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Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im Dezember untergegangen sind

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Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Das waren die fünf beliebtesten guten Nachrichten, die im Dezember 2019 geteilt wurden:

1. Oslo verbannt Autos aus der Innenstadt

Deutschlandfunk Nova am 21.12.2019

Die norwegische Hauptstadt Oslo soll lebenswerter werden. Gleichzeitig will die Stadtverwaltung den Klimawandel bekämpfen. Deshalb hat sie im vergangenen Jahr 700 Parkplätze in Radwege, Sitzecken und Grünflächen umgewandelt. Das führte aber erstmal nur zu verärgerten Pendler:innen. Die Stadt hat darum zusätzlich den öffentlichen Personennahverkehr ausgebaut und um Miet-Räder und E-Roller ergänzt. Neben dem Verkehr kümmert sich die Stadtverwaltung auch ums Heizen und fördert Fernwärme, damit einmal eingesetzte Energie möglichst mehrfach genutzt wird.

2. Gurkenwasser statt Streusalz

Bayerische Staatsbauverwaltung am 06.12.2019

Salzgurken brauchen zur Herstellung große Mengen Sole. Irgendwann kann die allerdings nicht mehr für neue Gurken genutzt werden. Das Salz kann aber auch nicht komplett herausgefiltert werden. Es bleibt also viel Sole als Abfall übrig. Gleichzeitig stellt der Winterdienst jedes Jahr Unmengen an Sole her, um glatte Straßen von Eis zu befreien. Bayern versucht nun, die Hälfte des Salzes – immerhin 700 Tonnen – einzusparen: Der Winterdienst verwendet einfach die Sole einer Salzgurken-Fabrik, um die Straßen zu enteisen. So muss nur die Hälfte des Salzes gewonnen werden, und nur halb so viel Salzwasser gelangt in die Umwelt.

3. Innenstädte sollen wiederbelebt werden

Arte Re: am 07.11.2019

Immer mehr Innenstädte veröden, gemeinsame Anlaufpunkte für die Stadtbewohner:innen fehlen. Der Stadtkern stirbt und mit ihm das Stadtleben. Mehr und mehr Städte suchen nun neue Wege, um die Innenstadt wiederzubeleben: Paris und Wittlich unterstützen Einzelhandelsgeschäfte bei ihrer Gründung. Kiel versucht, durch Wasser und Grünflächen die Fußgängerzone in der Innenstadt zu beleben. Das fränkische Hof leistet sich eine Stadt-Influencerin, die in sozialen Netzwerken auf den örtlichen Einzelhandel aufmerksam macht.

4. Missbrauch: Franziskus hebt das „päpstliche Geheimnis“ auf

Vatikan News am 17.12.2019

Bisher hielt die katholische Kirche ihre Akten unter Verschluss – sogar, wenn diese Beweismittel für Verbrechen enthielten. Papst Franziskus hat das „päpstliche Geheimnis“ jetzt für bestimmte Verbrechen wie Kindesmissbrauch aufgehoben. Die Berichte, Dossiers und Prozessakten zu Missbrauchsfällen, die in Einrichtungen des Vatikan oder in kirchlichen Archiven aufbewahrt werden, können nun auch weltlichen Ermittlungsrichtern auf Anforderung übermittelt werden. Bisher standen sie nur kirchlichen Ermittlern offen. Außerdem können in Zukunft kirchenrechtlich geschulte Laien in Missbrauchsprozessen als Anwälte auftreten. Das war bislang Priestern vorbehalten.

Das päpstliche Geheimnis lässt sich am ehesten mit der Amtsverschwiegenheit aus dem deutschen Beamtenrecht vergleichen, bei dem Aussagen vor Gericht ebenfalls nur mit Genehmigung des Dienstherrn möglich sind.

5. Klimaschutz: „Man kann mit dem Zug weltweit verreisen“

DIE ZEIT vom 08.12.2019

Flugzeuge sind die erste Wahl für Fernreisen: Sie sind schnell und bequem. Man kann alles an einem Ort buchen und es gibt diverse Reisebüros, die sich auf Flugreisen spezialisiert haben. Bei Bahnreisen ist es dagegen eher umständlich, Fahrkarten zu kaufen. In vielen Ländern bekommt man sie nur vor Ort. Das Paradoxe daran: Ein Visum erhält man zum Teil erst, wenn man eine Fahrkarte vorweisen kann. Ein neues Reisebüro spezialisiert sich nun auf Fernreisen mit der Bahn. Der Unterschied zu anderen Bahnreise-Agenturen: Hier ist die Bahn ganz klar als Transportmittel gedacht – und nicht als Attraktion wie zum Beispiel die Transsibirische Eisenbahn.


Redaktion: Belinda Grasnick; Schlussredaktion: Vera Fröhlich; Bildredaktion: Martin Gommel.

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