Ein kleiner Hamster
Gute Nachrichten

Fünf gute Nachrichten, die im November untergegangen sind

Wir haben sie gesammelt!

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1. Winzige Organmodelle aus dem Labor können Tierversuche ersetzen

Der Standard am 21. November 2022

Tierversuche sind immer noch Teil medizinischer und pharmazeutischer Forschung – winzige Organmodelle aus dem Labor können aber zukünftig eine Alternative sein. Wissenschaftler:innen ist es möglich, die sogenannten Organoide aus Stammzellen zu züchten. Charlotte Ohonin, die Molekularbiologie in Graz studierte, hat das Start-up Norganoid gegründet, das die Mini-Organe herstellt. Eine Flüssigkeit mit Stammzellen und Nährstoffen wird dabei auf einen Chip gebracht und wächst dort zu einer Kugelform. Wird aus den Stammzellen beispielsweise ein Gehirn-Organoid gezüchtet, können die Wissenschaftler:innen an einer Krankheit wie Alzheimer forschen. Dem österreichischen Magazin Der Standard sagt Ohonin, die Methode könnte Tierversuche ersetzen: „Wir haben sehr viel aus Tiermodellen gelernt, und unsere ganze medizinische Forschung basiert darauf. Aber für bestimmte Fragestellungen muss es alternative Wege geben."

2. Gewalt gegen Frauen: Hilfenummer auf Brötchentüten

NDR am 21. November 2022

„Gewalt kommt nicht in die Tüte”: Mit diesem Aufdruck auf Brötchentüten machen Bäckereien in Schleswig-Holstein auf das bundesweite Hilfetelefon aufmerksam. Von Gewalt betroffene Frauen können sich dort unter der angegebenen Rufnummer 08000 116016 melden. Hintergrund der jährlichen Aktion war der internationale Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November. Nach Angaben der UN ist in Deutschland „jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen”. Über 300.000 Brötchentüten wurden verteilt. Die Aktion findet seit 19 Jahren jährlich statt - mit Erfolg: Währenddessen und danach melden sich deutlich mehr Frauen in Beratungsstellen als sonst. Auch in anderen Regionen wie beispielsweise im hessischen Main-Taunus-Kreis oder in Oberbayern findet die Bäckertüten-Aktion statt.

3. Rekordsumme für Ukraine-Nothilfe

Der SPIEGEL am 16. November 2022

Die deutsche Bevölkerung hat nach dem russischen Angriffskrieg eine Rekordsumme für die Ukraine-Nothilfe gespendet. Nach Angaben des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) wurden bis Mitte Oktober insgesamt 862 Millionen Euro für Betroffene gesammelt. Laut einer gemeinsamen Studie mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sei das die höchste anlassbezogene Spendensumme, die jemals in Deutschland zustande kam. Wird die Inflation miteinbezogen, wurde lediglich 2004 nach dem Tsunami in Südostasien mehr für Hilfeleistungen ausgegeben. Im Jahr 2021 spendeten die Deutschen laut DIW insgesamt 12,9 Milliarden Euro. Und es sei eine Zunahme von Spenden in den vergangenen Jahren zu beobachten. Auch interessant: Relativ zum verfügbaren Einkommen spenden ärmere Haushalte mehr als reiche Haushalte.

4. Koalition senkt Mindestalter bei Europawahlen auf 16 Jahre

Die ZEIT am 11. November 2022

Bei den Europawahlen dürfen in Zukunft in Deutschland auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Der Bundestag hat am 10. November einem Gesetzentwurf der Ampel-Koalition zugestimmt, das Mindestalter bei Wahlen zum EU-Parlament von 18 auf 16 Jahre zu senken. Schon bei der nächsten Europawahl 2024 tritt die Regelung in Kraft. Die Senkung des Wahlalters soll unter anderem das politische Engagement vieler junger Menschen würdigen: „Das derzeitige Mindestwahlalter für das aktive Wahlrecht bei den Wahlen zum Europäischen Parlament von 18 Jahren schließt Menschen vom Wahlrecht aus, die an zahlreichen Stellen in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen und sich in den politischen Prozess einbringen können und wollen”, heißt es in dem Gesetzesentwurf.

5. Vermisster Kater aus Frankreich taucht in Nürnberg wieder auf

t-online am 16. November 2022

Fast vier Monate lang suchte eine Familie aus dem französischen Colmar ihren Kater Gustave. Der zweijährige Kater aus dem Elsass verschwand Mitte Juni plötzlich. Am 22. Oktober wurde er im Tierheim abgegeben: Im 300 Kilometer entfernten Nürnberg. Eine Mitarbeiterin des Tierheims Nürnberg ging auf die Suche nach der Herkunft des Katers. Da Gustave einen Mikrochip unter der Haut trägt und registriert ist, wurde sie schnell fündig und informierte die Besitzer. Die machten sich aus dem Elsass auf den Weg nach Nürnberg. Auf Facebook teilte das Tierheim den Moment, als die glücklichen Besitzer ihren Gustave wieder in die Arme schlossen. Wie der Kater aber überhaupt in Nürnberg gelandet ist, bleibt wohl sein Geheimnis.


Redaktion: Leoni Bender, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Philipp Sipos, Bildcredits: Ricky Kharawala/Unsplash, Audioversion: Christian Melchert

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