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Straßenprotest

Warum die Schülerproteste die Klimapolitik tatsächlich verändern können

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„Ist euch kalt?“, schallt es aus vier Lautsprechern über den Invalidenplatz in Berlin. Jugendliche drängen zur Bühne, die Boxen sind der Masse nicht gewachsen, viele hören die Frage gar nicht. „Dagegen gibt es ein ganz einfaches Mittel, macht mit: Wer nicht hüpft, der ist für Kohle! Hey! Hey!“ Spätestens das hören alle, sie singen, und sie hüpfen – natürlich. Denn hier ist niemand „für Kohle“.

Der 18-jährige Kieler Jakob Blasel ist einer von ihnen, er tauschte bereits am vergangenen Freitag Deutsch und Mathe gegen Spruchband und Mikrofon. „Als ich gesehen habe, dass in Deutschland Schüler für besseren Klimaschutz streiken, habe ich gesagt: Diesen Kampf nehmen wir jetzt selbst in die Hand, wir streiken auch, und zwar in Kiel vor dem Landtag!“

Ich habe mit Jakob Blasel schon vor dem Streik in Berlin am Telefon über seine Beweggründe und die Klimakrise gesprochen.

Das war vor einer Woche, rund 700 Schülerinnen und Schüler folgten ihm. Deutschlandweit gingen an diesem Tag bereits über 30.000 Jugendliche auf die Straße, in über 50 Städten. In der Schweiz kamen 22.000 Schüler zusammen. „Wir müssen zeigen, dass wir keine Zeit mehr haben“, erklärt Jakob.

Einige Erwachsene machen sich über die Schüler lustig

Heute, am Freitagmittag um 12 Uhr in Berlin, eigentlich Schulzeit, sind wieder mehrere Tausend Schüler der Meinung: Schule kann warten, Klimawandel ist wichtiger. Die Bewegung „Fridays For Future“ wendet sich mit diesem Streik direkt an die Kohlekommission, die nebenan im Wirtschaftsministerium den Kohleausstieg Deutschlands verhandelt. Und der soll, so die Schüler, nicht mehr weiter verzögert werden, also lieber heute als morgen stattfinden.

Mal schreien die Schüler auf, mal lächeln sie: Das Gespräch mit Altmaier war enttäuschend? - „Buuuuh!“ Kohleausstieg jetzt sofort? - „Jaaaa!“

Der Streik ist ein starkes Zeichen, davon ist Jakob überzeugt. Er glaubt, dass die Proteste viel Einfluss haben auf die Kohlekommission. „Zum 1,5-Grad-Ziel bekennen sich die Politiker eigentlich alle“, sagt Jakob, „wir Schüler treten ihnen lediglich gewaltig auf die Füße, damit sie endlich handeln.“

Unter dem 1,5-Grad-Ziel versteht man das Bemühen, den menschengemachten globalen Anstieg der Temperatur auf weniger als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Kinder und Jugendliche gehen auf die Straße, um gegen die Klimapolitik zu demonstrieren. Das muss man respektieren, vielleicht sogar bewundern, oder ...?

Schauen wir mal auf Twitter:

@join13luck schreibt: „Während der Schulzeit schwänzen, das kann jeder.
Wie viele werden morgen und am Sonntag, in ihrer Freizeit, demonstrieren?“

Und @victor5679 schreibt: „Warum am Freitag und warum nicht am Nachmittag? Ein Schuft, wer Böses denkt 😊😊.“

Okay, nicht alle finden gut, was die Schüler machen. Aber die Zyniker, die sich über die protestierenden Schüler lustig machen, übersehen ihrerseits eine klitzekleine Sache: Schülerproteste können sehr mächtig sein. Das zeigen Beispiele aus anderen Ländern, aus den USA und dem südasiatischen Land Bangladesch. Diese Beispiele zeigen aber auch: Was passieren muss, damit Schülerproteste ganz konkrete Folgen haben.

Warum politische Bewegungen Erfolg haben und warum nicht, hat Rico Grimm beispielhaft an den Bewegungen „Pulse of Europe“ und „Diem25“ in diesem Text erklärt.

Nach einem Amoklauf fordern Schüler in Florida härtere Waffengesetze

14. Februar 2018: Bei einer Schießerei an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, sterben 17 Menschen. Man kennt das Prozedere nach solchen Amokläufen. Zuerst: Medialer Aufschrei, die Diskussionen um schärfere Waffengesetze nehmen wieder einmal an Fahrt auf, für ein, vielleicht zwei Wochen. Dann geht die Debatte unter im täglichen Nachrichtenzirkus, es passiert wenig – oder gar nichts. Die amerikanische Waffenlobby NRA (National Rifle Association) ist stark. Selbst US-Präsidenten sind machtlos. Der ehemalige Präsident Barack Obama weinte deswegen vor laufenden Kameras.

Die NRA sichert sich mit Spenden an Politiker ihren Einfluss. Mittlerweile investieren auch Organisationen, die für schärfere Waffenkontrollgesetze sind, in Wahlkämpfe.

Doch nach der Schießerei an der High School in Parkland passiert etwas Neues. Kinder und Jugendliche erheben ihre Stimme, #neveragain heißt es fortan, im Netz und auf der Straße. Nie wieder sollen Schüler in ihren eigenen Schulen erschossen werden. Über 180.000 Menschen gehen laut der New York Times beim „March For Our Lives“ in Washington auf die Straße. Es brauche, so die Forderung, endlich härtere Gesetze.

Die Schülerin und Parkland-Überlebende Emma Gonzales hält auf dem „March For Our Lives“ eine viel beachtete Rede, bei der sie die meiste Zeit einfach nur dasteht – und schweigt. Die Spannung im Publikum spürt man selbst im Video. „Seitdem ich hier stehe, sind 6 Minuten und 20 Sekunden vergangen“, sagt sie dann, so lange dauerte der Amoklauf an ihrer Schule. Das Video ihrer Rede verbreitet sich schnell im Internet, geht viral. Es folgen weitere Proteste, beim National Student Walkout verlassen tausende Schüler ihr Klassenzimmer.

Die Schüler der #neveragain-Bewegung wurden von Organisationen, die sich für schärfere Waffenkontrollgesetzte einsetzen, bei der Organisation und Finanzierung des „March For Our Lives“-Protests unterstützt. Auch Prominente spendeten an die Schüler.

Die Jugendlichen in Bangladesch wollen auf dem Weg zur Schule nicht überfahren werden

29. Juli 2018: In Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, werden ein Junge und ein Mädchen von einem Bus erfasst, sie sterben. Noch am selben Tag gehen zehntausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße und protestieren für etwas denkbar Simples: Verkehrsregeln. Der Verkehrssektor in Bangladesch gilt als korrupt, unreguliert und gefährlich.

Die Forderungen der Schüler fasst ein Demonstrant so zusammen: Nur wer fahren kann, sollte einen Führerschein ausgehändigt bekommen. Nur wer einen Führerschein hat, sollte ein Auto fahren dürfen. Und Minderjährige sollten generell nicht Autofahren dürfen.

Während der Proteste schließen die Behörden mehrere Schulen, Polizisten setzen Schlagstöcke, Wasserkanonen und Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Die Schüler in den USA und in Bangladesch brechen mit ihren Protesten jahrelange Debatten auf

In den USA haben nach Angaben des Giffords Law Center (ein Rechtsanwaltszentrum, das sich für strengere Waffengesetze einsetzt) 26 US-Staaten insgesamt 67 neue Waffenkontrollgesetze im Jahr 2018 erlassen, das ist mehr als das Dreifache, verglichen mit 2017. Gleichzeitig nahm die Zahl neuer Gesetze ab, die den Zugang zu Waffen lockern. Ein großer Schritt in der seit Jahren hitzigen Debatte über den Besitz von Waffen.

Zu den Maßnahmen zum Schutz der Bürger gehören zum Beispiel ein höheres Mindestalter für den Kauf von Waffen und neue Programme zum Reduzieren der Gewalt. Außerdem ermöglichen die Gesetze den Behörden, Waffen wegzunehmen, wenn die Besitzer als Risiko gelten. Als eine indirekte Folge gilt auch der Wahlsieg der Demokraten bei den Midterm Elections im November 2018, bei der sie das Repräsentantenhaus zurückgewonnen haben. Denn es gilt als wahrscheinlicher, dass Demokraten für strengere Waffengesetze stimmen als Republikaner.

Die Folgen der Proteste in Bangladesch: Nach einer Woche voller Demonstrationen sagte der Bildungsminister der Nachrichtenagentur BBS, man werde die Forderungen der Demonstranten akzeptieren, und man arbeite daran, dem Verkehrssektor Disziplin zu verleihen. Die Dhaka Tribune, eine englischsprachige Tageszeitung, schreibt: „Wir erleben etwas Einzigartiges in der Geschichte unseres Verkehrs und unserer Infrastruktur. Unsere Straßen beginnen, ordnungsgemäß und effizient zu funktionieren. (...) Und die Anerkennung dafür geht an alle Schüler da draußen, die protestieren.“

„Ihr seid nicht erwachsen genug, um die Wahrheit auszusprechen”

Die Proteste in den USA, Bangladesch und die neuesten Klimaproteste in Europa haben etwas gemeinsam: Die Schüler gehen auf die Straße, weil sie schockiert sind von dem, was passiert ist. In Florida war es die Schießerei an der High School, in Dhaka der Verkehrstod von zwei Schülern. Und in Europa: eine 16-jährige Klima-Aktivistin aus Schweden, die Vertretern aus der ganzen Welt ins Gesicht sagt: „Ihr seid nicht erwachsen genug, um die Wahrheit auszusprechen.”

Als Jakob Blasel die Rede von Greta Thunberg bei der Weltklimakonferenz im polnischen Katowice sieht, beschließt er: Was er bisher macht, reicht nicht. „Wir müssen zeigen, dass es eine echte Krise ist, die wir da erleben. Die Klimapolitik hat mich ehrlich unglücklich gemacht. Ich dachte: Es läuft so viel schief, und ich kann nichts dagegen tun.“ Dann kam Greta, und #FridaysForFuture, der Hashtag, unter dem sich die Bewegung organisiert.

https://www.youtube.com/watch?v=HzeekxtyFOY

„Es spielt eine ganz zentrale Rolle, dass der Impuls von einer anderen Schülerin kam“, erklärt Sebastian Haunss, Protestforscher an der Universität Bremen. „Wenn das von außen gekommen wäre, wenn das eine Partei oder Umweltorganisation gemacht hätte, hätte das überhaupt nicht die gleiche Wirkung gehabt.“ Wichtig bei Schülerprotesten sei, dass sich Schüler untereinander anstiften. Deshalb finde man die lokalen Netzwerke auch in Schülervertretungen und Whatsapp-Gruppen. Ihre Strategien reichen von Snapchat bis zur Kreidetafel:

Screenshot aus der Whatsapp-Gruppe Fridays4Future Berlin 1

Bent Freiwald

Wenn Proteste bestimmte Bedingungen erfüllen, können sie erfolgreich sein

Sind die Schüler erst einmal überzeugt, kann eine Bewegung auch erfolgreich sein – unter bestimmten Bedingungen. „Schüler selbst werden weder Waffengesetze ändern noch die weltweite Klimapolitik bestimmen können“, sagt Haunss. Der Kniff: Sie müssen diejenigen überzeugen, die genau das können. Dafür brauche es starke Verbündete, auch unter Erwachsenen und in der gesellschaftlichen Elite, oder eine gesellschaftliche Mehrheit.

Auch Sebastian Haunss habe ich am Telefon interviewt.

Schülerinnen und Schüler haben dabei einen Vorteil: Die emotionale Betroffenheit, die man Kindern und Jugendlichen abnimmt, wird bei erwachsenen Demonstranten auch mal infrage gestellt, manchmal als verlogen abgestempelt.

Außerdem: Wer sich heute mit seinem Anliegen durchsetzen will, braucht mediale Aufmerksamkeit, und davon viel. Und die sei bei Schülerprotesten überdurchschnittlich positiv. „In den Medien macht es ganz offensichtlich einen Unterschied, ob Kinder oder Erwachsene auf die Straße gehen“, sagt Haunss.

Das habe mehrere Gründe: Zum einen unterstelle man Kindern kein strategisches Handeln, sie seien keine politischen Akteure, gehörten keiner Partei an. Zum anderen wirkten sie mitunter sogar wehrlos und gingen ein noch höheres Risiko als Erwachsene ein, wenn sie ihren Körper auf die Straße bringen. „Dadurch sind Kinder und Jugendliche natürlich totale Sympathieträger.“

Zuletzt spielen auch digitale Netzwerke eine Rolle: Wenn es zu einer Schießerei kommt, zu Verkehrstoten, oder eine 15-jährige Schwedin eine Rede in Polen hält, bekommen das heute Schüler auf der ganzen Welt mit, über Whatsapp, Instagram und Snapchat. Das verbreitet die Botschaft und mobilisiert die Massen. „Online-Proteste sind eine neue Ressource, die aber niemals klassischen Protestformen ersetzt“, erklärt Haunss. Ohne sichtbare Proteste auf der Straße sei eine Bewegung niemals erfolgreich.

Rico Grimm recherchiert gerade dazu, welche Wirkung spezielle Online-Petitionen haben können. Hilf ihm bei seiner Recherche, indem du diese kurze Umfrage ausfüllst.

Diese sichtbaren Proteste auf der Straße gab es in den USA und in Bangladesch. Ihre Anliegen stießen auf große Resonanz in der Bevölkerung, verbreiteten sich in digitalen Netzwerken. Die emotionalen Ausbrüche der Jugendlichen ließen sich nach einer Schießerei und einem Verkehrsunfall nicht anzweifeln. Deshalb waren die Proteste erfolgreich, und deshalb brachten sie die Politiker zum Handeln.

Für härtere Waffengesetze gibt es in den USA schon lange eine gesellschaftliche Mehrheit, die sich mehr oder weniger bei 60 Prozent einpendelt. Das Problem aus Sicht der Waffengegner ist die sogenannte „Intensitätslücke“: Waffenfreunde entscheiden sich häufiger wegen dieses einen Aspekts für einen Kandidaten als es Waffengegner tun, weswegen die Entscheidungsträger keine großen Veränderungen anstreben – bisher.

Die mediale Aufmerksamkeit war beiden Bewegungen sicher, in Bangladesch verstärkten sie die Sicherheitskräfte durch aggressives Einschreiten noch, die Behörden steuerten ihren Teil mit politischen Maßnahmen gegen die Demonstranten bei.

Über digitale Netzwerke verbreitet sich die Nachricht vom Tod der zwei Kinder aus Dhaka, auch die Proteste werden dort dokumentiert – bis die für einen Abend das Internet lahmlegt.

Eine Woche nach Erstellen hat das Twitterprofil der #neveragain-Bewegung in den USA bereits 81.000 Follower, ein Video eines Schuljungen, der sich während des National Student Walkout selbst filmt, erreicht mehr als sechs Millionen Klicks.

Die Klimaproteste der Schüler könnten der entscheidende Baustein sein

„So, wer ist als nächstes dran?“ Die Medien stehen Schlange beim 18-jährigen Jakob, der Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Liste mit den Forderungen der Schüler übergeben hat.

Die Politiker überzeugen, das ist auch das Ziel der Demonstranten in Berlin. Jugendliche draußen, Kohlekommission drinnen, und eine gesellschaftliche Mehrheit für ihr Anliegen: vorhanden. Laut dem ARD-DeutschlandTrend stimmen zwei Drittel der Befragten der wichtigsten Forderung der Jugendlichen zu: Der Kohleausstieg muss möglichst schnell beginnen.

Ähnliche Zustimmungswerte wurden auch in anderen Umfragen bestätigt.

Auch die Emotionen stimmen, die Jugendlichen sind glaubwürdig, ihr Protest legitim: „Es wäre unfair zu sagen, die Erwachsenen interessiert das nicht“, sagt Jakob Blasel, „aber diese Notwendigkeit und dieser Elan, jetzt zu handeln, zu sehen, dass wir jetzt was gegen den Klimawandel machen müssen, nicht nur ein bisschen, sondern alles, was wir können, das sieht vor allem meine Generation. Wir sind davon unmittelbar betroffen.“

Die Kohlegegner haben ihrerseits selbst Gegner, also Menschen, die sich für Braunkohle und Co. einsetzen. Der Gewerkschafter Alexander Richter ist einer von ihnen, unser Reporter Josa Mania-Schlegel hat ihn getroffen. Früher setzte Richter sich selbst für erneuerbare Energien ein, heute ist er „Der Mann, der die Klima-Aktivisten von der Kohle überzeugen will“.

Steigt Deutschland aus der Kohle aus, verlieren diejenigen ihren Job, die mit Kohle ihr Geld verdienen. Josa Mania-Schlegel hat einen von ihnen begleitet, der sagt: „In Wahrheit können wir nix richtig außer Baggerfahren“. Jakob Blasel sagt dazu: „Wir erinnern daran, dass es nicht nur um den Arbeitsmarkt geht, sondern darum, dass es in Zukunft noch einen Arbeitsmarkt gibt.“

Sebastian Haunss möchte sich nicht festlegen, ob die Streiks erfolgreich sein werden: „Die Proteste der Schüler alleine werden sicher nicht durchsetzen, dass sich die Klimapolitik verändert. Aber im gesamtgesellschaftlichen Protest können sie ein Baustein sein, der das aus einer anderen Perspektive thematisiert und den Druck aufrechterhält.”

In Schweden, wo Greta Thunberg jeden Freitag mit bemalten Pappen vor dem Stockholmer Parlament diesen Druck ausübt, möchte die Regierung ab 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen, Diesel und Benzin haben ausgedient.

Der Klimawandel findet statt, auch wenn zum Beispiel US-Präsident Donald Trump ihn als Erfindung der Chinesen abtut. Wir haben uns weltweit umgeschaut, wie Menschen sich auf die Folgen der Erderwärmung einstellen. Und entdeckt, dass Deutschland schon lange kein Vorreiter beim Klimaschutz mehr ist. Lese mehr darüber in unserem Zusammenhang „Strategien gegen die Klimakrise“.

Auch diesen Schritt ist Deutschland nicht bereit zu gehen, noch nicht. Einfach aufhören ist für Jakob Blasel aber keine Option: „Für die allermeisten Schüler war es die erste Demonstration – aber bestimmt nicht die letzte. Der Klimawandel ist das Thema meiner Generation.“


Wie dieser Text entstanden ist:

Als am vergangenen Freitag in ganz Deutschland Schülerinnen und Schüler auf der Straße gestreikt haben, saß ich zu Hause und habe per Video an unserer Krautreporter-Redaktionskonferenz teilgenommen. Schnell waren die Proteste Thema, wir haben zwei Sachen festgestellt: Weil Schüler jung sind, werden viele ihre Streiks als harmlos abstempeln, und wie mächtig Schülerproteste wirklich sind, wissen wir auch nicht. Also habe ich angefangen, genau diese Frage zu recherchieren. Während ich der Antwort immer näher kam, ist mir aufgefallen, dass ich in meiner Schulzeit kein einziges Mal für irgendetwas gestreikt oder protestiert habe.

In diesem Text habe ich die Ergebnisse meiner Recherchen aufgeschrieben. Da er unter anderem von Aufständen in den USA und Bangladesch handelt, und die Themen bereits einige hitzige Debatten ausgelöst haben, hat meine Kollegin Susan anschließend für jede einzelne meiner Aussage die Fakten gecheckt (danke dafür!). So kam es, dass unser Chefredakteur Rico, Susan und ich zeitweise zu dritt an diesem Text rumgeschraubt haben, bis wir dachten, dass ihn auch Schülerinnen und Schüler nicht gelangweilt zur Seite legen würden. Aber was wissen wir schon? Um ganz sicher zu gehen, habe ich zwei Schüler gebeten, alles anzustreichen, was sie nicht verstehen oder was sie nicht interessiert. Danke an Jakob (nicht der aus dem Text) und Antonia für eure Hilfe!


Redaktion: Rico Grimm; Schlussredaktion: Vera Fröhlich; Fotos und Bildredaktion: Martin Gommel; Fact-Checking: Susan Mücke.