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Mobilität

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie Pendeln etwas weniger stressig werden könnte

von Hannah Beitzer
etwa 14 Min. Lesedauer

Ein Häuschen im Grünen, Vater, Mutter, Kind und Kind. Der Vater steigt morgens ins Auto und fährt in die Firma, bis er zum Abendessen wieder zurückkommt. Die Mutter arbeitet halbtags oder gar nicht. So in etwa geht das Klischee vom Pendlerleben, vom sogenannten Suburban Lifestyle, der mit der Ausbreitung von Autos Mitte der Sechzigerjahre zum bürgerlichen Ideal wurde.

Im vergangenen Winter wünschte sich die Krautreporter-Community, dass wir diesen Lebensstil erforschen. Wir haben euch gefragt, wie viele von euch pendeln und aus welchen Gründen. Wir haben versucht, herauszufinden: Ist Pendeln überhaupt ein selbst gewählter Lebensstil? Oder eher eine lästige Notwendigkeit?

Diese Fragen haben Dringlichkeit, denn sie betreffen immer mehr Menschen: 2018 pendelten 19,3 Millionen Deutsche, so viele wie nie zuvor. Die durchschnittliche Länge des Arbeitsweges stieg von 14,8 Kilometer im Jahr 2000 auf 16,9 Kilometer im Jahr 2018. Und längst geht es dabei nicht mehr nur um den Traum vom Häuschen im Grünen.

Nachdem wir die Umfrage gestartet haben, kam die Corona-Krise – und viele waren erst einmal zuhause. Nun kehren immer mehr Menschen ins Büro zurück, und das Pendeln beginnt erneut. Und viele stellen sich die Frage: Ist es nicht an der Zeit, dieses Lebensmodell zu überdenken?

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung definiert als Pendler:innen jene Menschen, die für den Weg zur Arbeit ihre Heimatgemeinde verlassen. Welchen Weg sie dabei zurücklegen, ist erst einmal egal. Was dazu führt, dass in der Statistik manche Pendler:innen eine kürzere Anfahrt haben als andere, die in der Großstadt von einem Ende zum anderen fahren. Diese Menschen werden allerdings als „Binnenpendler:innen“ bezeichnet und fallen damit aus der Statistik.

Besonders lang sind dem Institut zufolge die Wege zu Arbeitsmarktzentren in dünn besiedelten Gegenden abseits der Ballungsräume. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt legten Arbeitnehmer:innen im Durchschnitt mehr als 30 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück. An der Spitze der Stadt- und Landkreise, in die Menschen pendeln, steht München mit 390.000 Beschäftigten. Danach folgten Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin.

Andere Statistiken legen andere Definitionen von Pendeln zugrunde. So definiert die Bundesagentur für Arbeit Pendler:innen als Menschen, die ihren Kreis auf dem Weg zur Arbeit verlassen. Sie kommen damit auf ungefähr 13 Millionen Menschen.

Heiko Rüger, Mobilitätsforscher beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, sagt: Auf den ersten Blick ist am alten Bild vom Pendler-Idyll schon noch was dran. „Männer pendeln deutlich häufiger längere Strecken als Frauen.“ Der Grund dafür sei aber nicht immer der Traum vom Häuschen im Grünen. „In vielen Städten sind heute schlicht die Mieten oder Kaufpreise zu hoch“, sagt Rüger, „deswegen ziehen Familien ins Umland.“ Auch ziehe heute seltener die ganze Familie der Karriere des Mannes hinterher. „Gerade gut ausgebildete Frauen haben ihre eigene Karriere.“

Die Folge: Aus Karrieregründen muss häufiger mal eine:r der Partner:innen pendeln. Auch die Zunahme befristeter Arbeitsverträge und die häufigeren Arbeitgeberwechsel spielten eine Rolle. „Außerdem ist heute die Verkehrsinfrastruktur mancherorts besser entwickelt“, sagt Rüger, die Autobahnen ausgebaut, die Züge schneller. Die Folge: Es pendelten zum Beispiel mehr Menschen zwischen großen Städten als früher.

Wir haben euch gefragt: Warum pendelt ihr – und wie geht es euch damit?

Sabine, 60 Jahre: Die überzeugte Pendlerin

„Ich habe viele Jahre in Hamburg gelebt, mein Partner und ich hatten dort eine Eigentumswohnung in der Innenstadt. Etwas, wovon viele träumen. Aber wir sind auf dem Land aufgewachsen und irgendwann wollten wir wieder in der Natur sein. Also sind wir vor 16 Jahren rausgezogen. Wir haben jetzt ein kleines Haus mit einem großen Grundstück, einem Garten, in dem wir in der Erde wühlen können. Wir sind hier wirklich bei jedem Wetter draußen, auch bei Regen. Klar, es wäre schön, wenn ich hier auch arbeiten könnte. Aber für meinen Job als Tontechnikerin muss ich doch regelmäßig nach Hamburg fahren. Ich finde das aber nicht schlimm, erst recht, weil ich nicht jeden Tag fahren muss. Die Fahrt dauert von Tür zu Tür eine Stunde und 15 Minuten. Ich fahre mit dem Fahrrad zum Bahnhof, dann mit dem Zug nach Hamburg und dort noch einmal mit der U-Bahn. Die Zeit in der Bahn ist für mich Entspannung, gerade auf dem Nachhauseweg hilft sie mir, nach der Arbeit runterzukommen. Ich lese, ich denke nach – und wenn ich zuhause bin, dann bin ich schon in einer ganz anderen Welt.“

Ein Haus, ein Garten, viel Natur, und die Arbeit bleibt in der Stadt, räumlich und gedanklich. Sabine kommt damit dem Idealtypus der überzeugten Pendlerin nahe. Auch andere Leser:innen berichten, dass sie beim Pendeln gut abschalten können und den Kontrast aus Stadt- und Landleben nicht missen wollen.

Im Corona-Lockdown war Sabine dann deutlich weniger unterwegs. „Nicht zu pendeln, ist natürlich immer besser als pendeln“, sagt sie heute. Und: Im August hört sie auf zu arbeiten. Das Pendlerleben gehört also für sie der Vergangenheit an. Einer Vergangenheit, auf die sie zufrieden zurückblickt.

Doch Umfragen zeigen, dass das nicht unbedingt typisch ist. Je länger der Arbeitsweg, desto unzufriedener sind die Menschen. Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse warnt etwa vor den gesundheitlichen Folgen des Pendelns. Die Fehltage wegen Depressionen und anderen psychischen Leiden liegen demnach bei Pendlern fast elf Prozent höher, bei Pendlerinnen sind es sogar 15 Prozent.

Pia, 34 Jahre: Die gestresste Pendlerin

„Wenn ich könnte, würde ich eher heute als morgen mit dem Pendeln aufhören. Zu acht Stunden Arbeit kommen jeden Tag vier Stunden in Bus, Bahn, Straßen- und U-Bahn. Ich arbeite in München, dort ist es sehr schwer, eine Wohnung zu finden. Außerdem wohnt in meiner Heimatstadt meine Familie. Mein Partner und ich haben uns dort einen tollen Freundeskreis aufgebaut. Eine Arbeit habe ich dort aber nicht gefunden. Seit einem Jahr bin ich wegen Burnout krankgeschrieben. Davor hatte ich kein nennenswertes Privatleben mehr: Meinen Mann habe ich nur zum Ins-Bett-Gehen gesehen, nach der Arbeit bin ich oft erschöpft auf dem Sofa eingeschlafen. Und statt am Wochenende etwas mit Freundinnen und Freunden zu machen, lag ich meistens im Bett, um etwas Energie zu tanken. Gerade fange ich wieder an zu arbeiten, mit einer Viertagewoche. Außerdem will ich bald einen Antrag auf Homeoffice stellen. Das geht bei uns erst seit diesem Jahr. Leider erlaubt meine Arbeitgeberin das bisher nur für 25 Prozent der Arbeitswoche, aber ich habe große Hoffnung, dass durch die Corona-Krise hierbei etwas Positives entstehen könnte.“

Dass Pendeln negative gesundheitliche Folgen hat, ist nicht untypisch, bestätigt auch Heiko Rüger. „Es gibt viele Untersuchungen, die zeigen: Die Leute leiden häufiger unter depressiven Verstimmungen, aber auch unter Bluthochdruck, Migräne, Diabetes.“ Die durch das Pendeln verlorene Zeit fehlt. Und häufig sparen die Menschen am Schlaf, Sport oder anderen Aktivitäten, die Körper und Psyche gesund halten.

Welche Belastungen das Pendeln mit sich bringen kann und wie man aus dem Teufelskreis von Überlastung und Aufschieberitis wieder herausfindet, hat Susan Mücke in einer „Gebrauchsanweisung für das Leben“ aufgeschrieben:

Der Stress nehme mit der Entfernung zum Arbeitsort zu und sei bei Autofahrern ausgeprägter als bei Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel, schreibt die Techniker Krankenkasse. Dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zufolge nutzen nach wie vor etwa zwei Drittel der Pendler:innen das Auto.

Probleme gibt es sowohl beim Auto als auch bei der Bahn. Unsere Leserinnen und Leser klagen über Staus auf den Straßen, verspätete und überfüllte Züge, vergeudete Zeit, die sie lieber anders verbringen würden. Heiko Rüger sagt dazu: „Nach unseren Erkenntnissen kann man nicht generell sagen, dass die Bahn weniger stressig ist als das Auto.“ Vielmehr gelte: „In der Stadt oder bei starkem Verkehr löst das Auto besonders viel Stress aus. Auf dem Land hingegen sind es die öffentlichen Verkehrsmittel.“ Denn ständiges Umsteigen, Warten und die Unsicherheit, ob die Verbindungen klappen, kann genauso stressig sein, wie eine halbe Stunde im Stau zu stehen.

Was allerdings klar ist: Umweltfreundlicher ist das Pendeln mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist ein Aspekt, der mit der Klimadebatte immer stärker ins Bewusstsein der Menschen rückt. Einige unserer Leserinnen und Leser sagen: Sie haben nicht nur Stress, sondern auch ein schlechtes Gewissen, weil sie mit ihren langen Arbeitswegen auch die Umwelt belasten – vor allem, wenn sie für ihren Arbeitsweg das Auto nutzen.

Mobilitätsforscher Rüger spricht einen weiteren Aspekt an: „Besonders Menschen mit Kindern leiden unter langen Pendelstrecken.“ Und da treffe es noch einmal speziell die Mütter. „Den gesellschaftlichen Rollen entsprechend sind immer noch sie hauptsächlich für Kindererziehung und Pflege zuständig. Deswegen ist die verlorene Zeit durch das Pendeln für sie besonders problematisch.“ Sie reiben sich auf zwischen Job und Familie. Das sei auch der Hauptgrund, warum mehr Männer als Frauen lange Strecken pendelten. Diese seien für viele Frauen mit der Familie nicht zu vereinbaren. „Bis zur Familiengründung ist das Geschlechterverhältnis unter den Menschen mit langen Pendelstrecken noch ausgeglichen. Wenn sie aber Kinder bekommen, orientieren sich Frauen um – während die Männer das Pendeln beibehalten.“ Was Pendeln plus Kinder bedeutet, schildern auch einige unserer Leserinnen.

Diana, 40 Jahre: Die pendelnde Mutter

„Ich lebe auf dem Dorf und fahre etwa eine halbe Stunde zu meiner Arbeitsstelle in einer Kleinstadt. Ich bin dort seit 2004, im öffentlichen Dienst. Eigentlich habe ich das immer als geringe Entfernung empfunden. Seit ich Kinder habe, stresst es mich schon, schließlich wende ich eine Stunde am Tag nur fürs Autofahren auf. In der Regel bringt mein Mann die Kinder morgens und ich hole sie nachmittags. Zu Beginn war es vor allem schwierig für mich, pünktlich loszukommen, um sie aus der Betreuung zu holen. Auch wenn ich mal am späten Nachmittag oder abends einen Termin habe, ist es natürlich schwierig, weil ich dann hin- und herfahren müsste. Und ich kann nicht mal schnell mein Kind von A nach B bringen und dann wieder zur Arbeit gehen, wie es manche Kolleginnen mit ihren kleineren Kindern machen. Homeoffice wäre da schon eine Erleichterung für mich und auch theoretisch möglich. Ich arbeite viel am Computer. In der Corona-Krise durfte ich die erste Zeit auch im Homeoffice arbeiten, ebenso einige Kolleginnen. So hat mein Arbeitgeber immerhin Erfahrung damit sammeln können. Aber inzwischen bin ich wieder zurück im Büro. Immerhin fahre ich jetzt häufiger mit dem E-Bike. Das fühlt sich toll an – ich bin an den Tagen, an denen ich das schaffe, fitter und wacher.“

Nun sind Pendler:innen nicht ausschließlich Personen, die jeden Tag von einer Stadt in die andere fahren, um zur Arbeit zu kommen. Manche pendeln auch nur am Wochenende und wohnen in der Woche am Arbeitsort. „Es gibt nur sehr wenige verlässliche Zahlen zu dieser Gruppe“, sagt der Mobilitätsforscher Heiko Rüger. Die Wissenschaftler schätzen, dass etwa zwei Prozent aller Erwerbstätigen dieses Modell leben. Berechnungen zufolge habe sich die Anzahl der Wochenendpendler allerdings seit den Neunzigerjahren verdreifacht. Ihre Motive sind denen der täglichen Pendler sehr ähnlich, nur die Distanzen eben länger. Am Heimatort warte dann ein Eigenheim, die Familie, die Freunde – und das will oder kann der Pendler für den Job nicht aufgeben.

Der typische Wochenendpendler sei Untersuchungen zufolge männlich, habe einen Hauptwohnsitz in Ostdeutschland und sei nicht verheiratet, sagt Heiko Rüger. Die typische Wochenendpendlerin sei zwischen 25 und 34 Jahren alt, Akademikerin und nicht verheiratet.

Caroline, 30 Jahre: Die Wochenendpendlerin

„Ich bin 2019 einige Monate lang zwischen Regensburg, Berlin und Magdeburg gependelt. Das hat mich völlig fertig gemacht. In Regensburg habe ich studiert und in einer WG gelebt, in Berlin arbeite ich und in Magdeburg wohnt meine Familie. Zum einen ist die Zugfahrt von Regensburg in den Norden ziemlich lang, gerne mal mit einer dreiviertel Stunde Aufenthalt im Bahnhof Nürnberg. Es ist auch kompliziert, sich an mehreren Wohnorten zu organisieren: Wohnung putzen, Lebensmittel besorgen, die richtigen Klamotten zur richtigen Zeit am richtigen Ort haben. Am schlimmsten fand ich aber das ständige Umschalten zwischen sozialen Normen. In Regensburg sind die Menschen zum Beispiel sehr höflich, aber man weiß oft nicht, was sie wirklich denken. Wenn ich auf die Frage „Wie geht’s?“ mit „beschissen“ antworte, dann verstört sie das. In Berlin und Magdeburg sind die Menschen gerne mal ruppig und direkt. Mir wurde das alles irgendwann zu viel und ich habe die Wohnung in Regensburg aufgegeben – auch wenn ich hin und wieder noch runterfahren werde. “

Ähnliche Geschichten kennt auch Heiko Rüger. „Viele Wochenendpendler haben das Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören.“ Sie müssen zum Beispiel in ihrem Heimatort Hobbys wie das Fußballtraining oder das Engagement im Verein aufgeben. Gleichzeitig sind sie am Arbeitsort eben sehr auf den Job fixiert. Rüger warnt allerdings davor zu verallgemeinern. „Wir sehen auch immer wieder Menschen, die diesem Arrangement etwas Positives abgewinnen können“, sagt er. Sie sagten dann etwa: „Immerhin kann ich mich unter der Woche voll auf die Karriere konzentrieren und am Wochenende auf die Partnerschaft oder die Familie.“

Was Corona verändert hat

Fest steht aber: Viele Pendler:innen empfinden das ständige Unterwegssein nicht als Lebensstil, sondern als Notwendigkeit, die mal mehr, mal weniger stört. Ein Ausweg für viele Teilnehmer:innen unserer Umfrage wäre ein Recht auf Homeoffice.

Vor der Corona-Krise, so schildern es viele in der Umfrage, waren Unternehmen eher skeptisch, ihre Mitarbeiter:innen zuhause arbeiten zu lassen. Nur zwölf Prozent aller Arbeitnehmer:innen arbeiteten im Homeoffice. Im Lockdown ging es dann für viele schneller als gedacht – nach einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung blieben gut ein Drittel der Arbeitnehmer:innen zuhause. Das war natürlich ein Glück für alle, die das Arbeiten im heimischen Büro erforschen wollten – es gibt zahlreiche Befragungen aus der Zeit des Lockdowns.

Einer Umfrage des Fraunhofer-Instituts für angewandte Informationstechnik zufolge waren mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden grundsätzlich zufrieden im Homeoffice. Sie schätzten ihre eigene Produktivität sogar etwas höher ein als im Büro. In der Studie „Gesundes Homeoffice“ gaben zwei Drittel der Befragten an, lieber zuhause als im Büro zu arbeiten. Als Vorteile nennen sie die ruhige Umgebung, die ein konzentriertes Arbeiten möglich mache. Und auch den wegfallenden Arbeitsweg empfinden viele als positiv. Sieben von zehn Teilnehmenden nutzen die Zeit für mehr Schlaf. Und gut die Hälfte hat ihr Sportprogramm intensiviert.

Allerdings gibt es auch negative Effekte: 37 Prozent der Befragten geben an, ungesünder zu essen. 41 Prozent der Heimarbeiter:innen gehen davon aus, dass regelmäßiges Homeofffice in ihrem Unternehmen eine Karrierebremse wäre. Die Kolleg:innen fehlen, der Austausch über Chatprogramme funktioniert nicht so gut wie der auf dem Büroflur und die Technik ist nicht immer optimal.

Wie die Arbeit im Homeoffice gelingen kann, erfährst du hier:

Und die Unternehmen? Wenig überraschend sind es große Digitalunternehmen wie Twitter, die schon während des Lockdowns angekündigt haben, ihre Mitarbeiter:innen nicht zurück ins Büro zu zwingen. Aber auch eine Befragung der 30 DAX-Konzerne von der Welt am Sonntag zeigte: Die Erfahrungen sind positiv. Unternehmen wie EON, Volkswagen und die Deutsche Bank gehen daher davon aus, dass zukünftig mehr Mitarbeiter:innen zuhause arbeiten werden.

Dass das nicht alle können, ist klar. Arbeitsplätze in der Produktion können ebenso wenig ins Arbeitszimmer verlegt werden wie viele Dienstleistungen. Und, auch das kommt in den Befragungen zum Corona-Homeoffice immer wieder heraus: Nur eine Minderheit der Menschen möchte ausschließlich zuhause arbeiten. So geht es auch KR-Leserin Franzi.

„Zwei Mal die Woche pendeln und dafür drei Mal im Homeoffice arbeiten zu dürfen, ist völlig in Ordnung für mich. Ich fahre etwas über eine Stunde pro Strecke und diese Zeit nutze ich, um Podcasts, Blinks oder Musik zu hören. Die Fahrt entspannt mich oft sogar, weil ich auf dem Heimweg Zeit habe, abzuschalten.“

Die Mischung macht’s also: Wer drei Tage zuhause vor dem Rechner sitzt, der freut sich dann vielleicht sogar auf eine Zugfahrt, darauf, die Kolleg:innen zu sehen, rauszukommen. Und genießt danach wieder die Ruhe im Homeoffice.


Danke an alle KR-Mitglieder, die sich an der Umfrage beteiligt haben und ihre Erfahrungen und Gedanken zum Pendeln teilen.


Redaktion: Philipp Daum, Schlussredaktion: Susan Mücke, Bildredaktion: Martin Gommel.

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