Fragen und Antworten

Wir haben eure kleinen Fragen zu befristeten Arbeitsverträgen, Autobahnbrücken und dem ESM beantwortet

von Tanya Falenczyk
etwa 2 Min. Lesedauer

Wir sammeln laufend Leserfragen, um herauszufinden, welche Themen euch interessieren. Aus den spannendsten wählt ihr diejenigen aus, die wir im Anschluss ausführlich recherchieren. Aber manche der Fragen lassen sich auch kurz und knapp beantworten.


Stimmt es, dass es immer mehr befristete Arbeitsverträge abgeschlossen und unbefristete Arbeitsverträge immer seltener werden?

Die schnelle Antwort: Nein.

Tatsächlich steigt die Anzahl der unbefristeten Verträge. Auch befristete Verträge werden mehr, das liegt aber daran, dass es immer mehr Erwerbstätige in Deutschland gibt. 2015 sind dem Statistischen Bundesamt zufolge von fast 36 Millionen Arbeitsverträgen nur 4,7 Millionen befristet gewesen, dafür über 31 Millionen unbefristet. Im Jahr 2000 waren es von insgesamt rund 33 Millionen Arbeitsverträgen 4,3 Millionen befristete Verträge und 28 Millionen unbefristete.

Einfacher zeigt das folgende Grafik. Die Linie der befristeten Verträge (gelb) bleibt relativ konstant, während die Linie der unbefristeten (rot) ansteigt.

Quelle: Statistisches Bundesamt

(Frage von Hans Rehberg-Pawlowski)


Wie viel Milliarden Euro hat der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM derzeit verliehen?

Die schnelle Antwort: 128,02 Milliarden Euro.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus, kurz ESM, ist eine internationale Finanzinstitution mit Sitz in Luxembourg. Der Zweck des ESM ist es, Mitgliedsstaaten der Eurozone Geld zur Verfügung zu stellen, wenn diese sonst die Stabilität der Euro-Währung in Gefahr bringen würden. Diese Finanzierung ist an wirtschaftspolitische Auflagen gebunden, manchmal strikte (Griechenland), manchmal weniger strikte (Spanien).

Momentan sind Spanien, Zypern und Griechenland in Finanzierungsprogrammen. Die maximale Kreditvergabe liegt bei 500 Milliarden Euro, gerade sind 128,02 Milliarden verliehen. Die „Forward Commitment Capacity“, also auf Deutsch das übrige Geld, sind somit 371,98 Milliarden.

(Frager anonym)


Warum wird vor manchen Autobahnbrücken das Tempo auf 100 km/h begrenzt mit der Begründung „Brückenschäden“? Werden die Brücken weniger belastet, wenn alle nur mit maximal 100 km/h rüberfahren?

Die schnelle Antwort: Ja. Ein wichtiges Stichwort ist „dynamische Belastung“.

Jedes Fahrzeug bewegt sich bei unebener Fahrbahn nach oben und unten, diese Kräfte werden dann von der Brücke aufgefangen. Je mehr Buckel und Querrillen sich auf einer Brücke befinden, desto höher wird auch die dynamische Belastung. Und die steigt nicht nur mit dem Fahrzeuggewicht, sondern eben auch mit der Geschwindigkeit.

Auch beim Bremsen werden enorme Kräfte auf die Brücke übertragen, denn die muss ja die Bewegungsenergie abfangen und ableiten. Wenn Teile der Brücke beschädigt sind, müssen die auftretenden Kräfte reduziert werden, und je weniger Geschwindigkeit das Fahrzeug hatte, desto weniger Bewegungsenergie muss bei einer Bremsung dann abgeleitet werden.

(Frager anonym)

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