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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im Oktober untergegangen sind

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Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Das sind die fünf beliebtesten Nachrichten, die die Mitglieder im Oktober 2020 geteilt haben:

1. Klima-Vorreiter in der finnischen Provinz setzt auf CO2-App

NDR am 21.09.2020

Die Kleinstadt Lathi in Finnland hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2025 möchte die 120.000-Einwohner-Gemeinde klimaneutral sein. Dabei setzt sie auf eine neuartige Müllverbrennungsanlage, um Strom zu gewinnen, und auf die Klima-App „CitiCap“. Seit Mitte 2019 sind 600 Testnutzer:innen mit der App unterwegs. Die App erkennt und speichert, wie die User:innen sich fortbewegen – zum Beispiel per Fahrrad, Bus oder Auto – und sie errechnet, wie viel schädliches CO2 sie täglich produzieren. Je 17 Kilogramm CO2 stehen den Bewohner:innen zur Verfügung. Wer unter dem Limit bleibt, wird anhand eines Punktesystems belohnt – die virtuelle Währung können Nutzer:innen alle vier Wochen für Bustickets, eine Tasche oder eine Fahrradreparatur einlösen.

2. Große Seen im Irak erholen sich

NASA Earth Observatory am 25.09.2020

Dürren, schlechtes Staudamm-Management und politische Konflikte führten zu stark schwankenden Wasserständen bei einigen der größten Seen des Irak. Vor allem die Seen Milh und Habbaniyah – ehemals beliebte Urlaubsziele – verzeichneten erhebliche Wasserrückgänge, mit negativen Auswirkungen auf die heimische Vogel- und Fischpopulation. Doch nun gibt es gute Nachrichten: Satellitenbilder der NASA zeigen, dass sich die beiden Seen wieder mit Wasser füllen. Warum, ist nicht ganz klar. Die NASA spekuliert: Es liegt an starken Regenfällen und dem verbesserten Management von Staudämmen.

3. LGBTQ+-Community flutet rechtsextremen Twitter-Hashtag

Gaytimes am 04.10.2020

Im ersten TV-Duell mit Donald Trump fragte Herausforderer Joe Biden den Präsidenten, ob er sich von rassistischen Gruppierungen distanziere. Trump antwortete: „Proud Boys – haltet euch zurück und haltet euch bereit.“ Die Proud Boys, das sind eine ultrarechte, rein männliche Gang in den USA. Am 1. Oktober, einen Tag nach dem TV-Duell, fragte der Star-Trek-Schauspieler und Aktivist George Takei dann auf Twitter: „Was wäre, wenn schwule Typen Bilder von sich beim Rumknutschen aufnehmen und dann mit dem Hashtag #ProudBoys tweeten?“ Die LGBTQ+-Community zögerte nicht lange – und flutete den rechtsextremen Hashtag mit queeren Liebesbekundungen.

4. Vier Obdachlose in Frankreich gewinnen im Lotto

ZDF heute am 07.10.2020

Unglaubliches Glück hatten vier Obdachlose im französischen Brest: Sie gewannen 50.000 Euro im Lotto – mit einem geschenkten Rubbellos. Die Obdachlosen im Alter von etwa 30 Jahren hatten vor einem Tabak-Geschäft im bretonischen Brest gebettelt. Ein Kunde schenkte ihnen ein Rubbellos, das er zuvor im Laden gekauft hatte. Die vier jungen Männer entschieden sich dazu, die Summe zu teilen. Was sie mit dem Geld anfangen wollen, sei aber noch unklar, sagt die Lottogesellschaft FDJ. Nur eines wissen die Obdachlosen: Sie wollen die Stadt verlassen.

5. Norwegisches Start-up verwandelt Wüsten in Ackerland

Stern am 26.09.2020

Die Landwirtschaft in Ägypten ist von den Fluten des Nils abhängig. Das wussten die Ingenieur:innen, als sie in den 1960er Jahren den Assuan-Staudamm bauten. Doch die Felder trockneten trotzdem aus: Denn der Staudamm simuliert zwar die kontrollierte Abgabe von Wasser, stoppt aber fruchtbaren Schlamm. Dieser Fehler führte zu einer wichtigen, wissenschaftlichen Entdeckung: Das eigentliche Geheimnis der fruchtbaren Ufer des Nils sind feine Partikel aus Ton. Das norwegische Start-up „Desert Control“ nutzt dieses Wissen und stellt ein wässriges Gebräu aus Nanoton her. Auf Sand aufgeprüht verwandelt es trockene Wüsten in nur wenigen Stunden in fruchtbares Ackerland.


Redaktion: Caroline Schmüser, Schlussredaktion: Susan Mücke, Fotoredaktion: Till Rimmele

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