Dann ist es eben vorbei!

Dann ist es eben vorbei!

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Wir sind wieder bei dem Philosophen in der Tonne, bei Diogenes, dessen Denken uns so vertraut scheint, wenn wir genauer zu verstehen versuchen, was er gelehrt hat. Was der Wert des Geldes sei, auf die Frage antwortet er aus der Tonne: Nichts!

Tuli flucht leise vor sich hin. Der Weg zur großen Reportage zwingt ihn dazu, zu malen und zu malen. Warum er dabei ausgerechnet an Lenins berüchtigtes Buch „Was tun?“ denkt, bleibt einstweilen sein Geheimnis. Während Elisavetha ihr Abendpfeifchen raucht (was ihre Lebensgeister so beflügelt), ist W. mit Anti auf dem Arm ganz auf Empfang eingestellt. Er wartet darauf, wozu ihm Diogenes durch Antis Ohr rät.

Der Rat des Philosophen aus der Tonne könnte nicht rätselhafter sein. Vergesst das Geld! Himmelsakra, was meint er damit? Könnte es sein, dass Diogenes im Januar 2015 Dirk Baecker gelesen hat? Wie hat er denn das geschafft?

Zur Feier des Umstandes, „dass das monetäre Kalkül keine Leitfunktion mehr hat“, begeben wir uns heute auf die Spur von Dios Trauma. Ihr erinnert Euch: Dio war als Geldschnüffler für die Zollverwaltung im Einsatz, an der Grenze zur Schweiz, in die wegen des harten Fränkli mehr Geld geschwemmt wird, als ihr gut tut. W. hat sich etwas seltsam verkleidet, er scheint sich an die Lee Strasberg-Lektionen zu erinnern. Während Elisavetha die Trompete schmettert und hinter ihr lila Kühe aufpoppen, ist Dio auf dem Trip zurück in den Einsatz, der ihn von den Bergen an der Grenze zur Schweiz in die Berliner Hasenheide katapultierte. W. hat ihm eine halbe Stunde vorher die Mini-MDMA mit einem Stückchen Käse verabreicht. Jetzt geht es lo-ho-hos! Das Loreleiloreleilorelei steht für ein vom Mittelrhein nach Süden verpflanztes Jodeln. Elisavetha darf das.

Dem Zöllner kommen die beiden Männer verdächtig vor. Wonach halten sie Ausschau? Dio hat vorher angeschlagen. Geldpakete riecht er zehn Meilen gegen den Wind.

Jetzt halten wir uns an das Protokoll der Zollfahndung. Dios Companion hält sein Schildchen hoch. Es ist ganz egal, welche Sprache die beiden Verdächtigen beherrschen oder nicht. In Deutschland wird schließlich nicht nur Deutsch gesprochen, sondern auch geschrieben. Die Fettwülste unter den Jacken der beiden machen sie wirklich verdächtig.

Hier sehen wir mit Dios Augen (Hunde sehen nur blaugrün), was er schon vorher gerochen hat. Dass die beiden behaupten, Eulen zu beobachten, gibt uns Gelegenheit, auf ein wunderbares Buch hinzuweisen, in dem es tatsächlich um Eulen geht.

Hach, warum hat Dios Companion nicht daran gedacht, etwas umsichtiger darauf zu achten, ob die beiden Verdächtigen allein waren. Das waren sie natürlich nicht. Aus dem Busch tritt dieser Typ, den wir zuletzt am Silvesterabend in Berlin gesehen haben, wieder mit der Waffe im Anschlag.

Zu spät für den Alarm. Zu spät beißt Dio zu. Dann ist es eben vorbei, wie wir heute von Wolfgang Schäuble hörten, auch wenn damit alles andere als klar ist, was wirklich vorbei ist. Aber was ist hier schon wirklich, wo wir uns doch nur in einem MDMA-beflügelten Hundetraum befinden und nicht in dem Albtraum einer schwäbischen Hausfrau!

Das kann so einen Hund wie Dio tief erschüttern! Elizavetha tröstet ihn. Warum sie plötzlich Englisch redet, wissen auch nur die Götter. Aber vielleicht hat das mit dem nächsten Bild zu tun, das uns zurück zum bösen Zwerg führt.

Mit den Hirten hat der Finsterling Usbekistan durchquert. Hier verabschiedet sich der Strolch! Gut, dass er noch eine so weite Strecke bis Berlin vor sich hat!


Kynästhesie ist eine Graphic Novel von Josefina Capelle (Grafik) und Hans Hütt (Text)