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ZUVERSICHT

Fünf gute Nachrichten, die im Juni untergegangen sind

Eine Liste von der Krautreporter-Redaktion für Lösungen
etwa 3 Min. Lesedauer

Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen.

1. Eine neue Plattform hilft, einfacher gegen sexuelle Belästigung im Internet vorzugehen

Deutschlandfunk Nova am 26.05.20

Spätestens seit der von Sophie Passmann moderierten Eröffnung der „Männerwelten“-Ausstellung ist das Thema toxische Männlichkeit wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Vielen Frauen wurde zum Beispiel schon einmal ungefragt ein Penisfoto geschickt. Das ist nicht nur ein völlig respektloser und leicht nach Verzweiflung riechender Schritt, sondern auch eine Straftat. Die Betreiber der Plattform dickstinction.com machen es Betroffenen nun leichter, die sexuelle Belästigung anzuzeigen. Einfach Screenshot hochladen, Penisbesitzer verlinken und, voilà, gibt die Seite eine professionell formulierte Anzeige heraus, die nur noch bei der Polizei eingereicht werden muss. Auch das funktioniert online. Der Absender muss für seine geschmacklose Machtdemonstration mit einer Geldstrafe oder mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug rechnen.

2. Eine besondere Toilette treibt die sanitäre Revolution in Kenia voran

Ozy am 22.05.20

In ärmeren Stadtteilen und Slums in trockenen Ländern landen Toilettenabfälle oft im Graben. So geraten sie auch ins Trinkwasser, und das Gesundheitsrisiko für die Bewohner:innen ist groß. Ein ganz besonderes stilles Örtchen verspricht nun, diese Bezirke hygienischer zu machen. Die in Kenia entwickelte „Fresh Life“-Toilette mutet von außen zwar an wie ein normales Dixi-Klo, aber sie hat einiges mehr auf dem Kasten: Anstatt sämtliche Exkremente in einem großen Behältnis zu sammeln, werden die Fäkalien vom Urin getrennt, gebunden und getrocknet. Die Abfälle können daraufhin zu Dünger verarbeitet und sogar zur Stromgewinnung eingesetzt werden. Davon profitiert ebenfalls die lokale Bevölkerung.

3. Die einheimische Ackerbohne ist eine umweltfreundliche Alternative zu Soja

Süddeutsche Zeitung am 13.05.20

Lange Importwege, Gentechnik, chemische Dünger und Regenwaldabholzung – all diese Klimanachteile bringt die Sojabohne aus den USA und Südamerika mit sich. Dabei bietet sich die in Vergessenheit geratene Ackerbohne, auch Puffbohne genannt, längst als regionale Alternative an. Sie blüht über zwei Monate und stellt damit Insekten ein üppiges Büffet bereit, ist nicht auf Dünger angewiesen und macht die Erde für nachfolgende Pflanzen durch Stickstoffeinlagerungen sogar noch fruchtbarer. Die kleine Bohne ist in der Küche vielseitig einsetzbar und könnte so der klimafreundliche Proteinlieferant der Zukunft werden.

4. Wer sein altes Auto abschafft, bekommt dafür in Litauen Geld

ZDF heute am 31.05.20

Noch mehr gute Nachrichten für die Umwelt kommen aus Litauen. Menschen, die dort ihr umweltschädliches Auto abgeben, werden jetzt mit bis zu 1.000 Euro für die Anschaffung eines E-Scooters, von Bustickets oder einem Fahrrad belohnt. Besonders viele Litauer:innen haben dank der Prämie ihren alten Zweitwagen eingetauscht. Die Regierung in Vilnius hat für das Programm etwa fünf Millionen Euro an Subventionen bereitgestellt und hofft, die Mobilitätswende so ordentlich in Fahrt zu bringen.

5. Polizist:innen knien mit Demonstrant:innen bei „Black Lives Matter“-Protesten nieder

Redaktionsnetzwerk Deutschland am 02.06.20

Hoffentlich mehr als gute Bilder hatten Polizist:innen bei Demonstrationen in verschiedenen US-amerikanischen Städten nach dem Tod von George Floyd im Sinn. Sie knieten gemeinsam mit den Demonstrant:innen nieder, für acht Minuten und 46 Sekunden. Solange wie Polizisten in Minneapolis den Familienvater Floyd brutal am Boden festhielten, bis er erstickte. Nach ihrem Kniefall umarmten die Polizist:innen einige der Demonstrationsteilnehmer:innen. Sie setzten damit ein Zeichen gegen Polizeigewalt und wollten beweisen, dass nicht alle Polizist:innen rassistisch handeln. Man kann nur hoffen, dass sie sich bei ihren rassistischen Kolleg:innen zukünftig stärker für die Gleichbehandlung von Schwarzen einsetzen werden.


Redaktion: Sophie Barkey, Schlussredaktion: Susan Mücke, Fotoredaktion: Martin Gommel

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