© Getty Images / penguinline

Zuversicht

Fünf gute Nachrichten, die im November untergegangen sind

Autorinnen des Artikels
etwa 2 Min. Lesedauer

Unter den vielen Nachrichten, die Tag für Tag auf uns einprasseln, verstecken sich auch Berichte über Lösungen und hoffnungsvolle Anfänge. Die Mitglieder der Krautreporter-Facebook-Gruppe „Gute Nachrichten – Lösungen hat die Welt“ sammeln diese Meldungen. Das waren die fünf beliebtesten guten Nachrichten, die im November 2019 in der Gruppe geteilt wurden:

1. Gleichgeschlechtliche Ehe senkt Suizidrate in Skandinavien

RedaktionsNetzwerk Deutschland am 16.11.2019

Statistisch gesehen begehen prozentual mehr Homosexuelle als Hetereosexuelle Suizid. In einer skandinavischen Studie wurde dies anhand von Menschen in Paarbeziehungen genauer untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass sich prozentual auch mehr Homosexuelle in festen Beziehungen das Leben nehmen als Hetereosexuelle in festen Beziehungen. Das Ungleichgewicht ist aber seit Einführung der „Ehe für alle“ deutlich zurückgegangen, und darüber hinaus ist auch die absolute Zahl an Suiziden gesunken. Als Ursache vermuten die Forscher eine geringere Stigmatisierung.

Wer sich selbst in einer ausweglosen Lage glaubt und alleine nicht mehr weiterkommt, findet bei der Gesellschaft für Suizidprävention viele Hilfsangebote.

2. Der Berliner Bergmannkiez wird zum Superblock

Der Tagesspiegel am 12.11.2019

Wäre es nicht super, wenn es weniger Durchgangsverkehr in Anliegerstraßen gäbe? Stadtplaner in Barcelona fanden ja und entwickelten daher den Superblock, eine Art Spielstraßenzone. Das erwies sich als äußerst erfolgreich: Der Umsatz der örtlichen Läden stieg, die Lebenserwartung und die Lebensqualität der Einwohner stieg, es gab weniger Hitzeinseln und der Schadstoffausstoß sank. Das Konzept überzeugte auch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, weshalb es im dortigen Bergmannkiez nun ebenfalls umgesetzt wird.

3. Weniger arbeiten, mehr schaffen

CNBC Make It am 03.11.2019

Japan ist berüchtigt für Karōshi: Arbeitnehmer, die sich zu Tode arbeiten. Aber auch in Deutschland denken sowohl Arbeitnehmer:innen als auch Arbeitgeber:innen, dass nur durch viele Wochenstunden Leistung erbracht wird. Microsoft Japan versuchte hingegen einen anderen Weg: Es gestaltete die Arbeit effizienter und schenkte den Arbeitnehmern die freigewordene Zeit. Daraus resultierte eine Vier-Tage-Arbeitswoche, die zu 40 Prozent höherer Produktivität führte, den Papierverbrauch halbierte und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöhte.

4. In Finnland gibt es fast keine Obdachlose mehr

Kontrast.at vom 12.11.2019

Obdachlose erhalten in Deutschland erst eine Wohnung, wenn sie gezeigt haben, dass sie bereit für die Sesshaftigkeit sind. Bis dahin werden sie meist in Notunterkünften untergebracht. Das Konzept „Housing First“ dreht dieses Konzept um: Es sorgt erst für eine Wohnung und hilft dann bei den restlichen Problemen. Finnland richtete seine komplette Obdachlosenhilfe nach diesem System aus und hat damit fast alle Obdachlosen von der Straße geholt. Das Projekt hat sich weltweit schon in vielen Städten bewährt und wird auch in Hamburg, Berlin und, ganz frisch, in Bremen umgesetzt.

5. Dänische Kinder bekommen Unterricht in Empathie

Upsocl am 14.11.2019

In dänischen Schulen gibt es jede Woche eine Stunde Empathieunterricht. Die Schüler lernen, über ihre Probleme zu reden, aber auch den Problemen ihrer Mitschüler zuzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. So lernen sie, dass Empathie kein Talent ist, sondern eine Fertigkeit, die man erlernen kann. In Deutschland gibt es leider noch kein vergleichbares Fach, aber immerhin einzelne Projekte, die ähnliches versuchen – etwa der Verein Zweikampfverhalten in Hamburg.

Bei unserer Umfrage „Welches Schulfach hättest du gerne gehabt?“ unter den Krautreporter-Lesern kamen Facetten des Fachs Empathie übrigens auf die Plätze 2 und 4.


Redaktion: Vera Fröhlich; Bildredaktion: Martin Gommel.

Prompt headline