mit dem Menschen Flemming. Der Mensch als Fan. Denn wie bei allen ungeheuren Erfahrungen mit Kunst, jenen Augenblicken also, die einige vorsichtig das Sublime nennen würden, zog es auch Flemming die Hosen aus. Out of the blue. Ein Augenblick, der sich im Englischen so fabelhaft als „significant coincidence“ bezeichnen lässt.

„Ich bin mit dem Rock und Pop gegen Ende der 70er Jahre aufgewachsen. Das ist der frühe Sound, an den ich mich erinnere. Und dann tauchte plötzlich der Synthesizer auf.“ Flemming nennt seine frühen Helden, darunter Depeche Mode, The Human League und Yazoo, diesen neuen, außerordentlichen Klang der Synthesizer, der frischwärts in die Zukunft zeigte. Eine ganz neue Musik, ein neues Schalluniversum.

Und klanglich plötzlich neu verbaut: die Zeit. Alles beginnt für Flemming mit Freund Allan, der ein paar Sommer in Italien verbracht und Platten mitgebracht hatte. Der Klang war weniger poliert, eher extrapoliert, es hörte sich alles unheimlich roh und froh und pur an. Flemming erklärt, dass die italienischen Künstler anfangs keine internationalen Produzenten hatten, dass die Produktionszeiten meistens äußerst kurz waren, was in vielen Fällen zu ungewöhnlichen Herangehensweisen führte, aus denen sehr originelle Sachen hervorgingen. Es entwickelten sich Melodien, die der Idee vom „Reinen im Unreinen“, den Philosophen und Kunsttheoretiker beschrieben haben, nahe kamen.

Ein anderer Teil hatte mit Sprache zu tun. Die Italiener schauten nach England und in die USA. Die Texte sollten sich an alle wenden, an so viele Fans wie möglich, also englisch sein naturgemäß – egal, wie schulmäßig dieses schließlich sein würde. Hier leuchtet der Charme der italienischen Disko auf. Einer der großen Helden des Genres, Savage, der den bürgerlichen Namen Roberto Zanetti trägt, produzierte Hits mit Titeln wie A Love Again oder I’m Loosing You. Das extra ‚O’ in letztgenanntem oder die Vorstellung ‚einer Liebe’ auf Englisch sind niedliche Unfälle, die jene Aufrichtigkeit und den Authentizitätsappeal der italienischen Disko ausmachen.

Videoclip von Savages Hit Nummer drei: „Don't Cry Tonight“

Das lange Warten auf die Nacht und das Öffnen der Türen.

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Flemming ist konsequent offen, sympathisch und von Ironie befreit. Und etwas diplomatisch, wenn er davon erzählt, wie viele Italo-Künstler ihre weniger wohlklingenden Gesangsstimmen mit Instrumentalversionen der Stücke kompensierten, in denen der Synthesizer noch mehr Raum bekam. Generell gilt für Italo Disco, dass Melodien getragen werden von der Maschine.

Der überdeutliche Fokus auf den Synthesizer faszinierte Flemming so sehr, dass er sich selbst mehrere Geräte kaufte und in Bands zu spielen begann. Kurzes Gelächter: „Mein Können reichte aber nicht so ganz heran an das, was ich zu hören gewöhnt war. Also war es besser, einfach weiter Platten zu kaufen.“

Mit Chinese Revenge (1982) von Koto ging es los: „Reiner Synthpop, keines der Instrumente, mit denen ich aufgewachsen bin, war mehr zu hören.“ Es war der glorreiche Anfang einer großen Romanze.

Giorgio Moroder – ein Italiener aus Tirol

Eine der großen Inspirationsquellen für italienische Disko war ein Mann, von dem außerhalb des deutschen Sprachraums kaum einer je gehört hatte. Bis 2013. Mit dem Beitrag zum Daft Punk-Album Random Access Memory stieg sein Bekanntheitsgrad rapide. Dabei hatte er bereits seit den 1970er Jahren einen großen Einfluss auf die Popmusikproduktion.

Im südlichen Tirol unter dem Namen Hansjörg Moroder geboren, gab er sich später den italienischeren Namen Giovanni Giorgio Moroder. In Deutschland war man schneller als anderswo bereit, die neue Klubkultur, die Diskotheken zu umarmen. Und durch seine Verbindung in den deutschsprachigen Raum, war es einfacher für Moroder, progressiv aufzulegen.

So beschreibt er es selbst im Daft Punk-Song Giorgio By Moroder. In Deutschland erfand er den „Klang der Zukunft“. Moroder fragte sich selbst: „Why don’t I use the synthesizer, which is the sound of the future?“

Aus dem Universum der Aufkleber: Xenon, in den Achtzigern eine Italo-Disko in Florenz.

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Mit dem Album From Here to Eternity und seinem Beitrag zu Donna Summers Riesenhit I Feel Love hatte der Italiener Türen für künftige Produktionstechniken aufgestoßen und den Nachtlebenleuten neue Traumwelten hingezaubert. Es entstand ein Popmusik-Futurismus, in dem es um Roboter, das weite Weltall und die Sterne ging. Und man schaute da rauf im Wunsch nach Transzendenz und dass ein klein wenig vom Glanz auf einen herabfallen möge.

Den Anfang also machte ein italienischer Pionier, der nach Deutschland ausgezogen war. Er und andere bedienten sich kräftig am Stolz Düsseldorfs, der Band Kraftwerk, die mit ihren langgezogenen Flächen und Klanglandschaften vormachten, wie sich mithilfe des Synthesizers Reisen und Narrative herstellen ließen, auf eine produktionsgenaue, aber trotzdem äußerst offene Weise. „Bei all jenen deutschen Inspirationsquellen“, findet Flemming, „ist es doch nur fair, dass auch die Genrebezeichnung Italo Disco hier ihren Ursprung hat.“

Sie schauten nach Deutschland, sie träumten von Amerika

Neben Kraftwerk galt die Aufmerksamkeit Amerikanern wie Devo oder dem Engländer Gery Numan. Die Italiener blickten auf das große Ausland hin. Timing und Technik stimmten: Anfangs war der Synthesizer-Sound ein Mythos, der den großen Studios vorbehalten blieb. Doch nun wurden die Geräte erschwinglich für ambitionierte Hobbyproduzenten.

„Die jungen Italiener waren enorm fasziniert von den englischsprachigen Produktionen. Viele Titel von 1982 sind regelrechte Rip-offs früherer UK-Erscheinungen“, sagt Flemming. „Vor allem Yazoo wurden angezapft. In italienischen Diskotheken spielte man damals typischerweise Musik aus England und den USA, selten hatte man das Glück, einen Klub zu finden, der Italo spielte.“

Flemming und Freunde beim Verstauen hunderter Italo-Platten bei einem Besuch in Rimini.

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Nach ähnlichen Mustern lief es auch in anderen Ländern ab. Besonders in Frankreich und Belgien, wo Cold-Wave auf dem Vormarsch war. Ein ebenso roher Sound, ebenso auf billigen Synthesizern produziert. Eine Menge hoffnungsfroher Musiker hatte nun selbst die Mittel, große Träume zu träumen. Dass sich plötzlich viele den Synthesizer leisten konnten, machte es möglich, eigene Visionen für andere hörbar werden zu lassen – oder einfach nur einen mehr oder weniger bescheidenen Popsong in die Menge zu werfen.

„In the beginning there were three chords and a synthesizer“ – eine vorzügliche Zusammenfassung von Cold-Wave in Dummy Mag: „The Dummy Guide To Cold Wave

Nichts sollte nach High-art klingen oder auf irgendeine Weise vornehm sein. Aber es ging schon darum, einen Sound zu finden, unter dem sich der Zuhörer jemanden Flamboyantes hinter dem Keyboard vorstellen konnte, einen weltentrückten Klangsteuermann, der nach einer Million Dollar aussah. Bei Italo-Produktionen, war es jedoch nicht nur gängige Praxis, trashige Großspurigkeit vorzuführen, sondern angeheuerte Models und Statisten, die bei leichteren Popproduktionen normalerweise im Hintergrund wippen und Lippen bewegen, mitmachen zu lassen. Die wahnsinnig gute Laune ist in den Produktionen sehr schön konserviert.

Ein Phänomen aus Norditalien

Italienische Disko war in Italien zunächst nicht von überwältigender Popularität. Vielmehr lag das Epizentrum in Holland. Den Haag und Delft waren ganz weit vorn. Wichtig waren die Städte. Das abgegrenzte Grenzenlose. Die Dezentralisierung, die letztlich für die neuen kollektiven Ausdrucksformen entscheidend war.

Insignien der achtziger Jahre: Locken, Schnurrbart, Metropole.

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Von Garibaldi bis in die Gegenwart haben viele von der Vorstellung eines vereinten Italien geträumt, kulturell wie politisch. Dabei ist es gewiss schon lange sinnlos, Italien als Einheit zu betrachten. Was an einer komplexen Geschichte, Despoten, Opportunisten und fragmentierten politischen Gruppierungen liegt.

Der Traum der Einheit findet sich auch in der italienischen Disko. Aber es handelt sich hierbei vor allem um ein norditalienisches Phänomen. „Unter den Alpen blühte die Bewegung auf“, sagt Flemming. „In den Gegenden um Mailand und Verona lagen viele Plattenfirmen, und genauso konzentrierte sich etwas weiter südlich eine Szene, in Richtung Venedig und Florenz.“

Was nicht bedeutete, dass im Süden keine Italo Disco gehört wurde. In Rom entstand etwas später ein Genremilieu, und als Flemming vor wenigen Jahren Italo-Platten aus Neapel aufspürte, musste er natürlich all jene, die dort produziert worden waren, sofort haben. „Ich dachte lange, ich hätte alles bis ins Jahr 1986“, sagt er. Aber die italienische Disko ist nichts, womit man ganz fertig wird.

Elf Mal reiste Flemming von 1983 bis 1986 nach Italien. Meistenteils nach Mailand, Florenz, Rom und Rimini. Einmal ging es in das kleine Städchen Taggia an der französischen Grenze. Hier liegt das Sea Resort, bekannt als Arma di Taggia, wo sich Dalum 1984 mit der lokalen DJ-Größe anfreundete. Eines Abends, im besten Schuppen im Ort, fragte er seinen dänischen Freund, ob er nicht Lust hätte, bisschen aufzulegen. Und so debütierte King of the Cut, wie Flemming später getauft wurde, auf internationaler Bühne.

Hier geht es zu den Mixes auf Flemming Dalums Soundcloudprofil.

Flemming Dalum auf einer Italienreise Mitte der achtziger Jahre .

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Licht und Rauch und Freudestrahlen

Ohne Rimini geht nichts. Das liegt an jenem Namen, der bei vielen für große Ehrfurcht sorgt und dann für Freudestrahlen: L’Altro Mondo Studios. Der wohl legendärste Club für italienische Disko und Synthpop in den achtziger Jahren. In diesem Tempel erlebte Flemming einen Abend, der sein Leben verändern sollte. Der Auftritt von The Creatures.

The Creatures auf der Kanzel: "Weit über die Tanzfläche hinaus."

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„All dies im Licht und Rauch einer Diskothek in der sich 5000 Menschen befanden. Plötzlich fahren ein paar Roboter, von den ungeheuerlichsten Geräuschen begleitet in den Raum. Zwei Meter hoch, mit Taschenlampenaugen, räumen sie die Tanzfläche. Dann beginnt es zu schneien! Und dann erscheinen The Creatures, vekleidet als 900-jährige Aliens mit Hörnern.“

The Creatures waren, mit Flemmings Worten, die „abgespaceteste Show, die man sich vorstellen kann“. State of the art. Das außerirdische Element war die äußerste Distinktion, exemplarisch für die träumerische und futuristische Italo Disco: Gegen Ende der Show kommt ein Raumschiff aus dem Boden und hebt ab: Space Fly.

Das Booklet eines Albums von The Creatures.

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Es ist dies auch der Name eines ihrer Songs, der zu Flemmings liebsten zählt, obwohl die Nummer eigentlich zu langsam für echten Italo ist. „Aber extrem elektronisch und absolut beispiellos“, sagt Flemming. Das Raumschiff war der Höhepunkt der Bühnenshow von The Creatures. Ihre Epigonen bestückten damit diverse Plattencover.

Flemming und seine Freunde waren gleichermaßen fasziniert. So sehr, dass sie das Personal der L’Altro Mondo Studios immer wieder belagerten, ob sie nicht vielleicht, bitte, bitte, nur ganz kurz einmal, in das Raumschiff hinein dürften, sie plagten das Personal immer weiter, und endlich bekamen die dänischen Jungs von einem jungen Manager die Erlaubnis, Backstage das Allerheiligste zu bestaunen. Einer der Freunde weinte vor Glück. Der Besuch im Raumschiff sei für ihn einprägsamer gewesen als der Tod seines Großvaters wenige Wochen zuvor, sagt Flemming. „Das sagt viel über unsere Passion.“

Hypnotischer Tango aus Bologna

„L’Altro Mondo“ bedeutet „die andere Welt“. Und so war das damals, der Ort der Diskothek war die Zukunft in der Gegenwart, war Traum und seine Atmosphäre kaum zu fassen. Dalum wünscht den neueren und jüngeren Fans, dass sie das hätten erleben können, „diese pure Freude, diese Momente reiner Gegenwart“. Für Flemming ergibt es keinen Sinn, die Erlebnisse von damals für sich zu behalten. „Wie gesagt“, sagt Flemming, „italienische Disko ist immer antiexklusiv.“

Es ging eher volkstümlich zu. Die populäre Fernsehsendung WWF Club im Freitagabendprogramm der ARD – moderiert von Jürgen von der Lippe, Marijke Amado und Frank Laufenberg – hatte in den Achtzigern viele bekannte Künstler zu Gast.

Depeche Mode, Tears For Fears, Human League.

Talk Talk, Duran Duran, Bronski Beat.

Eurythmics, Kim Wilde, Roxette.

Limahl.

Unter den Musikern, die im WWF Club auftraten, waren auch viele Exponenten und Firstmover der Italo Disco: Valerie Dore, Miko Mission, Sandra, Baltimora, My Mine. Letztgenannte geben ein gutes Beispiel, wenn es darum geht, die Entwicklung von Italo zu verstehen.

My Mine war ein Trio aus Bologna. 1983 landeten sie mit der Single Hypnotic Tango einen Superhit. Für viele noch immer eine der wichtigsten Produktionen des Genres. Ein Klassiker, der auch heute gern gesampelt wird. Der legendäre Franckie Knuckles, Anfang dieses Jahres verstorben, produzierte 1987 einige hervorragende Remixes. Er wurde im Übrigen bekannt als The Godfather of House Music. Aber zu House kommen wir noch.

Nach ihrem Debüt veröffentlichten My Mine die Singles Zorro (1984) und Cupid Girl (1985). Mit Zorro traten sie im WWF Club auf, aber die experimentelle Nummer verkaufte sich schlecht. Auch Cupid Girl wurde kein Kassenschlager. Da die Gruppe als solches keine loyale Fanschaar hatte, konnten sie ihr anonymstes Bandmitglied ohne weiteres gegen den hübscheren, blonden Schwarm Darren Hatch austauschen.

Bonusinfo: Frontmann Darren Hatch hatte 1977 eine Rolle in der britischen TV-Serie Children Of The Stones.

Darren Hatch und My Mine performen ihren Song "Can Delight" im WWF Club.

youtube.com

Darren war mit Cupid Girl zum neuen Frontmann der Band geworden, nd man versetzte damit den früheren Sänger Stefano Micheli in den Hintergrund. Dieser war ansonsten prächtig geeignet für die Rolle des Vordersten, mit seinem natürlich-flamboyanten Stil, den falcoesken Zügen im Gesicht und diesen sonderbar roboterhaften Tanzbewegungen, bei denen vor allem die Schultern auffielen.

Besonderen Charme hat ein Auftritt aus dem Jahr 1983, damals live übertragen vom italienischen Kanal RAI, wo Hypnotic Tango aufgeführt wird vor einem Publikum, das das Ganze wie das wildeste Familienfest der Welt aussehen lässt.

Zur Originalversion von Hypnotic Tango wurde auch noch ein zweiter Videoclip mit Studio-Setting veröffentlicht.

1986 produzierten My Mine mit Can Delight einen weiteren Song mit großem Hitpotenzial, und sie waren erneut zu Gast im WWF Club. Plötzlich schien der neue Sänger wie für das Massenpublikum gemacht: Darren Hatch war ein Babyface mit Engelslocken, und Stefano Micheli nahm mit seinen unruhigen Schultern, als zweiter charismatischer Frontmann im Hintergrund, mehr Raum am Syntheziser ein, als es die meisten anderen davor oder danach vermochten. Das dritte Bandmitglied, Carlo Malatesta, versuchte vernünftigerweise nicht mit den beiden zu konkurrieren.

Während des Besuchs der Italiener im deutschen WWF-Club geben sich My Mine betont natürlich, die Chemie ist tadellos. Man sieht sogar den neuen Frontmann seinem Vorgänger in einem zarten Augenblick die Schultern küssen. Can Delight ist der beste Song der Gruppe seit Hypnotic Tango. Die meisten werden bemerken, dass die beiden Hits größte Wesensunterschiede aufweisen. Wo die Durchbruchsingle schärfer, als eigentlicher Synthpop geschnitten ist, kommt Can Delight ultrapoppig daher. Doch der Song floppte abermals. Im kollektiven Gedächtnis verbleibt My Mine ein One-Hit-Wonder. Frage: Was war schief gelaufen?

Als Italo kommerziell wurde

Den Stil zu wechseln, war kein Problem. Künstlern der italienischen Disko ging es nie darum, eine homogene Produktionsmasse herzustellen und diese als Werk zu veröffentlichen. Italo Disco ist eine Huldigung des guten Songs, nicht des Albums. So sieht es auch Flemming: „Ich war und werde vom Moment, vom einzelnen Song eingenommen und fasziniert. Als ich in den Jahren 81-82 das Magische der Maxi-Singles, der Extended Versions und Instrumental Versions entdeckte, wurde das sofort mein Format.“

Alben spielen in der Italo Disco eine untergeordnete Rolle. Bei Single-Veröffentlichungen wurde jedoch ähnlich viel Energie in die Gestaltung der Cover gesteckt.

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Ein Großteil seiner Sammlung besteht aus Maxi-Singles. Einige Hundert 7“ und paar Tausend LPs sind darunter, aber Italo Disco bleibt das Genre des Augenblicks, ein Herantasten an jene Elemente der Popmusik, die ein großes Glück sein können. Scheiterte My Mine also vor allem am Albumformat? Vielleicht ist es vielmehr eine Zeitfrage.

Flemming glaubt, Italo hatte 1986 seinen Höhepunkt erreicht. Was dann kam, war kommerziell, popgerechter und bewegte sich langsam dichter Richtung House – die Produktionen Frankie Knuckles’, der sich von der italienischen Disko faszinieren ließ und die elektronische Musik in eine andere Richtung bewegte, sind ein Beispiel dafür.

Den Italienern war ihr bahnbrechender Erfolg nicht verborgen geblieben, sie waren in allen möglichen europäischen Charts vertreten. Italo Disco wurde zur Inspirationsquelle für andere Gattungen wie Chicago- und Proto-House. Und im Erfolgsstrom ließen sich die folgenden Produktionen an die Verkaufsmasse anpassen, ein Mainstreaming war die Folge.

Ab 1986 war etwas verschwunden: Der pure Sound, der Flemming Dalum und seine Freunde und so viele andere fasziniert hatte, die Freude am rohen Klang, Andere meinen, es gab noch bis 87 oder sogar 88 gute Sachen, und auch Flemming Dalum sagt, es habe noch einige wenige Nummern gegeben, die das richtige Temperament hatten: „Die haben dann auch einen Platz in meiner Sammlung bekommen.“

Was war verloren gegangen? Der großen und ein wenig plötzlichen Popularität geschuldet, wurde immer mehr Wert auf die Produktion gelegt, alles wurde wohlproduzierter: „Wahrscheinlich war es einfach die logische Entwicklung, die kommerzielle Konsequenz. Die Musiker wurden sich ihrer Sachen, den Wegen, sich am wachsenden Markt Anteile zu sichern, bewusst.“

Eine Auswahl kleiner Italo-Fanartikel.

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Flemming Dalum ärgert das nicht. Er freut sich immer wieder und immer wieder noch einmal neu über die Originalität von einst. „Der Kern der italienischen Disko von 1982 bis 1986 ist ein Klang, der seither in Kopien nicht wieder erreicht wurde. Viele haben das versucht, viele versuchen es weiter und alle sind bislang daran gescheitert, wiederherzustellen, was einmal war.“

In re Italo Disco

„Italians Do It Better“ – ein Satz, den viele mit Madonna verbinden werden, die 1986 ein T-Shirt mit diesem Claim in ihrem Video „Papa Don’t Preach“ trug. Doch Italians Do It Better ist auch der Name einer großen Plattenfirma, die sich für den Namen aus Faszination für die italienische Disko entschied.

Italians Do It Better wurde 2006 von den beiden Freunden Mike Simonetti und Johnny Jewel gegründet. Letzterer wurde bekannt durch sein Wirken in den Gruppen Glass Candy und Chromatics, beide stark von den Italienern inspiriert. Wo Glass Candy mit sehnsuchtsvollem Gesang zumeist einen romantischen Rest italienische Disko verkörpern, haben Chromatics noch stärker in Erscheinung tretende Synth-Flächen.

Beide Projekte spielen mit dem Motiv der Reise. Daher war es angebracht, dass Chromatics eine große Rolle im Film Drive bekamen. Der viel gelobte und viel verkaufte Soundtrack enthält auch Namen wie Kavinsky, Desire und Electric Youth – allesamt Repräsentanten moderner Interpretationen der italienischen Disko.

Körniger Schnappschuss aus der Diskothek L’Altro Mondo Studios in Rimini.

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Die meisten der genannten haben eine Verbindung zu Italians Do It Better, durch Singles, LPs oder als Teil der populären Kompilation After Dark. All diese Künstler wollen Musik mit filmischem Charakter machen; was auch das Interesse des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn, der Drive drehte, erklärt.

In Skandinavien haben zuletzt viele Musiker Inspiration bei den heute nahezu unbekannten italienischen Helden gefunden: Albumaktuelle wie Lindstrøm und die stilvolle Annie aus Norwegen beispielsweise. Auch die Schwedin Sally Shapiro verkündet den schwärmerischen Teil der italienischen Disko neu.

Vor einiger Zeit bat Sally Schapiro Flemming Dalum, ein paar Remixes ihrer Singles aufzunehmen. Ist man von Italo Disco fasziniert, kennt man Flemming. Das ist so. Er selbst vergleicht Sally Shapiro mit der Ikone Valerie Dore. Als etwas Träumendes und Leichtes, ein wenig kommerziell aber trotzdem fern von allem.

Retromanie und Revivals

Es scheint, als sei die Frequenz von Revivals mittlerweile deutlich schneller getaktet. Gegenwärtig rückt die Pop-Klimax des vergangenen Jahrtausends in den Mittelpunkt. Bilder, inspiriert von den bunten Neunzigern, von Pepsi White, den Spice Girls und Bill Clinton, von Sehnsüchten nach der Hochkonjunktur an den neuen Märkten, eine Zeit, in der das Ende der Geschichte noch nicht sichtbar war. Den schwerelosen Sound, die sportliche Popphysiognomie dazu liefert gegenwärtig eine junge Kanadierin, Kiesa Rae Ellestad, genannt Keisza.

Der englische Autor, Kritiker und Kulturjournalist Simon Reynolds beginnt sein Buch Retromania mit einem Absatz, der den Anfang des neuen Jahrtausends eher als Rückblick denn als Schritt nach vorne interpretiert. Nostalgie und Redundanzen gelten in seiner Analyse auch und ganz besonders für die Popmusik „am Rande ihrer Erschöpfung“, er berührt die Frage, ob sich die Musik zu Tode recycelt. Das Prefix “Re” dominiert die Beschreibungen der aktuellen Trends: Revivals, Reissues, Remakes, Reenactments.

Fragen und Antworten: Simon Reynolds auf der Internetseite des Guardian zu seinem Buch Retromania (2012).

Italo Disco hat mehrere kleine oder mittelgroße Revivals hinter sich. Das Größte davon ohne Zweifel um die Jahrtausendwende. Der niederländische Musiker I-F, auch bekannt als Ferrenc van der Sluijs, spielte eine zentrale Rolle bei der Wiederbelebung von Italo. Ferrenc leitete einst den Sender Intergalactic FM (früher: Cybernetic Broadcasting System), der auf Italo Disco und Synthpop spezialisiert war.

Kotos "Japanese War Game" – eine der ersten Italo-Platten in Flemming Dalums Besitz.

1999 veröffentlichte er das Lied Space Invaders Are Smoking Grass, welches die Electroclash-Welle startete. Später wurde daraus eine Wiederkehr der italienischen Disko, die mit der aufkommenden Verbreitung des MP3-Formates zusammen fiel. In dieser Zeit wurden weite Teile des Italo-Plattenarchivs digitalisiert. Flemming sagt, die umfassende Aufbewahrung von Italo sei diesem glücklichen Zufall von Aufmerksamkeit und technischem Fortschritt zu verdanken. Viele Songs findet man heute in Musik-Streaming-Diensten, einiges dagegen nur in bestimmten Sammlerforen.

Flemming besitzt ein paar Singles, die es noch nicht ins Internet geschafft haben. Seit 2006 veröffentlicht er deshalb eigene Mixes mit obskuren, versteckten oder schlicht vergessenen Italo-Singles.

Aufruhr in den Archiven: Lewis und das obskure Kapital

Im digitalen Popzeitalter gibt es wohl kaum einen größeren Erregungszustand, als beim Aufstöbern von rarem Zeugs, der Sensation, etwas Unerhörtes, Vergessenes wiederzuentdecken. Eine solche Geschichte dieses Jahres handelt vom kanadischen Musiker Lewis.

Das US-Label Light in the Attic hat sich darauf spezialisiert, seltene Veröffentlichungen auf Flohmärkten und bei Hausräumungen aufzustöbern und deren Produktionsgeschichten zu erschließen. Eines Tages fanden die Labelgründer ein Album namens L’Amour on 1983. Dieses war auf dem zunächst fragwürdigen Label R.A.W. erschienen. Auf der Rückseite des Albumcovers befindet sich eine Widmung an das Sports Illustrated Supermodel Christie Brinkley. Darunter die Namen eines Fotografen, eines Audiotechnikers und eines Musikers, der auf dem Album den Synthesizer gesteuert hatte.

Als sich Light in the Attic entschieden, das Album neu herauszugeben, machten sie den Fotografen Ed Colver ausfindig – dieser konnte den Labelnamen R.A.W. mit der Auflösung von Lewis' bürgerlichem Namen Randall A. Wulff erklären. Colver beschrieb Lewis als Mann mit weißem Mercedes SL Cabrio und Supermodel auf dem Beifahrerseitz, als Mann, der seine Fotosession mit einem ungedeckten Scheck bezahlte.

https://www.youtube.com/watch?v=JdRQTtM6ufA

Schließlich hatte die Geschichte vor allem eine Frage aufgeworfen: Wie es angesichts der digitalen Allverfügbarkeit von allem überhaupt angehen konnte, keine gesicherten Information über einen Musiker und dessen Alben zu finden.

Lewis Baloue in einem Fotoshooting, das er mit einem ungedeckten Scheck bezahlte.

Ed Colver

Im Laufe des Jahres wurde ein weiteres Album von Lewis mit dem Titel Romantic Times entdeckt. Ein Verkäufer auf eBay behauptete, das einzig bekannte Exemplar des Albums zu besitzen. Er verkaufte es für 1825 Dollar. In der Auktion war zu lesen, eine Google-Suche nach dem Album bliebe ohne Ergebnis. Das amerikanische Musikmagazin Pitchfork schrieb dazu in einem Essay: „It was undocumented, even by the all-seeing eye of the Internet. It had truly been lost.“

Hier der Pitchfork-Artikel über die Wiederentdeckung von Lewis Baloue: „Lewis and Mystery in the Age of Information

Bemerkenswert ist, wie viel Wert das Obskure erlangt, wenn Dinge aus dem kollektiven Popgedächtnis verschwinden. Auch deshalb braucht es Menschen wie Flemming, der sich in den Dunkelkammern der Archive zu bewegen weiß. Und er ist einer, der die mit der italienischen Disko verbundene Essenz lebt: Fantasie.

Space is the place...

Italo Disco ist der Wille zum vorbehaltlosen Ja. Es geht darum, eine bessere Welt zu modellieren. Nicht als Flucht, vielmehr als Aufbruch, mit dem Ziel, der Echtwelt und damit sich selbst näher zu kommen. Die Siebziger waren dominiert von einem Sound karger Landschaften, der ein Gefühl der Beschleunigung, des Fahrens exakt vertonte. Die Achtziger hingegen waren das Jahrzehnt in dem die Musik, dank des Synthesizer-Siegeszuges, dem Traum vom Fliegen erlag.

„Einer der größten Einflüsse war ohne Zweifel Star Wars“, sagt Flemming. „Die Filme lösten eine Science-Fiction-Mania aus, die sich so deutlich in Italo spiegelte. Space, die unendlichen Weiten, waren das Thema dieser Zeit, und der Synthesizer lieferte den Klang einer anderen Welt. Trotz schmaler Budgets waren die Album-Cover im futuristischen Stil stets spektakulär.

Aus dem Namen der Florentinischen Disko Xenon machte der dortige Resident-DJ Marzio Dance ein Label.

privat

Wie Flemming stets betont, handelt „Italo von Raum und Romantik.“ Es ist Platz für hellen und für dunklen Pop. Diese Mischung hört man aus vielen Mixes heraus, die Flemming heute produziert. Einer seiner Erfolgreichsten, den er für das Cybernetic Broadcasting System produzierte, trägt den Namen Dark Side of Italo.

Ein guter Fan zu sein, bedeutet für Flemming eine loyale Repräsentation des Genres. Ein guter Mix, sagt er, müsse verschiedene technische Aspekte abdecken und eine Story haben. Damit stellt er sich bewusst gegen die Meinung vieler DJs, ein Mix könne keine Geschichte erzählen.

Eine gute Geschichte erzählen kann etwas so supersimples wie ein gutes Intro bedeuten, das Stimmung und den Stil des Mixes definiert. Dies ist etwas, worüber sich Flemming Stunden lang unterhalten kann. Sein Stil am Mischpult wurde schon als akrobatisch beschrieben, seine Fähigkeit, Hunderte kleiner Schnipsel zu einem Mosaik zu vereinen. Und er ist, wenngleich selbst immer sehr bescheiden, qualitativ gar nicht so weit entfernt von den Originalen. Flemmings Mixes enthalten oft abweichende Spuren, aber er verliert nie den klassischen Fokus auf Melodie und Synthesizer.

Die Suche nach etwas Großem in kleinen Kartons

Ihre Kassetten, die Soundtracks der Reisen südwärts, trugen Titel wie Electronic space disco. Flemming und seinen Freunden war nicht bewusst, dass sie in einem goldenen Zeitalter lebten, als sie in den frühen Achtzigern nach Italien unterwegs waren. Sie hätten sich damals, sagt Flemming, voll und ganz dem Jetzt verschrieben.

War man auf der Suche nach einer bestimmte Platte, konnte das Beschaffen ein ziemlicher Akt werden. Aber auch, wenn man dafür mit dem Auto nach Norditalien reisen und sich die Knie wund hocken musste: Flemming war kein Weg zu weit. Er schleppte seine neu gekauften Platten oftmals monatelang mit sich herum, bis es wieder zurück nach Dänemark ging. Den Megahit The Night von Valerie Dore besaß er ganze acht Monate bevor der Song in den Diskotheken in Resteuropa gespielt wurde.

Im Lager eines italienischen Schallplattenladens suchten Flemming und seine Freunde nach Besonderheiten. Die Platten kosteten so gut wie nichts, also kroch man da auf dem Boden dieser Lagerhalle herum und stöberte. Heute sind viele Exemplare ein Vermögen wert.

Flemming und Freunde vor dem Tempel von Rimini: L’Altro Mondo Studios

privat

Zu den Ritualen von Flemming und seinen Italo-Freunden gehört es noch heute, gemeinsam das Lied Space Fly anzuhören. In Gedanken reist jeder für sich zurück nach L’Altro Mondo, jenen Abend, an dem sie das legendäre Raumschiff von The Creatures betreten durften.

„Wer unsere Geschichte nicht kennt, hält uns natürlich für bescheuert“, sagt Flemming, grinst und lässt dabei ein bisschen Distinktionsstolz durchblicken. Aber weil sich Flemming mit jedem Wort in der Sphäre des Rationalen bewegt, sich an jede Platte von damals erinnern kann, klingt seine Geschichte vielmehr rührend aufrichtig, nach großer Zeit.

„Die Perfektionslosigkeit und die losen Zusammenhänge in der Blütezeit der italienischen Disko waren das Faszinierende“, sagt Flemming, „die lockere Breite der Stile von damals, der unverkrampftere Zugang, die Zugewandtheit der Leute zur Musik und zueinander.“

Auf Bildern von damals sieht man Flemming einen Karton nach dem anderen durchsuchen. Auf einer anderen Aufnahme steht er mit Freunden im Tageslicht vor einer Diskothek. Sie warten auf das Öffnen der Türen.

„Die meisten haben sich heute in andere Leben verabschiedet“, sagt Flemming. Aber Flemming ist nicht wie die Anderen.


Diese Reportage erscheint als Kooperation von Weeklys und Krautreporter. Der Autor dieser Geschichte schreibt das dänische Musikblog Börneblogger.
Aufmacher-Foto: privat