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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im Juli untergegangen sind

Eine Liste von der Krautreporter-Gruppe für Lösungen
etwa 2 Min. Lesedauer

Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen.

1. Baden-Württemberg verbietet Schottergärten

N-tv am 22.07.2020

Gute Nachrichten für die Artenvielfalt und fürs Auge kamen im Juli aus Baden-Württemberg. Die grün-schwarze Landesregierung hat beschlossen, sogenannte Schottergärten zu verbieten. Diese Wüsten aus Kies und Asphalt mögen den Eigentümer:innen zwar praktisch vorkommen, weil sie damit viel Zeit bei der Gartenarbeit sparen, aber für die Umwelt sind sie eine wahre Katastrophe. Im Sommer heizen sich die grauen Gärten bis zu 70 Grad auf und werden so für Insekten und Kleintiere zur Todesfalle. Darunter leidet auch das Klima. Bereits existierende Schottergärten müssen unter Umständen umgebaut werden.

2. Japanischer Supermarkt führt langsame Kassen für Senior:innen ein

Deutschlandfunk Nova am 10.07.2020

Schnellkassen gibt es in vielen Supermärkten – für Leute, die es eilig haben. Ein Supermarkt in Japan testet nun besonders langsame Kassen. Die sollen Einkaufen zu einem weniger stressigen Erlebnis für Menschen machen, die Hilfe beim Bezahlen und Einpacken brauchen – oder die aus anderen Gründen einfach nicht so flott sind. In Japan ist inzwischen ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Diesen Teil seiner Kundschaft glücklich zu stellen, dürfte auch im Sinne des Supermarkts sein.

3. Gemeinde in Nordrhein-Westfalen schafft Platz für Wildblumenwiesen

Aachener Zeitung am 19.06.2020

Das kann sich sehen lassen: Ganze 17.000 Quadratmeter in den Dörfern der Gemeinde Simmerath sollen bald bunt erblühen. Die Gemeindeverwaltung will jetzt viele bisher steril gepflegte Rasenflächen insektenfreundlich bepflanzen und dann der Natur überlassen. Privatleute in Nordrhein-Westfalen können sich professionelle Unterstützung von der Biologischen Station holen, wenn sie auf ihrem Grundstück eine Wildblumenwiese anlegen wollen. Menschen im Rest von Deutschland könnte dieses Video vom Naturschutzbund NABU helfen.

4. Die Revolution im Sudan zeigt erste Erfolge

Süddeutsche Zeitung am 16.07.2020

Seit der Revolution im Jahr 2018, die zum Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir führte, hat sich einiges im Sudan verändert. Im Juli wurde eine Justizreform verabschiedet, die die Genitalverstümmelung von Frauen verbietet. Außerdem wurde die Todesstrafe für die Abkehr von der Religion und für gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen aufgehoben. Zwar müssen homosexuelle Paare noch immer mit Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren rechnen, aber die Reform wird von LGBTQ-Aktivist:innen dennoch als großer Fortschritt gewertet.

5. Dänemarks Klimapaket gefällt sogar der Industrie

Business-Insider vom 27.06.2020

Unser nördlicher Nachbar hat auf die wirtschaftliche Krise, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde, mit einem umfangreichen Klimapaket reagiert. Die darin enthaltenen Klimaziele übertreffen die der Europäischen Union bei Weitem. Zum Beispiel sollen die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 70 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. In Deutschland sind es 55 Prozent. Selbst die dänische Industrie ist von dem Paket begeistert, denn zwei große Offshore-Windparks stellen ein großes Investment in die Ökoenergiebranche dar.


Redaktion: Sophie Barkey, Schlussredaktion: Susan Mücke, Fotoredaktion: Verena Meyer

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