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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im Februar untergegangen sind

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Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch positive News. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Die folgenden fünf sind die beliebtesten, die die Mitglieder im Februar 2021 geteilt haben:

1. Reza aus Nufringen verwandelt abgelaufene Lebensmittel in Feinkost

Landesschau Baden-Württemberg am 24.2.2021

Reza aus Nufringen in Baden-Württemberg macht aus altem Brot und überreifem Gemüse und Obst Spezialitäten: Jede Woche fährt er mit dem Rad zum Gemüsehof in der Nähe, um das alte Obst abzuholen. Zusätzlich bekommt er altes Brot von dem Bäckermeister, dessen Backstube er auch zum Zubereiten nutzen darf. Reza macht das aus Überzeugung: „Wir leben mit der Natur, nicht gegen sie“, meint er. Sein Birnenmus und seine Datteltaschen verkauft er zurzeit auf dem Wochenmarkt. Reza ist vor acht Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Sein Traum ist ein Laden gemeinsam mit Menschen aus anderen Ländern, die ebenfalls Köstlichkeiten aus geretteten Lebensmitteln herstellen.

2. Mehr US-Amerikaner:innen nutzen Bibliotheken, seit Mahngebühren abgeschafft wurden

Reasons To Be Cheerful am 25.02.2021

Für arme Menschen wiegen die Mahngebühren für nicht rechtzeitig abgegebene Bücher schwerer als für reichere, denen ein paar Dollar Strafe nicht wehtun. Das mag eine Erklärung sein, weswegen die Besucher:innen-Zahl steigt, nachdem die Mahngebühren an US-amerikanischen öffentlichen Bibliotheken abgeschafft wurden. In Chicago hat sich die Zahl ausgeliehener Bücher um sieben Prozent erhöht. Die Abschaffung der Gebühren könnte also auch ein Schritt sein, um soziale Ungerechtigkeit zu bekämpfen, denn Lesen und Bildung gelten als Wege aus der Armut. Zudem wurden mehr Bücher zurückgegeben, seit Bibliotheken die Gebühren abgeschafft haben. Die Erklärung ist einfach: keine Geldstrafe bei Rückgabe der Bücher. In San Francisco wurde sogar ein Buch abgegeben, das vor mehr als einem Jahrhundert ausgeliehen worden ist.

3. Impfstoff soll in Berlin früher als geplant für Obdachlose verwendet werden

RBB 24 am 24.02.21

Tausende Impfstoff-Dosen von Astrazeneca sind in Berlin zuletzt liegen geblieben. Die Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will den ungenutzten Impfstoff deswegen nun schneller als geplant für Obdachlose verwenden. Man habe bereits mit der Gesundheitsverwaltung gesprochen, die Pläne würden abschließend organisiert. Obdachlose gehören der zweiten Impf-Prioritätengruppe an. Die Impfungen sollen in Einrichtungen der Berliner Kältehilfe erfolgen. Anfang März soll es losgehen.

4. Bayrische Stadt nutzt umweltschonendes Gurkenwasser statt Streusalz

BR 24 am 19.01.21

Seit einem Jahr verwendet die Straßenmeisterei in der niederbayrischen Stadt Dingolfing Gurkenwasser statt Flüssigsalz, um die Straßen bei Schnee und Eisglätte zu sichern. Bislang wurde das Abwasser aus der Gurkenproduktion entsorgt. Nun wird es mit sieben Prozent Salzanteil zu 21-prozentiger Sole umgewandelt. Das Fazit aus der einjährigen Pilotstudie fällt bisher sehr gut aus: Das Gurkenwasser eignet sich hervorragend, um die Straßen im Winter sicher zu machen, spart bis zu 1.000 Tonnen Streusalz und schont dabei die Umwelt. Inzwischen testet auch Brandenburg den Einsatz von Gurkenwasser als Streumaterial.

5. Ein weiterer Bundesstaat in den USA schafft die Todesstrafe ab

Spiegel am 23.02.2021

Das Parlament in Virginia hat beschlossen: Todesstrafen werden in diesem Bundesstaat künftig nicht mehr verhängt. „In Virginias langer Geschichte hat dieser Staat mehr Menschen hingerichtet als jeder andere Bundesstaat“, erklärt der Gouverneur Ralph Northam. „Es ist Zeit, dass wir dieser Maschinerie des Todes ein Ende bereiten“, sagt der Demokrat. Die Todesstrafe wird zurzeit noch in mehr als der Hälfte der amerikanischen Bundesstaaten praktiziert, doch immer mehr Staaten schaffen sie ab.


Redaktion: Lea Schönborn, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Till Rimmele

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