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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im April untergegangen sind

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Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen.

1. Juden und Muslime beten in einem Rettungsteam gemeinsam

Zeit im Blick am 29.03.2020

In Be’er Scheva, einer Großstadt im Süden Israels, arbeiten Gläubige verschiedener Religionen gemeinsam im Rettungsdienst. Da bei der Arbeit wenig Zeit bleibt, beten sie gemeinsam. Der jüdische Rettungsmitarbeiter richtet sich in Richtung Jerusalem, während sich der muslimische nach Mekka wendet.
Auf diese Weise zeigen sie, dass der angebliche „Krieg der Religionen“ im Nahen Osten gar nicht so ewig und unveränderlich ist, wie manche meinen.

2. Männer in Ghana sprechen über ihre psychischen Probleme

Al Jazeera am 16.04.2020

Männer mit psychischen Krankheiten landen oft im Gefängnis, weil ihr Rollenbild das als einzigen Ausweg zulässt: Schwäche zu zeigen, würde sie zerstören. In Ghana stellen sich jetzt junge Männer gegen diese Diskriminierung und ermächtigen sich selbst zur Schwäche, indem sie etwa auf Social Media über ihre Ängste und Sorgen sprechen. Sie brechen das Schweigen und zeigen anderen, wie sie versuchen, ihre psychischen Problemen zu bewältigen.

3. Hochschulen schließen sich gegen Klimawandel zusammen

Times Higher Education am 01.04.2020

Mehrere führende Universitäten auf der ganzen Welt haben sich auf Anregung der University of New South Wales in Sydney (Australien) zum Internationalen Klima-Bündnis der Hochschulen zusammengeschlossen. Die Allianz aus Ingenieurwesen, Wirtschaft, Recht, Sozial- sowie Klimawissenschaften soll die Forschungsbemühungen bündeln, die notwendig sind, um den Klimawandel zu untersuchen und zu bekämpfen. Ziel ist, sich auch an internationalen Verhandlungen zu beteiligen, wie den im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen formulierten Verträgen.

4. Omar Tello forstete ein Stück Regenwald wieder auf

BBC: People fixing the World am 31.03.2020

Er hat 40 Jahre gebraucht, aber Omar Tello hat ein Stück ausgelaugtes Ackerland in Ecuador wieder in Regenwald verwandelt. Eine seiner größten Herausforderungen war die Melioration, das heißt die Verbesserung des Bodens. Dessen Qualität war so schlecht geworden, dass er eine Menge neuen Humus aus unerwünschten Holzspänen und Hühnermist herstellen musste, um das gesamte Grundstück zu bedecken. Das allein dauerte etwa 15 Jahre.
Außerdem reiste er tagelang tief in den Amazonas, um nach Samen und Pflanzen zu suchen, die er retten konnte. Jetzt blüht sein Wald, und die Tierwelt ist zurückgekehrt. Der Wald bietet nun Schlangen, Tukanen, Affen und vielen anderen Tieren Heimat. Und Omar Tello teilt sein Wissen und seine Erfahrungen, um andere zu ermutigen, die Regenwälder zu schützen, anstatt sie abzuholzen.

5. Amsterdam wird mit Hilfe des Donut-Modells nachhaltiger

Kate Raworth am 08.04.2020

Die britische Wirtschaftswissenschaftlerin Kate Raworth hat die sogenannte Donut-Ökonomie entwickelt. Das Donut-Modell dient als Leitfaden dafür, was es für Länder, Städte und Menschen bedeutet, im Gleichgewicht mit dem Planeten zu gedeihen. Dabei definiert der innere Ring des Donuts das Minimum, das wir brauchen, um ein gutes Leben zu führen, etwa Nahrungsmittel und sauberes Wasser. Der äußere stellt die ökologische Decke dar, das heißt die Grenzen, die der Mensch nicht überschreiten sollte, um eine Schädigung des Klimas, der Böden, der Ozeane, der Ozonschicht, des Süßwassers und der reichhaltigen biologischen Vielfalt zu vermeiden. Der Teig dazwischen ist der gute Stoff, in dem die Bedürfnisse aller und des Planeten befriedigt werden. Die Stadt Amsterdam hat sich nun zum Ziel gesetzt, sich selbst gemäß den Vorstellungen der Donut-Ökonomie umzubauen.


Schlussredaktion: Susan Mücke; Fotoredaktion: Martin Gommel.

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