Eine Biene schwebt vor lilafarbenen Blüten

Aaron Burden/Unsplash

Gute Nachrichten

Fünf gute Nachrichten, die im Oktober untergegangen sind

Wir haben sie gesammelt!

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1. Neuer Test soll Gebärmutterhalskrebs früher erkennen

ORF am 19. Oktober 2022

Gebärmutterhalskrebs kann jetzt früher erkannt werden. Forschende der Universität Innsbruck haben dafür einen neuen Screeningtest entwickelt und die Ergebnisse im Oktober in der Fachzeitschrift „Genome Medicine“ veröffentlicht. Bisher wurden abnorme Zellen aus dem Gebärmutterhals identifiziert und entfernt. Das neue Verfahren erkenne die Vorstufen der Krebsart, noch bevor sie auf dem Mikroskop zu sehen sind. Der Test nimmt die DNA-Veränderungen also wahr, bevor die ganze Zelle sich verändert, sagte der gynäkologische Onkologe Martin Widschwendter, der den Test entwickelt hat, der Kleinen Zeitung. Für die Studie wurden mit dem HP-Virus infizierte Frauen untersucht. Bei einigen entwickelte sich daraus eine ausgeprägte Krebsvorstufe. In mehr als der Hälfte der Fälle erkannte der Test den Krebs, noch bevor die Ärzt:innen veränderte Zellen entdeckten. Möglicherweise kann der Test sogar zukünftiges Krebsrisiko vorhersagen, schreiben die Forschenden. Und er könnte übertragbar sein auf andere Krebsarten: Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs.

2. 1.000 Bushaltestellen für britische Bienen

The Guardian am 24. September 2022

In Großbritannien gibt es bald Pausenräume für Bienen. Für die „Bienen-Haltestellen“ sollen die Dächer von über 1.000 Bushäuschen begrünt werden. Mit Gras, aber auch Walderdbeeren, Mohnblumen und Stiefmütterchen. Bienen und andere Insekten finden dort Nahrung, gleichzeitig könnte das Projekt für ein besseres Stadtklima sorgen. Denn bewachsene Dächer heizen sich weniger schnell auf als unbedeckte Oberflächen und absorbieren Regenwasser. Die insektenfreundlichen Dächer wurden zuerst in der niederländischen Stadt Utrecht umgesetzt. Dort sorgen sie seit 2019 dafür, dass die sinkende Bienenpopulation sich wieder stabilisiert. Auch Städte in Großbritannien, Dänemark und Schweden haben das Konzept schon umgesetzt. In Deutschland prüft die Stadt Frankfurt gerade, was grüne Bushäuschen kosten würden. Auf Englisch heißen die Häuschen übrigens „Buzz stops“.

3. Schulessen wird gesünder

Tagesschau am 23. Oktober 2022

Schluss mit Milchreis und Fischstäbchen: Das Kantinenessen an Schulen soll gesünder werden. Das EU-geförderte Projekt School Food 4Change soll während der kommenden vier Jahre für gesundes und nachhaltig produziertes Schulessen sorgen: weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse, regionale Produkte und Bio-Lebensmittel. Vier Jahre lang werden im Rahmen des Projekts Köche, Cateringfirmen und Behörden darin geschult, gesündere Speisepläne zu entwickeln und auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Bauernhöfe sollen direkt an Schulen liefern, was gerade reif ist. EU-weit beteiligen sich mehr als 3.000 Schulen in zwölf Ländern. In Nürnberg machen fünf Schulen mit, bis 2026 sollen es 30 sein. Das neue Schulessen soll nicht teurer werden und trotzdem den Geschmack der Kinder treffen, heißt es. Teil des Programms ist deshalb auch ein Schulessen-Kochbuch.

4. Solarbetriebenes Dorf in Indien erzeugt gratis Strom für alle

ARD Audiothek am 26. Oktober 2022

In Indien gibt es ein Dorf, das komplett mit Solarenergie betrieben wird – und damit noch Geld verdient. Modhera im Bundesstaat Gujarat erzeugt mit seinen Solaranlagen genügend Energie, um sich selbst zu versorgen und kann den Rest ins Netz einspeisen. Das „Solar-Dorf“ ist ein 9,7 Millionen US-Dollar teures Modellprojekt, das von der Regierung bezahlt wird, berichten die Vereinten Nationen. Alle Dächer des aus über 1.300 Haushalten bestehenden Dorfes wurden dafür mit Solarplatten ausgestattet, größere Anlagen wurden auf Regierungsgebäuden und dem Boden installiert. Ein Batteriesystem speichert die Energie über Nacht. Der Strom ist also jederzeit verfügbar – und kostenlos für alle Einwohner:innen.

5. Selbstpflücker:innen retten Heidelbeerernte

WDR am 11. Oktober 2022

Im Oktober dachte der Bauer Mark Hochgürtel noch, seine Blaubeeren seien verloren. Ein Großkunde, der die Ernte seiner Heidelbeeren-Felder kaufen wollte, war kurzfristig abgesprungen. Er wollte lieber Heidelbeeren aus Peru importieren. Nach dem ersten Schock beschloss Hochgürtel, in der Zeitung eine Anzeige aufzugeben. Dort rief er die Leser:innen auf, am Wochenende für fünf Euro pro Kilo zum Pflücken vorbeizukommen. Mehr als 2.000 Menschen folgten seinem Aufruf. Auf der Landstraße bildeten sich sogar immer wieder Staus. Fast das gesamte Heidelbeerfeld war danach abgeerntet, mit einem solchen Erfolg hatte Bauer Hochgürtel nicht gerechnet: „Ich bin sprachlos, dass es dann doch so viele Leute gibt, die regional und nachhaltig denken“, sagte er dem WDR. Nächstes Jahr möchte er die Selbstpflück-Aktion wiederholen.


Redaktion: Leoni Bender, Schlussredaktion: Lisa McMinn, Bildredaktion: Philipp Sipos, Aufmacherfoto: Aaron Burden/Unsplash, Audioversion: Christian Melchert

Fünf gute Nachrichten, die im Oktober untergegangen sind

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