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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im Januar untergegangen sind

von der Krautreporter-Gruppe für Lösungen
etwa 2 Min. Lesedauer

Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Das waren die fünf beliebtesten guten Nachrichten, die im Januar 2020 geteilt wurden:

1. Afrikas Erfolgsmodell Botswana: Gescheiter Staat

Der SPIEGEL vom 02.01.2020

Wenn wir Afrika hören, denken wir an Korruption, mangelnde Infrastruktur, Ungleichheit und Hunger. Alles Folgen des „Ressourcenfluchs“ – der Reichtum an Ressourcen verhindert Wohlstand durch eine Abwärtsspirale von wirtschaftlicher Ungleichheit, grassierender Korruption und politischer Instabilität. Botswana gelang es, diesen Fluch zu brechen, es steckte die Einnahmen aus seinen Rohstoffexporten in Bildung und Infrastruktur. Heute erreicht es in vielerlei Hinsicht das Niveau europäischer Staaten, muss allerdings noch seine Abhängigkeit von Rohstoffexporten überwinden.

2. Kegelrobben erobern Ostsee-Küstengewässer zurück

Nordkurier vom 28.12.2019

In Deutschland galten die Ostsee-Kegelrobben seit 1920 als ausgerottet. In den 1980ern gab es in der ganzen Ostsee nur noch 2.500 Exemplare. Jahrelang waren sie gejagt worden, weil sie Fischernetze zerstören. Dank moderner Landwirtschaft und internationalem Handel können wir heute aber auch überleben, wenn die Kegelrobbe uns ein paar Fische wegfuttert. Deshalb wurde die Jagd auf Ostsee-Kegelrobben verboten, heute gibt es allein in Deutschland wieder 3.500 Tiere, in der ganzen Ostsee sogar 38.000.

3. Wiederaufforstung mit Waldinseln

Al Jazeera am 18.01.2020

Um den Klimawandel zu stoppen, müssen wir zwei Ziele erreichen: Einmal müssen wir aufhören, zusätzliche Treibhausgase freizusetzen, dazu dienen die Reduktionsziele. Außerdem müssen wir die bereits freigesetzten Treibhausgase binden, am einfachsten ginge das, indem wir 1 Billion Bäume pflanzen. Das erfordert eine Fläche von 10 Millionen Quadratkilometer, die übliche Aufforstung würde 221.000 Euro pro Quadratkilometer kosten. Das International Institute of Sustainability in Rio de Janeiro hat nun eine Alternative erforscht, bei der durch Gesetze und Waldinseln das natürliche Wachstum verstärkt wird, dies funktioniert sehr gut und kostet bloß 66.300 Euro pro Quadratkilometer.

4. Alemannenschule Wutöschingen: Selbstbestimmte Schule

Brand.eins Ausgabe 01/2020

Schule, das heißt Klassen, Jahrgangsstufen, Klassenlehrer und eintönige Gebäude. So kennen wir sie, und so lief auch die Alemannenschule Wutöschingen bis 2009. Dann sollte die Schule mangels Schüler geschlossen werden. Und 7.000-Einwohner-Gemeinde am südöstlichen Rand des Schwarzwalds entschied sich für ein Experiment: Die Schule besteht aus Marktplatz mit Mensa, Pausenhalle, Sitzecken und Meeting-Räumen, dicken Teppichen, schallschluckenden Decken und individuellen Arbeitsplätzen. Der Lernstoff wird in altersübergreifenden Lerngemeinschaften vermittelt wird, statt angstschweißtreibender Klassenarbeiten gibt es Gelingensnachweise. Dies führt zu überdurchschnittlichen Ergebnissen in den standardisierten Vergleichstests, die Achtklässler überall in Deutschland jedes Jahr absolvieren – und dem Deutschen Schulpreis 2019.

5. In Afrika entsteht ein gigantisches grünes Weltwunder

BLICK am 28.09.2019

Die Sahel-Zone droht zu verwüsten, da die nahe Sahara sich in ihr Gebiet ausbreitet. Große Flächen fruchtbaren Ackerlands gehen dabei verloren, was zu Hungersnöten und Flucht führt. Die Afrikanische Union versucht, die weitere Verwüstung mit Afrikas Grüner Mauer im Sahel aufzuhalten: Ein grünes Weltwunder, das Fruchtbarkeit erhöhen, Erosion stoppen und Wasserflüsse stabilisieren soll. Es beschränkt sich aber nicht auf das Pflanzen von Bäumen, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern verbessert auch die örtliche Infrastruktur und fördert lokale Gemeinschaften.


Redaktion: Vera Fröhlich.

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