Chancengleichheit

Was ist aus meinen Klassenkameraden aus der Grundschule geworden?

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Ich erkenne meine ehemalige Klassenlehrerin aus der Grundschule auf den ersten Blick wieder. Sie geht geradewegs auf mich und das Café zu, in dem wir uns verabredet haben, doch sie sieht mich nicht. Also steigen wir beide gleichzeitig die Doppeltreppe hinauf und treffen uns erst, als wir oben ankommen. Auf den letzten Treppenstufen spüre ich es noch einmal: Ich bin aufgeregt. Ich habe Frau Eichler seit 15 Jahren nicht mehr gesehen.

„Frau Eichler, guten Tag! Ich freue mich sehr.“
„Schön!“

Wir setzen uns, und sie legt als erstes das alte Klassenfoto auf den Tisch, von dem sie mir schon erzählt hat. Ich blicke auf das Bild, 23 Kinder aufgereiht, wir gucken freundlich. Der große Kleidungsschock bleibt aus, so merkwürdig sahen wir früher gar nicht aus. Dann wechselt mein Blick zwischen Foto und Frau Eichler, zwei, drei Mal. Sie trägt dunkelrote Haare, nicht zu lang, fast eine Bob-Frisur, genau wie damals, und eine elegante goldene Brille, genau wie damals.

Sie sitzt mit geradem Rücken neben mir, ihre Lehrerausstrahlung hat sie nicht eingebüßt, sie spricht mit ihrer tiefen, ruhigen Stimme; sie erzählt gerne von früher und von heute, das merke ich ihr an. Seitdem sie nicht mehr unterrichtet, geht sie viel wandern, und sie studiert in Hamburg, meistens Kurse in Kunstgeschichte. „Das hält jung“, sagt sie. Frau Eichler zeigt auf das Foto, auf Gesichter, die mir zwar vertraut vorkommen, an die ich mich jedoch ohne diese bildliche Hilfe nicht erinnern konnte, ich habe es versucht. Aber jetzt setzten plötzlich die Erinnerungen ein, kämpfen sich aus schon lange nicht mehr aktivierten Gehirnregionen empor.

Ich staune: „Gibt es ja nicht, Arne!?“
„Ja, den habe ich seit der vierten Klasse nie wiedergesehen. Manche von Ihnen treffe ich ja noch auf der Straße.“
„Wer ist das denn?“
„André.“
„Wäre ich jetzt nicht draufgekommen. War der die ganze Zeit bei uns in der Klasse?“
„Nein, nein, der ist irgendwann gewechselt.“
„Das da, das ist Lena. Mit der habe ich ab und zu noch Kontakt.“
„Ja, sehr musikalische Familie, ganz toll!“

Ich erinnere mich an gewonnene Staffelläufe bei den Bundesjugendspielen und daran, wie Frau Eichler uns akribisch Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht hat. An das Musical „Die Geschichte der Weihnachtsgeschenke“, das unsere Musiklehrerin mit uns einstudiert hat, drei Aufführungen in der voll besetzten Aula, mein erster und bisher letzter Auftritt als Sänger auf einer Bühne. In den Pausen spielten wir Fußball auf dem Hof oder Mädchen jagen die Jungs. Ich erinnere mich an die Ausflüge in den Wald mit Lena und ihrer Familie, einfach tobend durch den Wald rennen – und zwischendurch Marzipantörtchen zur Stärkung. Nichts war wichtiger als die Antwort auf die so sorglose Frage „Kannst du heute spielen?“

Die Grundschulzeit, sie war eine gute Zeit.

Ich treffe mich mit Frau Eichler, weil ich auf der Suche nach meinen ehemaligen Klassenkameraden bin. Eine Statistik hat mich vor ein paar Monaten erschreckt: Von 100 Kindern aus Akademikerfamilien studieren 79. Von 100 Kindern aus Nicht-Akademikerfamilien nur 27. In kaum einem anderen EU-Land hängt der Bildungsweg so stark von den Eltern ab wie in Deutschland. Ich wollte wissen: Trifft das auch auf meine Grundschulklasse zu? Waren unsere Chancen von Anfang an so unfair verteilt, wie diese Statistik vermuten lässt? Ich selbst hatte es leicht, mit zwei Lehrern als Eltern und drei älteren Geschwistern, aber wie geht es den Kindern, die es nicht so einfach hatten wie ich?

Zurück in die Heimat

Für drei Wochen ziehe ich wieder bei meinen Eltern im schleswig-holsteinischen Itzehoe ein, 150 Meter von meiner Grundschule entfernt begebe ich mich auf Spurensuche. Ich durchforste das Internet nach den Namen, die mir Frau Eichler gegeben hat. Fast alle finde ich auf Facebook, aber ein paar sind auch außerhalb des Internets wie verschollen. Die Hälfte wohnt nicht mehr in Itzehoe, studiert in Hamburg oder Kiel. Diejenigen, die noch in Itzehoe wohnen, haben wenig Zeit. Es passe gerade einfach nicht, oder es sei was dazwischengekommen, heißt es dann. Dann schreibt mir Kevin zurück, natürlich könne ich ihn besuchen kommen. Jackpot!

Die norddeutsche Kleinstadt Wilster kennt mich nur aus durchzechten Partynächten mit 16 und aus meiner dreimonatigen Zeit als Vertretungslehrer an der Schule. Aber Kevin, den kennt Wilster seit Jahren, hier hat er seine Ausbildung gemacht, hier wohnt, hier arbeitet und lebt er. Als ich an der Straße parke, steht er auf der Terrasse seiner Doppelhaushälfte und zieht die letzten Züge aus seiner Zigarette. Ich erkenne ihn nur, weil sich unsere Proportionen zueinander auch nach all der Zeit nicht verändert haben, er ist immer noch doppelt so groß und doppelt so breit wie ich.

„Moin!“
„Moin!“

Weil er gerade erst von der Arbeit kommt, hat er noch sein Arbeitsoutfit und die schwarzen Arbeitsschuhe an. Es ist kalt im Haus, erst vor einem Tag kam der Herbst, und das mitten am Tag: Morgens im Sommer aufgestanden, 24 Grad, abends mit 11 Grad und Herbst ins Bett, tolle Nummer. „Es ist arschkalt, Kevin“, sagt eine seiner beiden Mitbewohnerinnen, kurz nachdem wir uns gesetzt haben. „Ja doch, ich mache die Heizung nachher an“, antwortet er. Kevin kümmert sich, er ist heute 24 Jahre alt. Vor eineinhalb Jahren ist er hier mit seiner Freundin eingezogen, ihr Vater kaufte damals ihr erstes gemeinsames Heim. Zwei Monate später war seine Freundin weg. In seinem Freundeskreis lernte er seine heutigen Mitbewohnerinnen kennen, beide brachen die Schule ab, und wissen heute nicht, wie es weitergehen soll.

Kevin vor seinem Haus.

Kevin und ich waren keine besten Freunde in der Grundschule, aber unter den Jungs verstand man sich. Es gab keine Außenseiter; auch Omed, der aus Afghanistan kam, kaum ein Wort Deutsch sprach und sich bei jeder Gelegenheit mit uns scheinboxte („Ich mach nur Spaß!“) gehörte einfach und schnell dazu, er war ein witziger Kerl. Doch bei Facebook schreibt mir Leonie: „Wir Mädchen waren quasi zweigeteilt. Ich war in einer Gruppe mit den Mädels, die mir ähnlicher waren, bezogen auf unseren Familienhintergrund und die Art und Weise, wie wir aufgewachsen sind.“ Krass, denke ich. Das war mir so nicht klar, aber ich erinnere mich an einen großen Gruppentisch. Da saßen Leonie und ihre Freundinnen, und niemand sonst. Ab und zu tauschte Frau Eichler zwei Plätze durch, und trotzdem: Die Mädchen blieben unter sich.

Nach 15 Jahren haben Kevin und ich keine gemeinsamen Themen, außer alte Zeiten.

„An was denkst du, wenn du an unsere Grundschulzeit zurückdenkst?“, frage ich.
„Puh. Das ist schwierig. Ich erinnere mich an kaum etwas.“
„Hast du noch Kontakt zu den anderen?“
„Nein, gar nicht.“

Diese Antworten bekam ich in den Wochen zuvor immer wieder. Mir kommen so viele Dinge in den Kopf, wenn ich an meine Grundschule denke. Doch viele meiner ehemaligen Mitschüler haben diese Zeit scheinbar schon aus ihrem Gedächtnis gelöscht.

„Studieren will heute doch kaum jemand mehr.“

Nur einmal war ich als Kind bei Kevin zu Hause, an seinem Geburtstag, er erinnert sich auch. Mit seinen Eltern und seinem Opa wohnte er damals auf einem Bauernhof, sein Opa hatte dort als Angestellter lebenslanges Wohnrecht. Auch Kevins Vater war auf diesem Hof angestellt, seine Mutter arbeitete nicht. Für beide war die Hauptschule ihre letzte Station im deutschen Bildungssystem. „Als mein Opa gestorben ist, mussten wir dann umziehen“, erklärt Kevin. Es ging in ein 500-Einwohner-Dorf in der Nähe. Dort wohnen seine Eltern heute noch, und dorthin möchte er auch irgendwann wieder zurückziehen.

„Bist du gern zur Schule gegangen?“
„Naja, manchmal hatte ich natürlich keine Lust, aber ich habe die Schule nie gehasst oder so.“
„Mochtest du unsere Klasse?“
„Ja, wir waren eine gute Gemeinschaft, finde ich. Es gab immer ein paar Gruppen, aber wir kamen alle immer miteinander klar.“
„Haben dich deine Eltern in der Schule unterstützt?“
„Nicht wirklich, sie konnten das nicht so, sie hatten selbst nicht die beste Bildung. Aber ihnen war es wichtig, dass ich gute Bildung bekomme und eine Ausbildung mache.“

Konnten Frau Eichler und unsere anderen Lehrer die Kinder auffangen, die zu Hause nicht die nötige Unterstützung bekamen? Inklusionshelfer oder Unterricht mit mehreren Lehrern gab es früher noch nicht. Wie sollte das gelingen, frage ich mich.

Meine Schulzeit war ein klassischer Selbstläufer. Pauken mussten meine Eltern nie mit mir. Wenn ich mal nicht weiterwusste, fragte ich meine großen Geschwister. Hausaufgaben schrieb ich vor der ersten Stunde noch schnell bei jemandem ab. Als ich in Deutsch eine Fünf geschrieben habe, sagte mein Lehrer zu mir: „Tja Bent, es muss auch Verlierer geben.“ Bei der nächsten Arbeit strengte ich mich wieder mehr an.

Nach der Grundschule ging ich aufs Gymnasium – Kevin auf die Hauptschule, mein Vater war dort sein Direktor. Mit 15 hat er seinen Abschluss gemacht und eine Ausbildung gesucht. Ein Jahr lang machte er ein Einstiegsqualifizierungspraktikum: „Langes Wort!“ Dann kam er bei einer Landtechnikfirma unter, machte seine Ausbildung und repariert seitdem Trecker und Maschinen.

„Doch, das macht mir richtig Spaß!“, sagt er.
„Hast du nach deinem Hauptschulabschluss jemals überlegt, noch weiter zur Schule zu gehen?“
„Nein, mir war klar, dass ich arbeiten muss, dass ich etwas Handwerkliches machen muss.“
„Wolltest du nie studieren, oder so?“
„Ne, studieren will heute doch kaum jemand mehr. Und die Noten aus der Schule interessieren später sowieso niemanden mehr. Ich war mit meiner Ausbildung sehr zufrieden, andere wissen nach der Schule gar nicht, was sie machen sollen, wenn sie die Schule überhaupt schaffen.“

„Es gab sozial Starke und sozial Schwache.“

Die Klassen in meiner Grundschule waren damals nach einem einfachen Muster eingeteilt: Alle Kinder, die im gleichen Stadtteil wohnen, sollen auch in die gleiche Klasse gehen, damit sie auch nachmittags miteinander spielen können. Ich kam mit allen in eine Klasse, die nördlich von unserer Schule wohnten.

Dazu gehörte auch Tim. Mit ihm hatte ich in der Grundschule ein bisschen mehr zu tun als mit Kevin. Er wohnt noch in Itzehoe, obwohl er es nicht mag: „Scheiße ist das hier.“ Und ich verstehe ihn, ich studiere in Osnabrück und habe für ein paar Monate in Berlin und Riga gelebt. Itzehoe bietet, nun ja, nicht viel. Tim erklärt: „Es ist natürlich einfacher, hier zu bleiben, hier kennst du ja alles. Wenn du nach Berlin oder so ziehst, musst du komplett von vorn anfangen, und mein Vater ist hier ja auch noch Hausmeister. Aber wenn ich irgendwo anders einen Job haben könnte, wäre ich weg.“ Wir schaffen es nicht, uns während meiner Zeit in Itzehoe zu treffen, also sprechen wir am Telefon miteinander.

„Erinnerst du dich noch an unsere Lehrer?“, frage ich.
„Nein, an niemanden, außer an Frau Eichler, die war super, ich halte sehr viel von ihr! Sie hatte immer ein offenes Ohr.“
Ich frage ihn, ob ihm aufgefallen ist, dass die Mädchen in unserer Klasse zweigeteilt waren und dass die Gruppen kaum etwas miteinander zu tun hatten.
„Ja, das ist mir aufgefallen. Da gab es die sozial Starken, die haben immer alles zusammen gemacht, und es gab die sozial Schwachen.“
„War das denn bei uns Jungs auch so?“
„Ne, wir waren alle cool miteinander.“

Nach der Grundschule ging Tim mit mir aufs Gymnasium. Ein Jahr hielt er das Niveau durch, „das war schon schwer für mich“, sagt er. Dann ging er auf die Realschule, aber auch dort lief es nicht gut: „Da war ich aber einfach nur faul.“ Nach dem Tod seiner Mutter war sein Vater seine Stütze, der als Hausmeister arbeitete. Als Tim seinen Realschulabschluss nachholen musste, gab es zu Hause einen richtigen Einlauf. „Das fand mein Vater gar nicht lustig.“ Heute hat er den Abschluss in der Tasche und arbeitet als Industriemechaniker.

Das sind nicht die einfachsten Umstände, um aufzuwachsen, denke ich. Aber Tim bekam Unterstützung, sein Vater wollte stets das Beste für ihn. Ich sage mir: Es muss ja nicht jeder studieren. Aber was ist aus meinen anderen Klassenkameraden geworden?

Eine Klasse wie aus der Statistik entsprungen

Die, die mir antworten, wurden Bürokauffrau, Elektroniker, Maßschneiderin, studieren Business Management oder Public Management. Sie erinnern sich alle an mich und empfinden die Grundschulzeit als positiv, und sie berichten von ihren Jobs und Ausbildungen. Aber nicht alle antworten mir, und von einigen fehlt jede Spur. Über Dritte und manchmal Vierte finde ich aber zumindest Antworten auf die Frage, was sie heute wohl machen. Sie bekamen früh ein Kind, wohnen noch bei ihren Eltern oder brachen ihre Ausbildungen ab. Es sind keine Geschichten, die man einem neugierigen ehemaligen Klassenkameraden mal eben so erzählen möchte.

Also: Konnten wir der Statistik trotzen? Kurz und knapp: Nein.

Zu den Akademikerfamilien habe ich sowohl die Familien gezählt, in denen ein Elternteil studiert hat, als auch die Familien, in denen beide Elternteile studiert haben.

Chancenungleichheit zieht sich in Deutschland und in meiner Grundschulklasse wie ein roter Faden von der ersten Klasse bis zum Abschluss: Unser Elternhaus war entscheidend dafür, welchen Abschluss wir angestrebt haben, und sogar dafür, mit wem wir befreundet waren. Während meiner Recherche wird mir langsam, aber sicher erschreckend klar: Es ist eine unsichtbare Trennlinie in unserer Gesellschaft, die wir als Kinder gar nicht und als Erwachsene nur manchmal sehen. Aber sie ist da, ständig.

Im Café frage ich Frau Eichler: „Warum hängt die Bildung in Deutschland so stark vom Elternhaus ab? Das ist doch unfair.“

Frau Eichler lehnt sich zurück, pustet durch, zum ersten Mal in unserem Gespräch nimmt sie ihre Brille ab, sie muss kurz lächeln, dann holt sie aus. Alle Schuld der Schule zu geben, das sei immer einfach. Aber man dürfe eines nicht vergessen: „Die Schule endet im Laufe des Tages. Dann kommen die Kinder nach Hause, vielleicht in ein Elternhaus, das sich gar nicht so für Bildung interessiert. Manche Kinder kommen schon mit Defiziten in den Kindergarten.“ Der Bruch zwischen Schule und Elternhaus sei manchmal sehr stark.

„Okay, aber frei von aller Verantwortung sind Schulen ja nicht. Was kann man tun?“, frage ich. Mir reicht ihre Antwort nicht.
„Ganztagsschulen sind das beste überhaupt. Die Nachmittagsangebote sind ein Segen. Die Kinder können frei von Notendruck einfach machen, was sie wollen, und werden dabei betreut.“

Die Schulen und die Politik stehen in der Pflicht

Als ich meine Recherche beende und die Statistik aufstelle, halte ich kurz inne, ich fühle mich ohnmächtig. Bildung, die komplett unabhängig vom Elternhaus ist – davon sind wir heute wohl meilenweit entfernt. Allerdings: Bildung ist eben auch nicht nur das, was in der Schule passiert, und alles andere ist Freizeit, da hat Frau Eichler recht. Bildung zieht sich durch das ganze Leben, in der Schule, in der Familie, mit Freunden und in Vereinen. Wie wichtig ist den Eltern, dass ihr Kind eine gute Bildung genießt, und wie sehr können sie ihr Kind dabei auch unterstützen, es vorleben? Das sind die entscheidenden Fragen. Die Antworten auf diese Fragen hängen nicht immer vom Job der Eltern ab. Aber unterm Strich gilt: Wer selbst gute Bildung genossen hat, wer selbst gern zur Schule gegangen ist, dem ist oft auch die Bildung des eigenen Kindes wichtig. Das habe ich jetzt gelernt.

„Meine Eltern wollten für mich das Beste. Aber sie konnten mich dabei nicht wirklich unterstützen“, sagt Kevin. Und Tim findet: „Wenn die Eltern einen guten Job haben, strebt man als Kind auch nach einem guten Job. Und die Eltern wollen das ja auch.“

Ich brauchte die große Unterstützung nie, denke ich, als ich das Café verlasse. Aber mit Blick auf unsere Klassenstatistik sehe ich ein: In meiner Grundschulklasse gab es viele, denen es anders ging. Hier stehen die Schulen und die Politik in der Pflicht. Wer es alleine nicht schafft, braucht jemanden, der an ihn glaubt und der ihn unterstützt.


Redaktion: Esther Göbel; Schlussredaktion: Vera Fröhlich; Bildredaktion: Martin Gommel (Aufmacher: Bent Freiwald).